Der neu gewählte DGG-Vorstand

(26.10.2016) Neuer Vorstand, neue Ziele. Die Altersmedizin ist in Bewegung: „Wir leben in einer spannenden Zeit, die Geriatrie befindet sich im Aufwind und ich habe große Lust, diesen Bereich aktiv mitzugestalten“, sagt Prof. Dr. Jürgen M. Bauer aus Heidelberg, neu gewählter Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG). In den kommenden zwei Jahren will er mit den Mitgliedern der Fachgesellschaft die Altersmedizin weiter nach vorne bringen. Im Rahmen der DGG-Mitgliederversammlung Anfang September in Stuttgart sind neben Bauer fünf weitere Vorstandsmitglieder gewählt worden, die für die Weiterentwicklung der Geriatrie eintreten.

Die Geriater, also Altersmediziner, beschäftigen sich nicht nur mit der Gesundheit im Alter, sondern auch mit der Prävention, Rehabilitation und den sozialen Aspekten von Krankheiten bei älteren Menschen. Durch diese Schnittstellenfunktion sind die Mediziner gefragte Experten auf vielen Ebenen. Nicht zuletzt durch den weltweiten demografischen Wandel ist ihre Expertise schon jetzt in vielen Fachbereichen gefragt. „Es ist aber auch wichtig, dass wir unser klinisches Fachwissen nach draußen tragen und Erstkontakt zu Patienten haben“, sagt Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner aus Schwelm, der zum stellvertretenden Präsidenten gewählt wurde. „Die Arbeit mit älteren Menschen finde ich faszinierend. Gerade in der Akutversorgung stehen wir hier vor großen Herausforderungen“, so Heppner. In diesem Punkt will er auch bei seiner Arbeit im DGG-Vorstand Akzente setzen.

Bessere Kommunikation, mehr Kooperation

Besonders gefragt ist die Meinung von Privatdozent Dr. Rupert Püllen aus Frankfurt am Main, der dem Vorstand bereits seit vier Jahren angehört und nun in seiner zweijährigen Rolle als Past-President seine Erfahrungen weitergibt. „Mir ist immer wieder aufgefallen, dass in viele Kliniken nicht genügend auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten eingegangen wird. Das motiviert mich weiterhin, geriatrische Standards aktiv zu gestalten“, so Püllen. Als Schatzmeisterin ist Dr. Corinna Drebenstedt aus Friesoythe neu in den Vorstand gewählt worden. Auch wenn sie einen besonderen Blick auf die Finanzen der Gesellschaft haben wird, so sind für sie zwei weitere Thema mindestens genauso wichtig: „Wir müssen wirklich an einer besseren Kommunikation zwischen den medizinischen Fachdisziplinen arbeiten.“ An dieser Schnittstelle sei noch viel Arbeit zu leisten. „Und persönlich würde ich mich freuen, wenn wir enger mit der Deutschen Schmerzgesellschaft kooperieren. Gerade das Thema Schmerzvorsorge ist bei alten Menschen sehr wichtig“, sagt Drebenstedt.

Bedeutende Änderungen in der Weiterbildung

Nicht nur offen für neue Kooperationen, sondern auch offen für mehr wissenschaftliche Ansätze ist die neu gewählte Sekretärin (Schriftführerin) des Gesellschaftsvortandes. Privatdozentin Dr. Marija Djukic aus Göttingen sieht ihren Schwerpunkt in der neurologischen Arbeit. „Ich will aber auch, dass wir uns weiter verstärkt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen unseres Fachs auseinander setzen. Und eben diese wissenschaftliche Arbeit an sich müssen wir stärker unterstützen“, so Djukic. Dem kann auch Dr. Michael Meisel aus Dessau nur zustimmen. Er ist bereits seit vielen Jahren als Weiterbildungsbeauftragter der DGG aktiv.

Damit die vielen Projekte auch wirklich umgesetzt werden können, will sich Präsident Bauer sehr engagieren. Konkrete Gestaltungsmöglichkeiten sieht der Vorstand aktuell in der Novellierung der Weiterbildungsordnung. In Kürze werde man einen Fahrplan für die Vorstandsarbeit festlegen. „Wir wollen dafür sorgen, dass die Geriatrie ein integraler Bestandteil der Medizin wird und dass die Altersmedizin endlich auf allen Ebenen akzeptiert ist. Und wir wollen dafür einstehen, dass möglichst viele medizinische Fachdisziplinen mit uns Geriatern kooperieren.“ 
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Wir stellen den neu gewählten Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) vor:

Präsident:
Prof. Dr. med. Jürgen M. Bauer ist Inhaber des neu geschaffenen Lehrstuhls für Geriatrie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Medizinischer Direktor am Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg. In diesen Funktionen tritt er gleichermaßen für die Krankenversorgung, Forschung und Lehre der Altersmedizin ein. Der 54-Jährige studierte Humanmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Im Rahmen seiner Habilitation im Fach der Inneren Medizin beschäftigte sich Bauer mit der Körperzusammensetzung und Funktionalität im Alter. Konkret hat er sich mit Ansätzen für therapeutische Interventionen beschäftigt. Daneben ist die Ernährungswissenschaft ein Thema, dem sich Bauer seit Jahren leidenschaftlich widmet. Seit 2010 bis zu seinem Dienstantritt in Heidelberg hatte Jürgen M. Bauer die W3-Professur für Geriatrie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg inne, stand als Direktor der Universitätsklinik für Geriatrie vor und leitete das Geriatrische Zentrum Oldenburg.
Jürgen M. Bauer ist verheiratet und hat eine Tochter.  

