Palliativversorgung(25.03.2015) Meilenstein in der deutschen Palliativversorgung: In Berlin ist im Februar eine gemeinsame Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften veröffentlicht worden. Nach zweieinhalb Jahren intensiver Beratung in zahlreichen Arbeitsgruppen wurden die Ergebnisse nun auf 84 Seiten gebündelt und mehrere Empfehlungen an die Politik ausgesprochen.

„In der öffentlichen Diskussion hat das Thema Sterben und Tod in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen“, schreiben die Autoren. Jedoch bestehen in Deutschland „im internationalen Vergleich immer noch erhebliche Defizite in der Palliativversorgung, die vor allem durch eine nachhaltige Entwicklung der Forschung zur Palliativversorgung behoben werden können“.

PD Dr. Mathias Pfisterer vom Zentrum für Geriatrie am AGAPLESION Elisabethenstift Darmstadt, der an dem Papier mitgearbeitet hatte, bezeichnet dieses als großen Schritt für die Altersmedizin.

„Wenn Experten und Interessensgruppen eine gemeinsame Stimme finden, erhöht sich die Chance, dass die Politik wirklich zuhört“, sagt er. „Wir müssen die Belange der alten Menschen nach vorne bringen. Gerade wenn es um die Palliativversorgung alter, nicht-onkologischer Menschen in Senioren- und Pflegeheimen geht, gibt es noch viel Luft nach oben.“

Deutschland muss an internationales Niveau anschließen.

Drei Forderungen sprechen die Experten in der Stellungnahme aus:

1. Eine für ganz Deutschland gleichwertige, einheitliche, flächendeckende und im Gegensatz zur gegenwärtigen Situation für alle Betroffenen zugängliche Versorgung mit hoher Qualität.

2. Eine für ganz Deutschland verpflichtende lückenlose Finanzierung der tatsächlichen Kosten einer wissenschaftsbasierten Palliativversorgung in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und in der häuslichen Umgebung.

3. Eine auf wissenschaftlicher Grundlage beruhende Versorgung aller Betroffenen in Deutschland. Aus diesem Grund ist die Evidenzlage in der Palliativversorgung in Deutschland nachhaltig zu entwickeln.

Um das Niveau von auf diesem Gebiet führenden Ländern wie den USA, Großbritannien oder Schweden zu erreichen, fordern die Experten einen Paradigmenwechsel in der Palliativversorgung hin zu einer wissenschaftsbasierten Disziplin, was eine angemessene Förderung palliativmedizinischer Forschung voraussetzt. Hierfür sei die Entwicklung einer eigenständigen nationalen Strategie nötig.

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