Leitlinien Ernährung bei Demenz(22.12.2015) Unter Federführung von Prof. Dr. Dorothee Volkert, Professorin für Ernährung im Alter am Institut für Biomedizin des Alterns an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, hat eine international besetzte Autorengruppe der Europäischen Fachgesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN) die weltweit erste evidenzbasierte Leitlinie zum Umgang mit Ernährungsproblemen bei Demenz publiziert.

In 26 konsentierten Empfehlungen werden wichtige Hinweise zu diesem Thema gegeben. 
Hierbei wird betont, dass die Berücksichtigung und Optimierung der Ernährungssituation integraler Bestandteil der medizinischen Versorgung von Demenzkranken sein soll. Dazu bedarf es eines regelmäßigen Screenings auf Mangelernährung und einer frühen Intervention, wenn Probleme mit der Ernährung auftreten. Hierbei werden als Basismaßnahmen empfohlen, potentielle Ursachen von Mangelernährung zu identifizieren und zu eliminieren und ansprechende Mahlzeiten in einer angenehmen Umgebung anzubieten. Einzelne Nährstoffe sollen nur zum Ausgleich eines erwiesenen Mangels supplementiert werden.
Bilanzierte Trinknahrung soll ggf. ergänzend zu diesen Maßnahmen zur Verbesserung des Ernährungszustandes eingesetzt werden. Künstliche Ernährung wird allerdings nur bei leichter und mittelschwerer Demenz als passagere Maßnahme zur Überwindung einer Krisensituation empfohlen. Bei fortgeschrittener Demenz wird diesbezüglich zu großer Zurückhaltung geraten – wenngleich jede Entscheidung individuell unter Berücksichtigung von Nutzen, Patientenbelastung und Risiko getroffen werden muss.

Den kostenlosen Volltext der Leitlinie finden Sie im ESPEN-Leitlinienverzeichnis.

pdf file


Oder laden Sie hier direkt die Leitlinie als PDF herunter.