(19.08.2010) In Rostock/Greifswald wurde das Zentrum für integrierte Demenzversorgungsforschung im Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) eröffnet. Das Zentrum für integrierte Demenzversorgungsforschung ist eine Kooperation zwischen den Universitäten und Universitätskliniken Greifswald und Rostock und arbeitet wissenschaftlich eng mit dem DZNE zusammen.

Einer der Arbeitsschwerpunkt des Zentrums ist die Erfassung des tatsächlichen Gesundheitszustandes der Bevölkerung im Nordosten Deutschlands in Bezug auf Demenzerkrankungen. Dabei werden Patienten mit kognitiven Störungen über Hausarztpraxen erfasst, da aktuell nur ein Teil der Demenzerkrankungen tatsächlich erkannt wird. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Entwicklung neuer Versorgungsstrukturen. Im Mittelpunkt steht der Einsatz von speziell ausgebildeten Pflegekräften, so genannten „Dementia Care Managern“, die auf den Einzelfall zugeschnittene Beratung anbieten werden. Zum dritten geht es um die Bereitstellung neuester diagnostischer und therapeutischer Verfahren für die frühe Erkennung und bessere Behandlung von Demenzerkrankungen. Neben der medikamentösen Behandlung und der kognitiven Rehabilitation der Patienten steht dabei die Schulung von Angehörigen im Vordergrund.

Anlass für die verstärkten Bemühungen um eine verbesserte Behandlung von Demenzkranken sind Versorgungslücken, die gerade in Mecklenburg-Vorpommern zu verzeichnen sind. Sie resultieren aus einer sinkenden Zahl von Hausärzten vor allem im ländlichen Raum.