Die Kongresspräsidenten Univ.-Prof. Dr. med. Steffen Ruchholtz und PD Dr. med. Rupert Püllen (v.l.n.r.)(24.03.2016) Die Alterstraumatologie hat sich mittlerweile zur wichtigen Subdisziplin sowohl in der Unfallchirurgie als auch in der Geriatrie entwickelt. Dies verdeutlicht auch die sehr positive Bilanz des gemeinsamen Alterstraumatologie-Kongresses in Marburg: Mehr als 500 Teilnehmer zählten die Veranstalter an beiden Kongresstagen. „Der enorme Zuspruch des Kongresses unterstreicht die Bedeutung der Thematik und die Qualität des wissenschaftlichen Programms“, so DGG-Präsident PD Dr. Rupert Püllen, der als einer von zwei Kongresspräsidenten das Programm weitestgehend mitbestimmte. So hat sich der von DGG und DGU gemeinsam ausgerichtete Alterstraumatologie-Kongress zu DER Plattform zum Austausch über den aktuellen Wissensstand in der Alterstraumatologie für den deutschen Sprachraum entwickelt.

„Wir konnten in diesem Jahr mehr als 100 Teilnehmer gegenüber 2014 gewinnen“, bilanziert Püllen. „Die Entwicklung zeigt in die richtige Richtung. Ich bin wirklich sehr zufrieden!“ Desweiteren erklärte der Chefarzt aus Frankfurt: „Ich denke, dass Geriater wie Unfallchirurgen nach dem Kongress mit dem Gedanken nach Hause gegangen sind ’Ja, das hat sich gelohnt!’ – und das freut einen Kongresspräsidenten natürlich sehr!“

Mehr als 50 Experten verschiedener Fachrichtungen aus dem In- und Ausland

Ungeachtet der Tatsache, dass noch nicht alle berufspolitischen Fragen abschließend geklärt sind, wurde der Kongress unter Beteiligung der unfallchirurgischen und geriatrischen Fachgesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz als interdisziplinäres und internationales Forum in Marburg veranstaltet. „Der fachliche Austausch untereinander, das wurde sehr deutlich, wurde als sehr bereichernd wahrgenommen“, betont Püllen. "Auch die Vorbereitung des Kongresses und die Zusammenarbeit mit Professor Ruchholtz und seinem Team habe ich als sehr entgegenkommend empfunden. Das war wirklich Kooperation auf Augenhöhe!“

Mehr als 50 Experten der verschiedenen Fachrichtungen aus dem In- und Ausland, größtenteils Lehrstuhlinhaber und habilitierte Kollegen, gestalteten als Referenten und Vorsitzende das wissenschaftliche Programm mit Übersichtsreferaten, Fallvorstellungen und einer Podiumsdiskussion. Begleitend fanden Postersessions und verschiedene Workshops statt.

Rege Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der gemeinsamen unfallchirurgisch-geriatrischen Behandlung

Eröffnet wurde der wissenschaftliche Teil des Kongresses mit einer Sitzung über die Möglichkeiten und Grenzen der gemeinsamen unfallchirurgisch-geriatrischen Behandlung. Zudem wurde der Frage nachgegangen, welches interdisziplinäre Behandlungsmodell – geführt durch einen Geriater oder einen Unfallchirurgen – den größeren Benefit verspricht. Dazu wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter Einbindung des Publikums lebhaft diskutiert.

Hierbei zeigte sich erneut, dass wesentliche Probleme eher im Bereich der ausgewogenen finanziellen Rückvergütung an die involvierten Abteilungen bestehen, nicht aber im Konsens, dass nur ein interdisziplinärer therapeutischen Ansatz den richtigen Weg für geriatrisch-traumatologische Patienten verspricht.

Geriatrie für Unfallchirurgen und Unfallchirurgie für Geriater

Auf großes Interesse stieß am ersten Kongresstag das neue Sitzungsformat „Geriatrie für Unfallchirurgen“ und „Unfallchirurgie für Geriater“. Dabei konnten dem jeweils Fachfremden wichtige Grundlagen für die Behandlung des geriatrischen Traumapatienten vermittelt werden.

Ein weiteres Highlight des Kongresses war der Vortrag von Dr. Collin Currie aus Schottland, der sich seit über 25 Jahren dem Aufbau und der Entwicklung des weltweit größten Registers proximaler Femurfrakturen widmet, und damit international als ausgewiesener Experte gilt.

Eine Fortsetzung dieses erfolgreichen Kongressformats ist für das Jahr 2018 in Aachen vorgesehen.

Über den Alterstraumatologie-Kongress 2016 in Marburg:

Nach den Vorgängern 2012 in Karlsruhe und 2014 in Stuttgart fand in diesem Jahr bereits der 3. Alterstraumatologie Kongress statt. Die Kongresspräsidenten Professor Steffen Ruchholtz aus Marburg und PD Dr. Rupert Püllen aus Frankfurt begrüßten unter dem Motto  „Gemeinsam handeln, Mobilität bewahren, Lebensqualität erhalten“ die Teilnehmer aus Unfallchirurgie, Geriatrie und Physiotherapie im Kongresszentrum in Marburg.

Impressionen Alterstraumatologie Kongress 2016 in Marburg

Impressionen Alterstraumatologie-Kongress 2016 in Marburg

Impressionen Alterstraumatologie Kongress 2016 in Marburg