iStock_000004911759Medium(11.01.2013) Fünf große Aufgabenbereiche hat der Präsident der DGG, Prof. Dr. Ralf-Joachim Schulz, bei seiner Antrittsrede Mitte September 2012 auf dem DGG-Jahreskongress in Bonn umrissen: engere Netzwerke aufbauen, Nachwuchs gewinnen, die Finanzsituation der Geriater und der DGG sichern, das Fach wissenschaftlich und inhaltlich weiterentwickeln und die Kommunikation nach außen und innen weiter verbessern.

 

 

Herr Professor Schulz, welche Projekte ergeben sich 2013 aus den fünf Zielen, was möchte die DGG erreichen?
Prof. Schulz: Beginnen wir mit dem Bereich Netzwerke: Da ist zunächst die europäische Perspektive. Am 3. März wird sich die Strategiegruppe der European Union Geriatric Medicine Society (EUGMS) in Köln treffen, an den beiden kommenden Tagen können wir dann die Präsidenten aller europäischen geriatrischen Fachgesellschaften bei uns begrüßen. Weiter geht es vom 21. bis 23. März mit dem Gemeinsamen Österreichisch-Deutschen Geriatriekongress in Wien. Anfang April werden wir dann mit einem Stand und eigenen Veranstaltungen auf dem Internistenkongress 2013 in Wiesbaden für vier Tage dabei sein. Das ist besonders wichtig. Außerdem wollen wir kommendes Jahr eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Schmerztherapie im Alter mit der Deutschen Schmerzgesellschaft gründen und uns so weiter vernetzen.

Die wissenschaftliche und strukturelle Weiterentwicklung des Faches – was planen Sie?
Prof. Schulz: Das ist ein sehr großer Bereich. Ich nenne einige Stichpunkte. Wir werden die ersten Traumazentren gründen, Standards für Demenzstationen ausarbeiten und die Assessments in der Geriatrie überarbeiten und in Studien testen. Außerdem stehen neue Leitlinien auf dem Programm, zum Beispiel eine eigene Leitlinie zur Anämie und eine weitere zur chronisch lymphatischen Leukämie im Alter, Letztere zusammen mit den Onkologen/Hämatologen. Wir arbeiten außerdem an einem umfassenden Register laufender geriatrischer Studien in Deutschland. Ein solches Register wäre ein großer Schub für die Forschung und damit für unser Fach. Nur die Weiterentwicklung des Faches und seiner Strukturen sichert im Übrigen die ökonomischen Grundlagen der Geriater selbst.

Aber auch die Finanzsituation der DGG selbst stabil zu halten ist ein Ziel ...
Prof. Schulz: Richtig. Wir werben vermehrt um Mitglieder, gerade unter den jüngeren Kolleginnen und Kollegen. Eine neue Software wird in diesem Zusammenhang die Mitgliederverwaltung vereinfachen und effektiver gestalten. Außerdem haben wir eine Initiative gestartet, um mehr Firmen in den Förderkreis der DGG zu bekommen. Das lässt sich sehr hoffnungsvoll an.

Der Bereich Nachwuchs …
Prof. Schulz: … ist uns sehr wichtig. Zentral ist die Anerkennung des Facharztes für Innere Medizin und Geriatrie. Da haben wir alle Vorarbeiten geleistet. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin und der Berufsverband Deutscher Internisten unterstützen den Facharzt. Das erwarten wir jetzt dringend. Aber auch Studierende werden wir weiter ansprechen: Auf der Agenda stehen ein Lernzielplan für das Studium beziehungsweise das Praktische Jahr, Stipendien für unseren Jahreskongress in Hof und die weitere Verbreitung unseres Facebook-Auftritts, der  jeden Monat geriatrische Kasuistiken für Studierende vorstellt. Wichtig ist, die Geriatrie stärker in die Lehre zu integrieren, mehr Promovierende in das Fach zu ziehen und Förderprogramme für Junggeriater zu etablieren. Unter anderem dafür sind wir ja auch auf dem DGIM-Kongress in Wiesbaden. Außerdem hoffen wir, über unsere kostenfreie Famulaturbörse mehr Studierende möglichst früh im Studium für die Geriatrie zu interessieren.

Bleibt noch die Kommunikation nach außen und innen …
Prof. Schulz: Richtig. Hier haben wir schon 2011/2012 Wichtiges eingeleitet: Ich nenne nur die ZGG, die neue Internetseite, Newsletter, kontinuierliche Pressearbeit und Facebook für die Nachwuchsarbeit an den Fakultäten. 2013 wollen wir in den Fach- und Publikumsmedien noch präsenter sein, dafür werden wir einen Expertendienst zu wichtigen geriatrischen Themen aufbauen. Nach einer Schulung im Umgang mit den Medien wollen wir mit diesem Expertendienst an Redaktionen herantreten und Themen und Interviews anbieten. Es ist wichtig, dass die DGG als DER kompetente Ansprechpartner in allen Fragen der Altersmedizin wahrgenommen wird.