PD Dr, Werner Hofmann, Präsident der DGGZum neuen Versorgungsreport „Gesundheit im Alter“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO), sagte der Präsident der DGG, PD Dr. Werner Hofmann: „Geriatrische Behandlung wird zu vielen älteren Menschen vorenthalten. Geriatrie ist an nicht einmal zehn Prozent der medizinischen Fakultäten Deutschlands vertreten.“

(29.11.2011) Zum Thema Polymedikation und der Forderung des Reports, Ärzte sollten sich stärker an Leitlinien orientieren, sagte Hofmann: „Jeder Arzt sollte sich das evidenzgestützte Wissen von Leitlinien zunutze machen. Da aber einzelne Leitlinien in der Regel multimodale Empfehlungen für die gleichzeitige Gabe mehrerer Medikamente enthalten, provozieren gerade Leitlinien Polypharmazie und Multimedikation bei Mehrfach-Erkrankungen im Alter. Außerdem sind die wenigsten Medikamente für die Behandlung bei Älteren erforscht. Bis es Leitlinien für Multimorbidität gibt, ist es erforderlich, den Medikamenteneinsatz individuell zu gestalten. Ärztliche Qualitätszirkel können dabei eine wirksame Unterstützung bieten.“ Das Statement ist im Deutschen Ärzteblatt online erschienen.

Der Versorgungs-Report 2012 „Gesundheit im Alter“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO) wurde am Montag vorgestellt. Darin analysieren 42 Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen die ambulante und stationäre Versorgung, die Arzneimitteltherapie, Pflege, Prävention und Palliativmedizin unter dem Blickwinkel der alternden Gesellschaft. Ein Fazit des Reports ist laut WidO, dass Deutschland eine deutlich bessere geriatrische Qualifizierung der Gesundheitsberufe benötige.

 
Das Statement ist im Deutschen Ärzteblatt online nachzulesen: WidO-Versorgungs­report erwartet keine Explosion der Gesundheitskosten