Stellungnahmen der DGG

Runzeldame iStock 000019040479(28.06.2016) Es ist ein Meilenstein. Ab dem 01.07.2016 bessern sich die Voraussetzungen, hochbetagte Patienten ambulant von einem auf Altersmedizin spezialisierten Arzt behandeln zu lassen. Denn am Freitag werden neue Gebührenordnungspositionen zur spezialisierten geriatrischen Versorgung in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Sprich: Ein geriatrisch qualifizierter Arzt kann seine erbrachten Leistungen ab sofort besser abrechnen! Schließlich bedarf ein sehr alter Patient besonderer Fürsorge und kostet den betreuenden Arzt entsprechend viel Zeit. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) begrüßt diese Entwicklung außerordentlich. Gleichzeitig warnt die Fachgesellschaft allerdings: Nur ein adäquat ausgebildeter Arzt kann mit seinem Fachwissen auch diese Leistungen erbringen. Die Überlegungen einiger Landesärztekammern, Hausärzte jetzt im Schnelldurchlauf zu Spezialisten für Altersmedizin auszubilden, wird die Versorgung Hochbetagter nicht verbessern. Im Gegenteil.

Sterbehilfe-Debatte(03.09.2015) Im Januar 2014 hat Bundesgesundheitsminister Gröhe eine gesetzliche Neuregelung der „Sterbehilfe“ angekündigt. Fraktionsübergreifend sind inzwischen von verschiedenen Abgeordneten mehrere Gesetzentwürfe vorgelegt worden, die derzeit im Deutschen Bundestag diskutiert werden. Im November 2015 soll die Abstimmung darüber erfolgen. In der Praxis betreffen die diskutierten Vorschläge in erster Linie ältere Menschen. Deshalb sieht sich der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) in der Pflicht, zur Sterbehilfe-Debatte insgesamt Position zu beziehen.

Palliativversorgung(25.03.2015) Meilenstein in der deutschen Palliativversorgung: In Berlin ist im Februar eine gemeinsame Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften veröffentlicht worden. Nach zweieinhalb Jahren intensiver Beratung in zahlreichen Arbeitsgruppen wurden die Ergebnisse nun auf 84 Seiten gebündelt und mehrere Empfehlungen an die Politik ausgesprochen.

„In der öffentlichen Diskussion hat das Thema Sterben und Tod in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen“, schreiben die Autoren. Jedoch bestehen in Deutschland „im internationalen Vergleich immer noch erhebliche Defizite in der Palliativversorgung, die vor allem durch eine nachhaltige Entwicklung der Forschung zur Palliativversorgung behoben werden können“.

iStock_000003522930Medium(26.02.2013) Mit einem gemeinsamen Positionspapier sind heute die DGG und der Bundesverband Geriatrie einer Darstellung neurologischer Rehabilitationskliniken in Nordrhein-Westfalen entgegengetreten, nach der die Frührehabilitation von älteren Schlaganfallpatienten in die Hand von Neurologen gehöre. Das geriatrische Positionspapier belegt dagegen deutlich, dass die Behandlung im Rahmen der Geriatrie in jedem Fall sachgerecht und für den Patienten vorteilhaft ist.

"Dieses Ergebnis ist leicht nachzuvollziehen, wenn man bedenkt, dass ein Großteil der gesundheitlichen Probleme beim alten Menschen nicht unmittelbar durch den Schlaganfall selbst, sondern durch die schlaganfallbedingten Auswirkungen auf die bereits bestehenden (zum Teil chronischen) Grunderkrankungen des Patienten entsteht. […] Das Auftreten dieser Krankheiten als Multimorbidität ist das klassische Handlungsfeld der Geriatrie", heißt es in der Stellungnahme von DGG und BV Geriatrie.

Die DGG vertritt die Auffassung, dass die Weiterbildung in Klinischer Geriatrie als Spezialität sich in eine Basisweiterbildung und Spezialweiterbildung gliedern sollte. Die Basisweiterbildung ist parallel zur internistischen Basisweiterbildung in anderen Schwerpunkten („common trunk“ Innere Medizin) zu sehen. Die spezielle Weiterbildung beinhaltet geriatrische Aspekte von Neurologie, Psychiatrie, Orthopädie, Intensivmedizin, Sozial- und Rehabilitationsmedizin, vor allem aber fundierte Geriatrische Weiterbildung. Gefordert wird eine Gesamtdauer von 6 Jahren Weiterbildung, die sich aus 2-3 Jahren Basisweiterbildung und 3-4 Jahren spezieller Weiterbildung zusammensetzen sollte.

(17.06.2010) Stellungnahme zum Ergänzungsauftrag Rivastigmin-Pflaster des Präsident-elect der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Herrn PD Dr. med. Werner Hofmann

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hat an der S3-Leitlinie der AWMF mitgewirkt und zum IQWIG-Bericht zu Memantine aus ärztlicher und klinischer Sicht bereits Stellung genommen. Der vorläufige Bericht/ Ergänzungsauftrag zum Rivastigmin-Pflaster und zu Galantamin sieht erneut eine formale, statistische Relevanzschwelle als Maß für eine Nutzenbewertung vor. Aus ärztlicher, klinischer und vor allem geriatrischer Sicht ist eine derartige, bloß formale Relevanzschwelle nicht zu akzeptieren, weil die Variabilität der Krankheitsverläufe mit zunehmendem Lebensalter und mit zunehmender Multimorbidität zunimmt. Als Geriater erkennen wir den "Nutzen" von Metaanalysen, evidenzgestützten Daten und statistischen Analysen nicht nur nicht an, sondern beteiligen uns aktiv z. B. an Leitlinienentwicklungen.

 

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(05.05.2006) Gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM), der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC), der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), und der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) zur Bonus-Malus-Regelung im Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG)

Am 1. Mai 2006 ist nach heftigen politischen Auseinandersetzungen das Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG) in Kraft getreten. Es soll die Gesetzliche Krankenversicherung jährlich um 1,3 Milliarden Euro entlasten. Vor allem die im Gesetz vorgeschlagene sog. Bonus-Malus-Regelung hat in den letzten Monaten für gesundheitspolitischen Streit gesorgt. „Die Regelung bedeutet im Kern“, wie die Financial Times Deutschland in einem Artikel vom 27.April 2006 („Niedergelassenen Medizinern drohen Strafen“) korrekt beschreibt, „das niedergelassene Ärzte, die einen bestimmten Verordnungsrahmen überschreiten, belangt werden. Sparen Sie dagegen bei ihren Verschreibungen, wird das honoriert.“

 

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