Die Zusatz-Weiterbildung Geriatrie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Vorbeugung, Erkennung, konservative und interventionelle Behandlung und Rehabilitation körperlicher und seelischer Erkrankungen im biologisch fortgeschrittenen Lebensalter mit dem Ziel der Erhaltung und Wiederherstellung größtmöglicher Selbstständigkeit.

Hier finden Sie unser Verzeichnis der weiterbildungsberechtigten Geriaterinnen und Geriater, das auf den Angaben der Landesärztekammern beruht.

Weiterbildungsziel:

Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Geriatrie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.

Zugangsvoraussetzungen zum Erwerb der Zusatz-Weiterbildung in den einzelnen Ländern:

Der Erwerb der Zusatz-Weiterbildung Geriatrie ist in allen Bundesländern möglich. Die Zugangsvoraussetzung ist im allgemeinen eine Facharztkompetenz, einige Bundesländer schränken diese jedoch auf spezielle Facharztkompetenzen ein.

Die Fakultative Weiterbildung Klinische Geriatrie, die seit 1992 erworben werden konnte, wird in die Zusatz-Weiterbildung überführt: „Kammerangehörige, die bei Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung die Anerkennung der Fakultativen Weiterbildung Klinische Geriatrie besitzen, sind berechtigt, stattdessen die Zusatzbezeichnung Geriatrie zu führen.“

Baden-Württemberg

 

Facharztanerkennung

Bayern

 

Anerkennung als „Facharzt für Neurologie“, „Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin“, „Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie“ (auch Anerkennung als „Facharzt für Nervenheilkunde“ nach bisherigem Recht) oder einer Facharztbezeichnung im Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin (auch Anerkennung als „Facharzt für Allgemeinmedizin“ nach bisherigem Recht)

Brandenburg

 

Facharztanerkennung

Berlin

 

Facharztanerkennung

Bremen

 

Facharztanerkennung

Hamburg

 

Facharztanerkennung

Hessen

 

Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung

Mecklenburg-Vorpommern

 

Facharztanerkennung

Niedersachsen

 

Facharztanerkennung in den Gebieten Innere Medizin und Allgemeinmedizin, Neurologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin oder Psychiatrie und Psychotherapie oder Facharztanerkennung für Nervenheilkunde.

Nordrhein

 

Facharztanerkennung

Rheinland-Pfalz

 

Facharztanerkennung

Saarland

 

Facharztanerkennung

Sachsen

 

Facharztanerkennung

Sachsen-Anahlt

 

Facharztanerkennung

Schleswig-Holstein

 

Facharztanerkennung

Thüringen

 

Facharztanerkennung

Westfalen-Lippe

 

Facharztanerkennung

 

Weiterbildungszeit:

18 Monate bei einem Weiterbildungsermächtigten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2

In Berlin:
„oder in einer Frist von 5 Jahren nach Inkrafttreten des 8. Nachtrages ersetzbar durch

  • 6 Monate (Vierwochenabschnitte sind anrechenbar) bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1
  • 120 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Geriatrie“

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • der Symptomatologie und funktionellen Bedeutung von Altersveränderungen sowie Erkrankungen und Behinderungen des höheren Lebensalters
  • geriatrisch diagnostischen Verfahren zur Erfassung organbezogener und übergreifender motorischer, emotioneller und kognitiver Funktionseinschränkungen
  • Vorbeugung und Erkennung sowie Stadieneinteilung, Indikationsstellung und
  • prognostische Einschätzung konservativer und invasiver Therapiemaßnahmen geriatrischer Syndrome, einschließlich Indikationsstellung sowie ggf. Durchführung interventioneller Therapieformen wie
    • Gebrechlichkeit
    • lokomotorische Probleme und Stürze
    • verzögerte Remobilität/Immobilität
    • metabolische Instabilität einschließlich des Delirs
    • Inkontinenz
    • Dekubitus
    • kognitiv-neuropsychologische Störungen einschließlich Depression und
    • Demenz
  • der Durchführung des geriatrischen Assessments einschließlich Testungen der Hirnleistungsfähigkeit und Untersuchungen des Verhaltens und der emotionellen Befindlichkeit mit Hilfe von Schätzskalen
  • der geriatrischen Therapie von körperlichen und seelischen Erkrankungen einschließlich der Erstellung interdisziplinärer Therapiepläne und der Verlaufskontrolle
  • den speziellen pharmakodynamischen Besonderheiten und der Dosierung von Arzneimitteln, Medikamenteninteraktionen bei Mehrfachverordnungen unter besonderer Berücksichtigung von Compliance und der Medikamentenhandhabung im höheren Lebensalter
  • der altersadäquaten Ernährung und Diätetik
  • physio- und ergotherapeutischen, prothetischen und logopädischen Maßnahmen
  • Reintegrationsmaßnahmen und Nutzung externer Hilfen und sozialer Einrichtungen zur Wiedereingliederung unter Berücksichtigung von Multimorbidität und körperlich- seelischen Wechselwirkungen
  • der Hygieneberatung
  • der Anleitung eines interdisziplinären therapeutischen Teams
  • dem gezielten Einsatz von Akuttherapie und (Früh-)Rehabilitation unter Berücksichtigung ambulanter, teilstationärer und stationärer Versorgungsangebote und der qualifizierten Überleitung
  • der Beratung bezüglich sozialmedizinischer, pflege- und betreuungsrechtlicher Fragestellungen sowie besonderer Aspekte der Heilund Hilfsmittelverordnung
  • der Durchführung geriatrischer Konsile einschließlich Screening, geriatrischen Assessment und Festlegung eines vorläufigen Therapieziels
  • der Planung und Durchführung von strukturierter (Akut-)Diagnostik einschließlich geriatrischen Assessment bei Patienten mit
    • Sturzkrankheit
    • Hemiplegiesyndrom
    • Hirnleistungsstörung einschließlich der Differentialdiagnostik Delir,
    • Depression und Demenz
    • Inkontinenz
    • protrahierter Remobilisation
    • Tumorerkrankungen und nicht malignen Begleiterkrankungen
    • geriatrietypischen Syndromen und/oder chronischen Schmerzen