Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie freut sich über rund 600 Teilnehmer auf dem Jahreskongress vom 22. bis 24. September in Bad Bramstedt.

Infostand Bad Bramstedt(27.09.2011) Zum bislang größten Kongress der DGG begrüßte der Präsident der Fachgesellschaft, PD Dr. med. Werner Hofmann, die Mitglieder und Gäste am 22. September im Theatersaal des Klinikums Bad Bramstedt. „Wir freuen uns, dass die zahlreichen Anmeldungen uns bei der Wahl des Tagungsortes recht gegeben haben“, betonte er in seiner Begrüßung. Die Zukunft aus ärztlicher Sicht mit zu gestalten sei das grundsätzliche Programm und der Anspruch der Gesellschaft. Dazu habe die DGG verschiedene Initiativen gestartet. Achtmal im Jahr erscheine künftig die neue Medline gelistete „Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie“ mit dem Untertitel „European Journal of Geriatrics“ im Springer Verlag. „Das ist ein historischer Schritt für die deutschsprachige Geriatrie“, betonte auch Prof. Dr. med. Ralf-Joachim Schulz aus dem Vorstand der DGG und forderte die Mitglieder aller Fachgesellschaften auf, englischsprachige Originalarbeiten einzureichen.

Auf die immer weiter wachsende Bedeutung der Geriatrie wies der Bundesvorsitzende des Arbeiter-Samariter Bundes und Mitglied des Europäischen Parlamentes, Knut Fleckenstein, bei der Eröffnung des Kongresses hin. „Der Umgang mit dem demografischen Wandel wird in den nächsten Jahrzehnten […] eine der größten Herausforderungen für die europäische Bevölkerung sein“, sagte er. Die Europäische Kommission habe daher die Innovationspartnerschaft „Aktives und gesundes Altern“ initiiert. „Ich kann Sie nur auffordern, sich an den europäischen Forschungsprogrammen zu beteiligen“, so der Europaabgeordnete.


231 Key Note Speakers, Moderatoren, Vortrags- und Posterreferenten

Die Mitglieder und Gäste kamen zu einem umfangreichen und vielfältigen Programm in Bad Bramstedt zusammen. 231 Key Note Speakers, Moderatoren, Vortrags- und Posterreferenten stellten auf dem Kongress ihre Ergebnisse vor und diskutierten mit den Teilnehmern die aktuellen Entwicklungen und künftigen Herausforderungen in der Altersmedizin. Entsprechend dem Motto des Kongresses „Leben ist Bewegen“ war die Bewegungsförderung ein wichtiges Thema des Kongresses. Aktuelle internationale Studien bestätigen die Annahme, dass körperliche Betätigung und Bewegung das Auftreten nicht nur von Pflegebedürftigkeit, sondern auch der Demenz um Jahre hinauszögert. Auch Frührehabilitation in einer Geriatrie ist wirksam trotz schon bestehender Demenz. „Was bei Herzinfarktpatienten schon lange Standard ist, nämlich das Training in Herz-Sportgruppen, müssen wir auch für Demenzpatienten umsetzen“, so die Forderung der DGG.

Die Gerontotechnologie diskutierten die Teilnehmer als weiteres Zukunftsthema auf dem Kongress. „Bisher wird die Entwicklung überwiegend von den technischen Disziplinen betrieben, die Sicht der klinischen Anwender und der älteren Nutzer wurden bislang unzureichend berücksichtigt“, erläuterte PD Dr. Clemens Becker vom Robert-Bosch-Krankenhaus, Klinik für Geriatrische Rehabilitation in Stuttgart.

Preisverleihungen

Im Rahmen des DGG-Kongresses wurde der Rolf und Hubertine Schiffbauer Haupt- und Förderpreis verliehen. Empfänger des mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreises ist Dr. med. Michael Denkinger, Bethesda-Krankenhaus, Ulm, für seine im Journal of the American Geriatrics Society (JAGS) publizierte Arbeit „Relationship Between Fear of Falling and Outcomes of an Inpatient Geriatric Rehabilitation Population – Fear of the Fear of Falling“. Denkinger zeigte, dass überraschenderweise Sturzangst im Vergleich zu vielen anderen bekannten Parametern den stärksten Einfluss auf das Rehabilitationsergebnis hatte.

Den mit 2.500 Euro dotierten Förderpreis erhielt Dr. med. Eva Blozik, Geriatrie, Universität Bern. Ihre Arbeit unterstreicht die Bedeutung, Pflegekräfte in die Arzneimittelverordnung im Pflegeheim einzubeziehen.

Den mit 750 Euro dotierten ersten Posterpreis erhielt Dr. med. Ulrich Thiem, Marienhospital Herne und Ruhr Universität Bochum. Sein Poster trägt den Titel „Gesamtmortalität und Vitamin D bei älteren Patienten in der hausärztlichen Versorgung: Daten der getABI-Studie“. Den zweiten Posterpreis verlieh die DGG Dr. med. Tania Zieschang, Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg, für das Poster mit dem Titel „Hyponatremia and delirium in geriatric in-patients: outcome after 6 months“. Den dritten Posterpreis erhielt Dr. med. Julia Bollwein vom Institut für Biomedizin des Alterns, Nürnberg. Ihr Poster hat den Titel „Hängt Frailty mit der Menge und Verteilung von Nahrungsprotein zusammen?“