Roboter im Alter

(24.09.2014) Ältere Menschen stehen Robotern häufig durchaus positiv gegenüber. Allerdings gilt das nicht für alle Älteren und auch nicht für alle Roboter. „Die Thematik ist komplex. Wir wissen bislang nur sehr wenig darüber, wie und welche Roboter bei der Betreuung und Versorgung älterer Menschen helfen können“, erläutert Prof. Dr. Frank Oswald von der Goethe-Universität Frankfurt am Main auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) in Halle. Oswald leitet dort am 25. September das Symposium „Emotionale und Soziale Robotik im Alter: Was kann, soll und darf sie leisten?“. „Es wird über diese Art von Roboter viel behauptet, aber bislang ist wenig über ihre Wirkung klar, wir brauchen dringend mehr Forschung und belegbares Wissen“, so Oswald.

Geriatrie FAQs

(23.09.2014) Es gibt immer mehr alte Menschen. Und der Mensch wird immer älter. Zwei Fakten, die als „demografischer Wandel“ mittlerweile jedem ein Begriff sind. Und alte Menschen, das steht fest, bedürfen besonders häufig ärztlicher Hilfe. So sehen sich bereits heute alle Gebiete der Medizin mit einer zunehmenden Zahl alter und sehr alter Patienten konfrontiert. Doch welcher Arzt ist auf die Behandlung sehr alter Menschen spezialisiert? Schließlich hat auch der Hochbetagte den Anspruch und das Recht, von Spezialisten behandelt zu werden. Was also ist ein Geriater?
Anlässlich des ab morgen in Halle an der Saale stattfindenden größten deutschsprachigen Altersmedizinkongresses, möchte die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie mit einigen Antworten auf wichtige Fragen verdeutlichen, wie die Geriatrie zur Optimierung der Versorgung sehr alter Patienten beitragen kann. Eine Positionierung in der Krankenversorgung, Einordnung in den Fächerkanon und eine Definition des Aufgabenspektrums.

Mann steht aus Rollstuhl auf

(23. September 2014) Nach dem Krankenhaus am besten in die Reha! Um sich im Alter schneller von Unfällen oder Krankheiten zu erholen, sind in der Altersmedizin zahlreiche Rehabilitationsmaßnahmen durch die Geriatrie in den letzten 50 Jahren etabliert worden. Deren Nutzen konnte in nationalen wie internationalen Studien nachgewiesen werden. Ärzte unterschiedlicher Fachdisziplinen, Therapeuten und Pfleger müssen hier interdisziplinär zusammenarbeiten – dann kann auch ein sehr alter Mensch zum Beispiel nach einem Sturz mit Oberschenkelhalsbruch darauf hoffen, wieder auf den eigenen Beinen zurück nach Hause zu laufen.
Doch rund um die Reha-Maßnahmen ranken sich viele Fragen: Was ist wann und für wen sinnvoll? Wie beantragt man eine Reha? Wer darf welche Angebote nutzen? Diese und viele andere Fragen greift am kommenden Donnerstag eine Radiosendung des Deutschlandfunks (DLF) auf. Unter dem Titel „Zurück ins Leben – Kur und Reha für Leib und Seele“ findet um 10.10 Uhr eine Diskussionsrunde mit Hörerbeteiligung statt. Als Experte ist der Altersmediziner und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) Prof. Schulz live im Studio.

Dr. Elizabeth Blackburn

(17. September 2014) Medizinnobelpreisträgerin Dr. Elizabeth Blackburn von der University of California in San Francisco wird kommende Woche in Deutschland erwartet. Zum Auftakt des Jahreskongresses der Altersmediziner in Halle an der Saale wird Sie über ihre bisherigen und aktuellen Forschungsergebnisse sprechen. Wie altert der menschliche Körper? Diese Frage treibt die 65jährige Amerikanerin an. Gemeinsam mit zwei Forscherkollegen konnte sie bereits Anfang des Jahrtausends beweisen, dass Chromosomen-Enden von sogenannten Telomeren geschützt werden und diese im Alterungsprozess eine wichtige Rolle spielen. Für diese Erkenntnis bekamen die drei Forscher den Nobelpreis verliehen.
Was am Alterungsprozess so faszinierend ist, welche neuen Erkenntnisse die Forscherin in ihrem Vortrag erörtern wird und warum sich ein persönlicher Austausch immer lohnt, hat Frau Blackburn bereits in einem persönlichen Skype-Interview vorab verraten.

Eine junge und eine alte Hand

(16.09.2014) Für die Versorgung älterer Menschen die an einer Harninkontinenz leiden, gibt es kein Patentrezept. Urologen, Gynäkologen, Internisten und Neurologen müssen eng zusammenarbeiten, um den Patienten zu helfen. „Die Harninkontinenz beim geriatrischen Patienten ist ein klassisches geriatrisches Syndrom, das nur interdisziplinär optimal behandelt werden kann“, erläutert Priv. Doz. Dr. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologie am Evangelischen Krankenhaus Witten. Als Leiter der interdisziplinären Arbeitsgruppe Harninkontinenz der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) diskutiert er auf dem Jahreskongress der Fachgesellschaft Ende September neue Behandlungsmöglichkeiten und zukunftsweisende Ansätze. Ebenfalls stellt die Arbeitsgruppe die aktualisierte und komplett überarbeitete Leitlinie „Harninkontinenz“ vor. „Der Geriater sollte die Rolle eines Koordinators einnehmen das Know-How anderer Fachdisziplinen kennen und nutzen“, so Wiedemann. Wichtig sei dabei, dass er neben der körperlichen auch die psychische und soziale Dimension der Harninkontinenz im Auge behalte.