Jahrgang 2010

Icon_Schrift(05/2010) Am 8. September 2010 präsentierten die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, die Bundesärztekammer und der Deutsche Hospiz- und Palliativverband in Berlin die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“. Sie stellt den Ist-Zustand in der Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland dar und verbindet dies mit Handlungsoptionen und einer Selbstverpflichtung für die Zukunft.


Rund 200 Expertinnen und Experten beteiligten sich an der Erarbeitung der Charta, die in die internationale Initiative „Budapest Commitments“ eingebettet ist. „Das Thema Sterben gehört zum Leben, es darf nicht verdrängt oder ausgeklammert werden, sondern gehört in die Mitte der Gesellschaft“, hob Prof. Dr. Christof Müller-Busch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, bei der Vorstellung hervor. „Trotz aller medizinischen Fortschritte und Aussichten, das Leben länger und besser zu gestalten, müssen wir uns auch vergegenwärtigen, dass in Deutschland über 800.000 Menschen, das ist ein Prozent der Bevölkerung, jährlich sterben - und dies unter ganz unterschiedlichen Bedingungen. Weder in der Gesundheits- noch in der Sozialpolitik, weder bei den Bildungsausgaben noch in der öffentlichen Kommunikation wird ein Sterben in Würde, werden Tod und Trauer explizit bzw. angemessen berücksichtigt.“

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PD Dr. med. Werner Hofmann(05/2010) Im Rahmen des 5. gemeinsamen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG) haben die Mitglieder der DGG einen neuen Vorstand gewählt. Das GERIATRIE JOURNAL sprach mit dem Präsidenten PD Dr. Werner Hofmann über die anstehenden Aufgaben.


GJ: Herr Dr. Hofmann, vor zwei Jahren sind Sie zum Präsident elect der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) gewählt worden. Was waren Ihre Beweggründe, für dieses Amt zu kandidieren?

Hofmann: Schon als junger Assistenzarzt der Inneren Medizin interessierten mich die interdisziplinären Tagungen der damaligen Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) sehr. Vor 25 Jahren habe ich lebhaft miterlebt, wie sich daraus das Gebiet der Geriatrie als selbstständige berufliche und wissenschaftliche Ausrichtung nach und nach etablierte. Mein Ziel ist, den Weg dieses neuen und jungen Fachgebiets, das sich auf dem Boden der Inneren Medizin entwickelt, weiter voran zu treiben.

Icon_SchriftInterview mit Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr

Icon_SchriftProf. Dr. med. Werner Vogel(03/2010) Hightech-Forschung und -Medizin sind wichtige Bestandteile unseres Gesundheitssystems. Genauso wichtig ist jedoch die disziplinübergreifende Vernetzung dieses Wissens. Das GERIATRIE JOURNAL sprach mit Prof. Werner Vogel über Geriatrie und die multidisziplinäre Zusammenarbeit in der geriatrischen Therapie.

GJ: Professor Vogel, welchen Stellenwert hat Geriatrie heute in unserer Gesellschaft?

Vogel: Einen hohen, einen sehr hohen sogar und er wird weiter wachsen, weil die demographische Entwicklung und die medizinische Entwicklung es fordern. Die Leute werden älter und sie werden mit
heutigen Methoden altersspezifisch behandelt. Also wird allein von der Zahl der Betroffenen oder potentiell Betroffenen die Bedeutung zunehmen. Aber es gibt noch einen zweiten Aspekt. Fast alle Krankheiten treten im Alter gehäuft auf und die Medizin erfährt derzeit dramatische Entwicklungen im Bereich molekularbiologische Medizin, Immunologie und Onkologie, um nur einige zu nennen. In der Mikrochirurgie wagt man sich immer weiter vor, größere Tumore und auch Herzkrankheiten werden bei immer älteren Patienten operiert.