(20.06.2012) Ein neues Angebot des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) zusammen mit der PMV-Forschungsgruppe der Universität Köln hat die DGG begrüßt. Das ZI stellt ab sofort in seinen monatlichen Berichten Kennzahlen zur Verordnung „Potenziell Inadäquater Medikation“ (PIM) für ältere Menschen zur Verfügung. „Das erhöht die Transparenz bei der Arzneimittelversorgung und kann so zu einer passgenauen Pharmakotherapie beitragen“, sagte der DGG-Präsident Dr. Werner Hofmann.

Grundlage der ZI-Auswertungen ist die PRISCUS-Liste mit 83 Wirkstoffen, die für ältere Menschen eine Gefährdung darstellen.

Das ZI berichtet in einem sogenannten Rx-Trendbericht monatlich über die Entwicklung sämtlicher bundesweit zu Lasten der Krankenkassen erfolgten Arzneimittelverordnungen. Der Rx-Trendbericht enthält jetzt auch Auswertungen zu PIM.


8,7 Millionen Packungen der PRISCUS-Wirkstoffe verordnet

Von Januar bis November 2011 wurden in Deutschland 8,7 Millionen Packungen der PRISCUS-Wirkstoffe an Patienten verordnet, die 65 Jahre und älter sind. Der Verordnungsanteil und die verordnete Menge in Tagesdosen (DDD) sind jedoch seit Jahren rückläufig: Betrug der Verordnungsanteil bei Patienten im Alter von mindestens 65 Jahren im 1. Quartal 2009 noch 4,3 Prozent, so waren es im 3. Quartal 2011 3,5 Prozent. „Die verbesserte Bereitschaft, sich mit der Risiko-/Nutzenabschätzung von Arzneimitteln zu befassen, hat zur Folge, dass Hausärzte Medikamente individueller einsetzen. Geriater beobachteten, dass ältere Menschen eher das richtige, speziell für sie zugeschnittene Medikament erhalten“, erläuterte Hofmann.