President-elect (zukünftiger Präsident):
Prof. Dr. med. Hans Jürgen Heppner ist Chefarzt der Klinik für Geriatrie am HELIOS Klinikum Schwelm, seit 2013 Inhaber des Lehrstuhls für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke und darüber hinaus „begeisterter Notarzt“, wie der 52-Jährige über sich selbst sagt. Das Studium der Humanmedizin absolvierte der gebürtige Bayer in Erlangen. Es folgte die internistische und geriatrische  Ausbildung am Klinikum Nürnberg und am Lehrstuhl für Geriatrie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 2012 habilitierte Heppner zum Thema „Schwere Infektionen beim alten Menschen“.
Hans Jürgen Heppner ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.

Past-President (ehemaliger Präsident):
PD Dr. med. Rupert Püllen ist Chefarzt der Medizinisch-Geriatrischen Klinik am Agaplesion Markus-Krankenhaus in Frankfurt am Main. Vor seinem Wechsel war er unter anderem Ärztlicher Direktor des Diakonissen-Krankenhauses der Mainmetropole. Püllen schloss das Studium der Humanmedizin in Bonn ab und absolvierte während desselben Studienaufenthalte in Toulouse und Sydney. Im Rahmen der Habilitation an der Uni Witten/Herdecke hat sich Rupert Püllen mit dem Thema „Dekubitus im höheren Lebensalter“ beschäftigt. Seit 2003 ist er an der Goethe-Universität Frankfurt am Main Verantwortlicher für die Lehre des Querschnittsbereiches „Medizin des Alterns und des alten Menschen“. Die Universität Pécs in Ungarn hat ihn zum Honorary Associate Professor ernannt. Zudem ist der 57-Jährige Mitherausgeber der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie.
Rupert Püllen ist verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern. 

Schatzmeisterin:
Dr. med. Corinna Drebenstedt ist Chefärztin der Klinik für Geriatrie am St. Marien-Hospital Friesoythe. Den Grundstein für ihre Karriere hat sie im Studium der Medizin in Bonn und Würzburg gelegt. Die gebürtige Magdeburgerin war bereits niedergelassene Ärztin in einer Allgemeinarztpraxis in Hannover, bevor sie sich für die Organisation „Ärzte für die 3. Welt“ auf den Philippinen eingesetzt hat. Anschließend hat sich Drebenstedt auf dem Gebiet der Geriatrie spezialisiert und ist Absolventin der European Academy of Medicine of Aging.
Corinna Drebenstedt ist verheiratet und hat keine Kinder.

Sekretärin:
PD Dr. med. Marija Djukic ist Leitende Oberärztin des Geriatrischen Zentrums am Evangelischen Krankenhaus Weende-Göttingen. Nach dem Studium der Humanmedizin an der Universität Göttingen promovierte Djukic am gleichen Ort in der Abteilung für Neurologie der Universitätsmedizin. Dort arbeitete sie als Assistenzärztin und Fachärztin, später als Oberärztin in der Abteilung für Geriatrie des Evangelischen Krankenhaus Weende sowie als Leiterin der geriatrischen Tagesklinik. Ihre Habilitationsschrift beschäftigt sich mit dem neurologischen Thema „Lyme Neuroborreliose – diagnostische und therapeutische Aspekte“. Marija Djukic erhielt für ihre besonderen Leistungen mehrere Stipendien und Preise, wie den Schiffbauer Preis der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und ein Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung.
Marija Djukic ist 42 Jahre und Mutter von zwei Kindern.

Weiterbildungsbeauftragter:
Dr. med. Michael Meisel ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Geriatrie am Diakonissenkrankenhaus Dessau. Nach seinem Medizinstudium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der anschließenden Facharztausbildung für Innere Medizin hat er tatkräftige Aufbauarbeit am Krankenhaus Wettin im Saalkreis geleistet. Als Oberarzt und stellvertretender Chefarzt der Inneren Abteilung hat Meisel einen Intensivbereich mit sechs Betten aufgebaut. Anschließend eine Teilstation für die Schlaganfallfrührehabilitation. Später wechselte Meisel als Leiter des Bereichs Angiologie-Kardiologie an das Diakoniekrankenhaus in Halle/Saale. Dort konnte er die Akutgeriatrie mit 20 Betten aufbauen. Meisel ist Gründungsmitglied und erster Vorsitzender der einstigen sachsen-anhaltischen Arbeitsgemeinschaft geriatrischer Einrichtungen, dem jetzigen Landesverband Geriatrie.
Michael Meisel ist verheiratet und Vater von 2 Kindern.

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