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(25.03.2015) Nach der Auflösung des Dachverbandes der Gerontologischen und Geriatrischen Gesellschaften Deutschlands e.V. (DVGG): Gründung des Förderpreises „Förderpreis zur Förderung der wissenschaftlichen interdisziplinären Altersforschung“

Am 26.09.2014 fand die ordnungsgemäße, jährliche Mitgliederversammlung des Dachverbandes der gerontologischen und geriatrischen Gesellschaften (DVGG) statt. Über den genauen Verlauf gibt das beiliegend nachzulesende Protokoll zur Mitgliederversammlung Auskunft. Wichtigster und gleichzeitig einziger Tagesordnungspunkt, außer Formalien und Regularien war TOP 8 bezeichnet mit: „Antrag Auflösung des Vereins DVGG“. Vorausgegangen waren in den letzten Jahren die Diskussionen über die Sinnhaftigkeit eines Dachverbandes.

Dabei wurde nicht die substantielle Arbeit, sondern im Wesentlichen zahlreiche politische Implikationen auch Befindlichkeiten, die in den letzten Jahren im Präsidium der Mitgliedsgesellschaften entstanden, berührt. Nichts desto trotz ist der Zweck des Dachverbandes i.e. die Förderung der interdisziplinären gerontologischen geriatrischen Zusammenarbeit der beteiligten Fachgesellschaften, die entweder als Vollmitglieder, als informierte Gäste oder sonstige Mitglieder dem Dachverband angehörten oder mit ihm korrespondierten nach wie vor aktuell, aber nach Austritt der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vor vier Jahren war aus Sicht der verbliebenen Beteiligten eine Wahrnehmung der integrativen Aufgaben schwierig geworden.

Zwar hat die DGGG weiterhin an den Mitgliederversammlungen – als Gast – teilgenommen, eine Unterstützung der Verbands-Arbeit war jedoch aus vielerlei Gründen nur sehr bedingt gegeben. 2013 unmittelbar vor der Mitgliederversammlung erfolgte der Entzug der Mandatschaft für alle bisherigen Delegierten seitens des Präsidiums der DGG, das seinerseits geschlossen den Deligiertenstatus übernahm, sodass die ohnehin immer wieder diskutierte Umgestaltung des Vereins nach unserem Dafürhalten nun in die zwingende Auflösung des Verbandes übergehen musste.

Auf Anraten des Präsidiums des DVGG, insbesondere der Vorsitzenden Wöstmann und Kolb war die Stiftung eines Preises „Förderpreis zur Förderung der wissenschaftlichen interdisziplinären Altersforschung“ am ehesten geeignet, die ursprüngliche Idee des Dachverbandes in Zukunft fortzuführen, damit nicht nur die sinnvollste, sondern auch die würdigste Art eine aus unterschiedlichen Gründen seit seiner Gründung am 17. Juni 2002 immer wieder umstrittene Existenz eines Dachverbandes zu beenden und unter allen möglichen Lösungen die beste. Durch das Vermögen des Dachverbandes, das durch eine großzügige Spende (10.000,00 €) der Firma Medac bereits im Hinblick auf den einzurichtenden Preis auf insgesamt 27.000,00€ erhöht wurde, wird ab voraussichtlich 2015 anlässlich der Jahreskongresse der DGG dieser Preis zu vergeben sein.

Somit gilt: finis DVGG, aber vivat Förderpreis.

Eine weitere nicht zu unterschätzende Aufgabe des bisherigen Dachverbandes, die in Zukunft z. B. durch die DGG alleine oder im geregelten Verbund mit den anderen Fachgesellschaften wahrgenommen werden muss, ist der Kontakt zu wichtigen Laienorganisationen wie z. B. der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO).

Wir haben in der Vergangenheit lernen müssen, dass z. B. Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften nur dann bezüglich Ihrer wichtigen Aussagen ihren Weg in die Öffentlichkeit finden, wenn das Thema durch Verbände wie der BAGSO aufgegriffen und in die seriöse Laienpresse gebracht wird.

Wir haben zu akzeptieren, dass aufgrund ihrer enormen Mitgliederzahlen politisch relevante Laienverbände für die in Zukunft immer wichtiger werdende Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Gerontologie und Altersmedizin von essentieller wenn nicht gar von überlebenswichtiger Bedeutung sein wird.

Abschließend sollen die aus der Arbeit des Dachverbandes hervorgegangenen wichtigsten Publikationen genannt werden:

Kolb G, Rehmann P, Karbe-Voigt N, Wöstmann B. Are old patients not fit for clinical trials, or do clinical trials not fit to old patients? – A survey in 35 pharmaceutical companies-. European Geriatric Medicin (EGM), eingereicht Dezember 2014

Hoff A, Kolb G (2014) Akademische Aus- und Weiterbildung in der Gerontologie und Geriatrie (Geriatrie in Studium und Weiterbildung). 26. Deutscher Geriatriekongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e. V. 24.-27. September 2014, Halle

Ekdahl A, Fiorini A, Maggi S, Pils K, Michel JP, Kolb G (2012) Geriatric Care in Europe – the EUGMS Survey Part II: Malta, Sweden and Austria. European Geriatric Medicine (EGM) 3(6):388-391    

Kolb G, Andersen-Ranberg K, Cruz-Jentoft A, O’Neill D, Topinkova E and Michel J. P. on behalf of the EUGMS (European Union Geriatric Medicine Society) Academic Board (2011) Geriatric Care in Europe – the EUGMS Survey Part I: Belgium, Czech Republic, Denmark, Germany, Ireland, Spain, Switzerland, United Kingdom. European Geriatric Medicine (EGM) 2(5):290-295    

Kolb G (2009) Versorgungsdichte mit geriatrischer Fachkompetenz in Deutschland. G Kolb für und im Auftrag des Dachverbandes der Gerontologischen und Geriatrischen Gesellschaften Deutschland e. V. (DVGG). Euro J Ger 11;11-13

Oswald WD, Kolb G, Wöstmann B (2007) Co-Editorial: Nur gemeinsam sind wir stark. Euro J Ger 9;1:5    
    
Kolb G (2006) Ergebnisse der Mitgliederbefragung zu einer Kooperation zwischen Deutscher Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) Euro J Ger 8;3:182    

Kolb G mit Vorstand DGG (2005) Mitgliederbefragung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie zur akademischen Situation, Studentenunterricht und zur Situation der Weiterbildung im Fachgebiet. Euro J Ger 7;4:239-248 (Teil 1 - 3)    

Kolb G im Auftrag des Vorstandes der DGG (2006) Unterricht Q7 (Medizin des Alterns und des alten Menschen) an 36 deutschen medizinischen Falkultäten: Anschriften, Stunden-Zahlen, Unterrichtsorganisation. Euro J Ger 8;4:236-244 (Teil 4)    

Korrespondenzadresse:
Gerald Kolb, Prof. Dr. Dr.
Bonifatius Hospital
Fachbereich Geriatrie
Wilhelmstr. 13
49808 Lingen (Ems)
Tel: 0591-9101501
Fax: 0591-910971501
Email: gerald.kolb@hospital-lingen.de

 

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