Quo vadis Geriatrie web(13.09.2013) Vier große Ziele will die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) im nächsten Jahr weiter verwirklichen. „Vordringliches Ziel ist es, endlich den Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie deutschlandweit zu etablieren. Weiter wollen wir uns auf die Nachwuchs-Arbeit und -Ausbildung konzentrieren,“ gibt der Präsident der DDG, Professor Ralf-Joachim Schulz, den Kurs der Fachgesellschaft vor. Ziel Nummer drei lautet: weitere Kooperationen eingehen! Als gutes Beispiel nennt Schulz die kürzlich angestoßene Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Und schließlich will er die mediale Präsenz verstärken, um die vielfältigen Aspekte der Geriatrie und auch der Fachgesellschaft noch sichtbarer zu machen.

 

 

Alles steht auf Wachstumskurs.

Die Zahl der Fachabteilungen für Geriatrie und damit auch die Bettenzahl ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Das reicht jedoch nicht aus, um dem rapide steigenden Bedarf geriatrischer Patienten gerecht zu werden. Ein Schritt in Richtung bessere Versorgung von Hochbetagten geht der in Nordrhein-Westfalen verabschiedete Krankenhausplan NRW 2015. Dieser schreibt vor, zukünftig den geriatrischen Versorgungsbedarf von Notaufnahme-Patienten über 75 Jahren mithilfe eines Screenings zu ermitteln. An der Erarbeitung dieses Konzeptes haben auch Vertreter der DGG mitgewirkt.

Geriater bauen weiter am „Mehrgenerationen-Haus DGG“

Essentiell für die Fachgesellschaft ist die Nachwuchsförderung. „Wir werden alle bisherigen Aktivitäten weiterführen, wie zum Beispiel die Ausschreibung von Kongressstipendien und Förderpreisen“, sagte Präsident Schulz gestern bei seiner Eröffnungsrede auf dem 25. Deutschen Geriatriekongress in Hof. Seit Juni 2013 ist die DGG im Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMMP) vertreten und entscheidet mit, was für den Arzt von morgen wichtig ist. Darüber hinaus arbeitet die Fachgesellschaft seit kurzem bei dem Nationalen Kompetenzlernzielkatalog (NKLM) für die medizinische Ausbildung mit. Ziel ist, das Thema Altern in jedem Kompetenzfeld des Lernzielkataloges zu etablieren. So kommen junge Menschen bereits frühzeitig mit dem Arbeitsfeld der Geriatrie in Kontakt.
Weiter soll der Besuch des Jahreskongresses für junge Ärzte und Assistenzärzte in geriatrischer Ausbildung noch attraktiver werden. „Hier werden wir vermehrt spezielle praktische Fortbildungsmodule anbieten“, erklärte Schulz. Auch der eingeschlagene Weg, über „junge“ Kanäle wie die DGG-Website, YouTube, Facebook und Co. zu kommunizieren, hat sich bewährt und wird nicht nur von den „jungen“ Geriatern genutzt.

DGG goes Europe

Die DGG arbeitet bereits seit längerem mit der europäischen Fachgesellschaft für Geriatrie (EUGMS) zusammen. Seit 2013 ist sie in der Strategiegruppe der EUMGS vertreten. „Damit entscheiden wir mit“, erläutert Schulz, „welche Schwerpunktthemen europaweit in der Geriatrie weiterentwickelt werden und welche Kernkompetenzen der Geriater europaweit haben soll.“
Das Motto muss sein, dass die Fachgesellschaft weiter junge Mitglieder begeistert und gewinnt, Schnittstellen zu anderen Fachgebiete definiert, das eigene Profil dabei weiter schärft und so die gesellschaftliche Herausforderung annimmt.


(Foto von links nach rechts: DGG-Präsident Prof. Ralf-Joachim Schulz und Kongresspräsident Prof. Hans Jürgen Heppner. Neben ihnen das Spendenplakat "Altersmedizin – das geht uns alle an" mit dem die DGG erstmals Spendengelder von Patienten Angehörigen einwerben möchte.)