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In 30 Sekunden 60 Jahre älter

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Dr. med. Anja KwetkatWie fühlt man sich mit 80? Für junge Medizinstudierende ist das kaum vorstellbar. Im Geriatrie-Seminar von Frau Dr. Anja Kwetkat an der Universität Jena werden typische körperliche Einschränkungen des Alters deshalb simuliert.

Heute Morgen war noch alles in Ordnung: Raus aus dem Bett, schnell unter die Dusche und dann mit dem Fahrrad zu Uni. Aber jetzt? Der Rücken ist krumm, und die Knie sind steif. Außerdem sieht man alles verschwommen.

Den Stuhl, auf den sie sich setzen soll, kann die junge Studentin nur ertasten. Wie hoch mag die Sitzfläche sein? Es bleibt ihr nicht anderes übrig: Sie lässt sich herunterplumpsen. Dabei atmet sie schwer aus und stöhnt. Wie eine alte Frau benimmt sich die Medizinstudentin, die gerade einmal Mitte 20 ist. Gemeinsam mit einem Kommilitonen bewegt sie sich unsicher durch den Raum. Grasgrüne Rückenpanzer haben ihre Brustwirbelsäule zur einer Hyperkyphose verformt – als hätte sie eine Osteoporose.

Der vollständige Artikel kann auf der Seite des Deutschen Ärzteblattes heruntergeladen werden...


Von Dr. med. Birgit Hibbeler
Erschienen im Deutschen Ärzteblatt
Jg. 108 | Heft 22 | 3. Juni 2011

 
Der Status eines Facharztes Geriatrie wird in den Fokus rücken

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PD Dr. med. Werner Hofmann(05/2010) Im Rahmen des 5. gemeinsamen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG) haben die Mitglieder der DGG einen neuen Vorstand gewählt. Das GERIATRIE JOURNAL sprach mit dem Präsidenten PD Dr. Werner Hofmann über die anstehenden Aufgaben.


GJ: Herr Dr. Hofmann, vor zwei Jahren sind Sie zum Präsident elect der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) gewählt worden. Was waren Ihre Beweggründe, für dieses Amt zu kandidieren?

Hofmann: Schon als junger Assistenzarzt der Inneren Medizin interessierten mich die interdisziplinären Tagungen der damaligen Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) sehr. Vor 25 Jahren habe ich lebhaft miterlebt, wie sich daraus das Gebiet der Geriatrie als selbstständige berufliche und wissenschaftliche Ausrichtung nach und nach etablierte. Mein Ziel ist, den Weg dieses neuen und jungen Fachgebiets, das sich auf dem Boden der Inneren Medizin entwickelt, weiter voran zu treiben.

 
Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Icon_Schrift(05/2010) Am 8. September 2010 präsentierten die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, die Bundesärztekammer und der Deutsche Hospiz- und Palliativverband in Berlin die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“. Sie stellt den Ist-Zustand in der Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland dar und verbindet dies mit Handlungsoptionen und einer Selbstverpflichtung für die Zukunft.


Rund 200 Expertinnen und Experten beteiligten sich an der Erarbeitung der Charta, die in die internationale Initiative „Budapest Commitments“ eingebettet ist. „Das Thema Sterben gehört zum Leben, es darf nicht verdrängt oder ausgeklammert werden, sondern gehört in die Mitte der Gesellschaft“, hob Prof. Dr. Christof Müller-Busch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, bei der Vorstellung hervor. „Trotz aller medizinischen Fortschritte und Aussichten, das Leben länger und besser zu gestalten, müssen wir uns auch vergegenwärtigen, dass in Deutschland über 800.000 Menschen, das ist ein Prozent der Bevölkerung, jährlich sterben - und dies unter ganz unterschiedlichen Bedingungen. Weder in der Gesundheits- noch in der Sozialpolitik, weder bei den Bildungsausgaben noch in der öffentlichen Kommunikation wird ein Sterben in Würde, werden Tod und Trauer explizit bzw. angemessen berücksichtigt.“

 
Wir müssen unser Wissen horizontal verbinden

Icon_SchriftProf. Dr. med. Werner Vogel(03/2010) Hightech-Forschung und -Medizin sind wichtige Bestandteile unseres Gesundheitssystems. Genauso wichtig ist jedoch die disziplinübergreifende Vernetzung dieses Wissens. Das GERIATRIE JOURNAL sprach mit Prof. Werner Vogel über Geriatrie und die multidisziplinäre Zusammenarbeit in der geriatrischen Therapie.

GJ: Professor Vogel, welchen Stellenwert hat Geriatrie heute in unserer Gesellschaft?

Vogel: Einen hohen, einen sehr hohen sogar und er wird weiter wachsen, weil die demographische Entwicklung und die medizinische Entwicklung es fordern. Die Leute werden älter und sie werden mit
heutigen Methoden altersspezifisch behandelt. Also wird allein von der Zahl der Betroffenen oder potentiell Betroffenen die Bedeutung zunehmen. Aber es gibt noch einen zweiten Aspekt. Fast alle Krankheiten treten im Alter gehäuft auf und die Medizin erfährt derzeit dramatische Entwicklungen im Bereich molekularbiologische Medizin, Immunologie und Onkologie, um nur einige zu nennen. In der Mikrochirurgie wagt man sich immer weiter vor, größere Tumore und auch Herzkrankheiten werden bei immer älteren Patienten operiert.

 
Die Demenz wird künftig zum Alltag gehören

Icon_DownPD Dr. med. Werner Hofmann(Februar 2009) Die Demografie diktiert den Takt: Weil die Menschen in Deutschland immer älter werden, steigt auch die Zahl demenzkranker Menschen. Derzeit werden bundesweit etwa 1,5 Millionen Betroffene gepflegt, 2030 werden es bereits doppelt so viele sein, Tendenz weiter steigend.

Was sich so mit mathematischer Präzision vorhersagen lasse, sollte uns zum Umdenken bewegen, mahnt Dr. Werner Hofmann. Der 56-jährige Mediziner, seit einem Jahr Chefarzt der Geriatrie am Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK), will dabei künftig deutschlandweit aktiv mithelfen: Ende des Jahres wurde der Fachmediziner ins Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie gewählt. Als "Präsident elect" will er dort insbesondere den Aufbau neuer Strukturen vorantreiben, die den gesellschaftlichen Umgang mit der Alterskrankheit erleichtern sollen - ohne das Gesundheitswesen dabei an den Rand des Kollaps’ zu bringen.
 

 
Weiterentwicklung und Förderung von Geriatrie und Gerontologie

Icon_SchriftInterview mit Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr