iStock_000008657151Large(17.04.2013) Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) wächst: an Mitgliedern, an Projekten und an Bedeutung. Und sie fokussiert ihre Anstrengungen. Auf der Agenda stehen unter anderem eine bessere Strukturierung der Fachgesellschaft, Netzwerkbildung, Nachwuchsförderung, die inhaltliche Weiterentwicklung des Faches sowie die Kommunikation nach außen und innen. DGG-Präsident Prof. Dr. Ralf-Joachim Schulz aus Köln erläutert die Details.

Die inhaltliche und wissenschaftliche Weiterentwicklung des Faches ist das Kernstück der aktuellen Agenda der DGG. „Sie liegt uns natürlich besonders am Herzen“, so DGG-Präsident Ralf-Joachim Schulz. „Auf diesem Fundament bauen wir alles Weitere auf.“ So hat sich die DGG für 2013 vier Arbeitsschwerpunkte gesetzt:

  • Assessments in der Geriatrie
  • Gerontotraumatologie
  • Demenz im Krankenhaus und
  • Polymedikation.

Außerdem stehen neue Leitlinien auf dem Programm, zum Beispiel eine eigene Leitlinie zur Anämie und eine weitere zur Chronisch Lymphatischen Leukämie im Alter. Letztere wird zusammen mit den Onkologen/Hämatologen erstellt. „Natürlich gibt es noch mehr Bereiche, an denen die DGG arbeitet“, weiß der Präsident und verweist auf die Homepage der DGG: Alle Arbeitsgruppen und ihre Leiter sind unter www.dggeriatrie.de/dgg/arbeitsgruppen als Ansprechpartner aufgelistet.

Sich zusammen für gemeinsame Ziele einsetzen.

Netzwerke ausbauen. Das ist ein weiteres großes Ziel der DGG in den kommenden Jahren. Präsident Ralf-Joachim Schulz erläutert: „Da ist zunächst die europäische Perspektive. Die DGG hat die Arbeit in der European Union Geriatric Medicine Society (EUGMS) verstärkt und vertritt ihre Interessen im Full Board der Gesellschaft. Auch durch unsere Mitgliedschaft in der Strategiegruppe der EUGMS gestalten wir die künftige Arbeit der EUGMS mit.“ Besonders eng arbeitet die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie hier mit den anderen beiden deutschsprachigen Fachgesellschaften zusammen – mit der schweizerischen SFGG und der österreichischen ÖGGG. Im März 2013 gab es den gemeinsamen Kongress in Wien, im vergangenen September bereits luden alle drei Gesellschaften zum großen gemeinsamen Kongress nach Bonn.

In Deutschland arbeitet die DGG zudem eng mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) zusammen, die Geriatrie hat in der DGIM eine eigene Sektion. Vorgesehen ist, dass die Rolle und die fachliche Kompetenz der Arbeitsgemeinschaften organisatorisch mehr exponiert werden. Die Arbeitsgruppenleiter übernehmen dabei gezielt repräsentative und fachliche Aufgaben im Dialog mit anderen Organisationen und der Presse. Auch im Prozess der internen Fortbildung sollen sie mehr Mitsprache erhalten.

Die Nachwuchsförderung ist von zentraler Bedeutung.

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin und der Berufsverband Deutscher Internisten unterstützen mit Nachdruck den Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie. „Das ist uns sehr wichtig“, so Präsident Schulz. „Für unsere Nachwuchsförderung ist die Anerkennung des Facharztes zentral. Da haben wir alle Vorarbeiten geleistet. Den Beschluss erwarten wir jetzt dringend.“
Aber auch Studierende werden von der DGG gezielt angesprochen und gefördert. Auf der Agenda stehen Stipendien für den kommenden Jahreskongress in Hof im September 2013 und die weitere Verbreitung des DGG-eigenen Facebook-Auftritts. „Dort stellen wir unter anderem jeden Monat eine neue geriatrische Kasuistik für Studierende vor“, wirbt Schulz dafür, die Seite seiner Fachgesellschaft aufzusuchen. „Gleichzeitig sammeln wir Hinweise auf interessante Zeitungsberichte aus der Medizin und Geriatrie, geben neu ausgeschriebene Stipendien oder Förderpreise bekannt oder auch einmal Spannendes oder Kurioses aus dem Klinik- oder Studienalltag.“ Um den Kanal lebendig zu halten, arbeiten hier bereits Studierende und Geriater in der Klinik Hand in Hand.

Wichtig ist der DGG zudem, die Geriatrie stärker in die Lehre zu integrieren. Mehr Promovierende sollen für das Fach begeistert und mehr Förderprogramme für Junggeriater etabliert werden. „So hoffen wir zum Beispiel, über unsere kostenfreie Famulaturbörse mehr Studierende möglichst früh im Studium für die Geriatrie zu interessieren“, sagt Präsident Ralf-Joachim Schulz. „Auch diese finden Interessierte auf unserer Homepage – direkt auf der Startseite.“

Geplant ist bis Juni 2014, die nationalen Lernzielkataloge zu verabschieden. Die DGG hat darum nicht nur zwei Delegierte nominiert, sondern auch eine Arbeitsgruppe geschaffen.

Besser informieren – nach außen wie nach innen.

Über die Aufbruchstimmung in der DGG und das Fortschreiten der gesetzten Agenda möchte die DGG auch transparent informieren. „Jeder Schritt, jede Maßnahme, jeder Baustein muss von unseren Mitgliedern schließlich bewusst mitgetragen werden“, ist Präsident Ralf-Joachim Schulz überzeugt. „Wir sind Sprachrohr für mittlerweile rund 2.000 Mitglieder.“
Die Kommunikation nach innen wurde so bereits seit dem Jahr 2011 grundlegend verändert. „Ich nenne nur unsere neue überarbeitete wissenschaftliche Zeitschrift ZGG, die neue Internetseite, den monatlichen E-Mail-Newsletter und unseren Stellenmarkt“, so Schulz. 2012 kamen Facebook und YouTube als eigene Kanäle für die Kommunikation mit interessierten Nachwuchskräften hinzu.

Die Presse, und damit die Öffentlichkeit, wird durch kontinuierliche Pressemeldungen über Themen wie „Demenz im Krankenhaus“, „Multimedikation“ oder „Impfen im Alter“ informiert. Parallel steigen durch die verstärkte Medienpräsenz auch die direkten Anfragen von Funk, Fernsehen und Printmedien in der Pressestelle der DGG.