Hans und Ilse Breuer StiftungProf. Dr. Manuela Neumann erhält den mit 100.000 EUR dotierten Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung

(14.10.2011) Prof. Dr. Manuela Neumann  von der Universität Zürich hat den renommierten, mit 100.000 EUR dotierten Alzheimer-Forschungspreis der Frankfurter Hans und Ilse Breuer-Stiftung erhalten. Der Preis wurde anlässlich der Eibsee-Konferenz "Zelluläre Mechanismen der Neurodegeneration" nahe Garmisch-Partenkirchen zum siebten Mal in Folge verliehen und ist die höchst dotierte Auszeichnung für Alzheimer-Forschung in Deutschland.

Demenz und ALS – Proteine auf Abwegen

Die 1969 geborene Wissenschaftlerin erhält die begehrte Auszeichnung für bahnbrechende Erkenntnisse auf dem Gebiet der Frontotemporalen Demenz (FTD). Sie konnte nachweisen, dass es bei dieser Erkrankung zu Eiweißablagerungen im Gehirn kommt – ähnlich wie dies bei Alzheimer-Patienten beschrieben ist.  Ihr ist es gelungen, diese Verklumpungen zu isolieren und deren Hauptbestandteil zu identifizieren (ein Eiweiß namens TDP-43). Sie konnte zudem zeigen, dass auch bei der Amytrophen Lateralsklerose (ALS), einer weiteren furchtbaren und unheilbaren Nervenerkrankung, im Rückenmark der Patienten das gleiche Protein abgelagert wird. Ihre  Entdeckung unterstützt damit die Beobachtung vieler Ärzte, die immer wieder Ähnlichkeiten zwischen beiden Erkrankungen feststellten.
„Frau Professor Neumanns Beitrag kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Durch ihre Entdeckung ist die Erforschung dieser beiden Erkrankungen letztendlich erst ermöglicht worden. Sie hat mit großem persönlichem Einsatz weltweit ein explodierendes neues wissenschaftliches Feld eröffnet und damit auch den Grundstein gelegt für die Entdeckung therapeutisch wirksamer Zielmoleküle“, so Prof. Dr. Christian Haass von der Ludwig-Maximilians-Universität in München, Kuratoriumsmitglied der Hans und Ilse Breuer-Stiftung.

Manuela Neumann studierte Medizin in München und Göttingen. 1998 promovierte sie auf dem Gebiet der Prionen ("Rinderwahnsinn") an der Universität Göttingen und ist seit 2004 Fachärztin für Neuropathologie und seit 2008 Oberärztin und Gruppenleiterin an der Universität Zürich. Von 2005 bis  2006 ermöglichte ihr ein Stipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, im Labor von Prof. Virginia Lee an der Universität in Philadelphia zu arbeiten. Hier gelang ihr der große Durchbruch auf dem Gebiet der Frontotemporalen Demenz und der ALS. Prof. Dr. Manuela Neumann hat bereits mehrere wichtige Forschungspreise erhalten, unter anderem den Preis der Deutschen Hirnliga (2008) und den Christa-Lorenz-Preis für ALS Forschung (2010).


Über die Hans und Ilse Breuer-Stiftung

Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung wurde im Jahr 2000 vom Unternehmer Hans Breuer gegründet. Ein wichtiger Impuls für die Gründung der Stiftung ging von den leidvollen Erfahrungen aus, welche die Familie Breuer selbst mit der Alzheimer-Krankheit machen musste. Sowohl die Belastungen und Schwierigkeiten im Umgang mit der Krankheit und ihren Symptomen, als auch das Gefühl, ihr machtlos ausgeliefert zu sein, haben Hans Breuer und seine Familie dazu veranlasst, sich der Thematik anzunehmen und sich im Kampf gegen Alzheimer und andere
Demenzkrankheiten zu engagieren.
Die Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen entscheidend zu verbessern. Zweck der gemeinnützigen Stiftung ist es, exzellente wissenschaftliche Forschung im Kampf gegen die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzerkrankungen zu fördern und wissenschaftliche Netzwerke auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung zu unterstützen. Darüber hinaus fördert die Breuer-Stiftung zahlreiche Projekte aus den Bereichen Versorgung, Betreuung und Therapie, die wesentlich dazu beitragen, das Leben von demenziell Erkrankten und ihren Familienangehörigen zu erleichtern.


Weitere Informationen zur Hans und Ilse Breuer-Stiftung finden Sie auf der Website der Stiftung.