Alterstraumatologisches Zentrum ATZ(März 2015) Mehr Qualität in der Behandlung betagter Traumapatienten: Der Bundesverband Geriatrie hat unter Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) ein Zertifikat für Alterstraumatologische Zentren (ATZ) entwickelt. Erste Zertifizierungen sind bereits erfolgt.

Ziel ist, den spezifischen Bedürfnissen betagter Traumapatienten besser gerecht zu werden, indem geriatrischer und unfallchirurgischer Sachverstand effizient zusammenfließen. In dem neu geschaffenen Anforderungskatalog für ATZ werden die Grundlagen geschaffen, die der Zusammenarbeit beider Fachbereiche einen organisatorischen und qualitativ angemessenen Rahmen geben. Hierdurch entsteht eine besondere Kompetenz in der frühestmöglichen, auch prospektiven, fächerübergreifenden Wahrnehmung von Komplikationen und Risiken. Darüber hinaus steht die interdisziplinäre Zusammenarbeit des ärztlichen, pflegerischen, therapeutischen und sozialen Dienstes im Fokus.


Grundlage für die Zertifizierung zum ATZ

Der ATZ-Anforderungskatalog sowie eine darauf aufbauende Checkliste bilden die Grundlage für die Zertifizierung beziehungsweise die Audits vor Ort. Das gesamte Verfahren wird von unabhängigen Zertifizierungsgesellschaften und ohne Einfluss der herausgebenden Gesellschaften durchgeführt. Eine Re-Zertifizierungspflicht besteht nach drei Jahren, angelehnt an den Zyklus der ISO 9001, andernfalls läuft das Zertifikat ab.
Weitere Informationen zu Inhalten, Anforderungen, Kosten und Vorteilen des Zertifikats finden Sie auf www.alterstraumazentrum.de.

 


 
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FRANKFURTER ALLGEMEINE (21.02.2015)
"Verwirrtheit im Alter: Wenn nach der OP das Pflegeheim droht"

DEUTSCHES ÄRZTEBLATT (Ausgabe Februar/ 2015)
Evaluation eines Versorgungskonzepts für die Alterstraumatologie: Bestimmung der Krankenhausverweildauer und Mortalität in einer prospektiven Fallserie mit historischen Kontrollen

THE LANCET (04. Februar 2015)
Comprehensive geriatric care for patients with hip fractures: a prospective, randomised, controlled trial
Eine norwegische Untersuchung belegt die Überlegenheit einer umfassenden geriatrischen Behandlung gegenüber einer rein unfallchirurgischen Behandlung bei älteren Patienten mit hüftgelenknaher Fraktur:
Insgesamt 198 Patienten wurden bereits vom Aufnahmetag in der geriatrischen Abteilung behandelt; die Operation der hüftgelenknahen Fraktur erfolgte als konsiliarische Leistung durch Unfallchirurgen der Klinik. Einer ausschließlich unfallchirurgische Behandlung wurden 199 Patienten zugelost. Nach vier und auch nach 12 Monaten war die Beweglichkeit der geriatrisch behandelten Patienten besser als die der rein unfallchirurgisch behandelten Patienten; auch bei den Alltagsaktivitäten und bei anderen Parametern zeigten sich Vorteile der geriatrisch behandelten Patienten.
Hier geht es zur Zusammenfassung der Studie.