Anja Kwetkat

(27.09.2017) Aktuelle Impfempfehlungen für alte Patienten stehen in der Kritik: Die Arbeitsgruppe Impfen der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sieht die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Zoster-Impfung skeptisch. „Es wird keine allgemeine Anwendung des Herpes-Zoster-Lebendimpfstoffs als Standardimpfung zur Verhütung von Herpes Zoster, seinen Komplikationen und Spätfolgen beim Erwachsenen empfohlen“, sagt Dr. Anja Kwetkat (Foto), Sprecherin der DGG-Arbeitsgruppe und Chefärztin der Klinik für Geriatrie am Universitätsklinikum Jena. Wesentlicher Grund für die Nichtempfehlung der STIKO sei, dass die Wirksamkeit der Impfung mit zunehmendem Alter abnehme. Dabei haben aber gerade die hochaltrigen Patienten ein deutlich erhöhtes Risiko, an Herpes Zoster zu erkranken. Auch die Schwere der Gürtelrose-Erkrankung nimmt mit dem Alter deutlich zu. „Wir halten eine Impfung mit dem attenuierten Lebendimpfstoff entsprechend der Zulassung auch für alte Menschen für sinnvoll“, so Kwetkat. Die komplette Stellungnahme der DGG samt Erläuterung lesen Sie hier im Wortlaut:

Andreas Leischker

(20.09.2017) Jetzt beginnt wieder die Grippezeit. Gerade ältere Patienten sind durch Influenzaviren besonders gefährdet. Bei ihnen sind 80 Prozent der Erkrankungen auf Viren oder Bakterien zurückzuführen. Deswegen raten Experten jetzt im September zur gezielten Grippeschutzimpfung. „Für ältere Menschen eignen sich insbesondere die sogenannten tetravalenten Impfstoffe, die jeweils zwei Antigene gegen beide Influenzatypen A und B haben“, sagt Dr. Andreas Leischker (Foto), Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses Krefeld. Im Interview beantwortet Leischker die wichtigsten Fragen zu Influenzaviren, aktuellen Übertragungsrisiken und den optimalen Grippeschutz.

Hörsaalzentrum Uni Frankfurt

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Redaktion,

kommen Sie zum Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) nach Frankfurt am Main! Wir laden Sie herzlich ein, sich selbst ein Bild von der Zukunft der Altersmedizin zu machen. Denn die Gelegenheit ist einmalig: Etwa 600 bis 700 deutsche Spezialisten für Altersmedizin (Geriatrie) treffen sich vom 28. bis 30. September auf dem Campus Westend der Universität Frankfurt. Auch hochrangige Mediziner aus dem Ausland sind vor Ort, um neue Therapieansätze, Forschungsfragen und die Weiterentwicklung der Geriatrie in Deutschland zu diskutieren. Akkreditieren Sie sich jetzt online für den DGG-Kongress. Sie haben Interviewwünsche? Wir unterstützen Sie gerne!

Professor Walter E. Haefeli

(12.09.2017) Das schafft kein Arzt ohne Hilfsmittel: Dosierungen, spezifische Indikationen und Kontraindikationen von tausenden Medikamenten durchsuchen, Wechselwirkungen prüfen und die individuell beste Kombination für den Patienten zusammenstellen. Wenn der Patient gar wie knapp jeder zweite Deutsche über 65 Jahren fünf oder mehr Medikamente einnimmt, kann die individualisierte Therapie zur zeitraubenden Herausforderung werden. „Bei Polypharmazie erreichen die ärztlichen Entscheidungen eine solche Komplexität, dass ich mich frage, wie man sie ohne Hilfe im Kopf lösen will“, sagt Professor Walter E. Haefeli (Foto), Ärztlicher Direktor der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie des Universitätsklinikums Heidelberg. Der ausgewiesene Experte für Klinische Pharmakologie plädiert deshalb dafür, sich zum Wohle der Patienten von Computerprogrammen bei Entscheidungen zur Arzneimitteltherapie helfen zu lassen. In seiner Keynote-Lecture beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) in Frankfurt wird Haefeli die Herausforderungen im Umgang mit aktuellen Arzneimittelinformationssystemen detailliert erläutern. Außerdem wird er aufzeigen, wie die Verordnungen mithilfe von IT-Unterstützung in Zukunft sicherer werden und sich stärker an den Präferenzen der Patienten orientieren könnten.

Dr. Rudolf Siegert

(06.09.2017) Gute Nachrichten für viele ältere Patienten, die zuhause oder im Heim versorgt werden. Geriatrische Reha-Einrichtungen können ab sofort ein vereinfachtes Zulassungsverfahren für die mobile Rehabilitation durchlaufen. Das bedeutet: Überall in Deutschland können nun unter erleichterten Bedingungen neue Angebote für die mobile Reha entstehen. Das ist ein wichtiges Angebot, damit betagte Patienten länger selbstständig bleiben und zunehmende Pflegebedürftigkeit vermieden wird. Bislang gibt es nur rund 20 Standorte in Deutschland, einer davon ist die Mobile Reha Bremen, die rund 170 Fälle im Jahr betreut. „Mit dieser Neuregelung können wir das geriatrische Reha-Angebot deutlich ausbauen“, sagt Dr. Rudolf Siegert (Foto), medizinischer Geschäftsführer der Mobilen Reha Bremen sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie, Physikalische Medizin und Rehabilitation am Klinikum Bremen Ost. Er bietet mit Kollegen jetzt ein Gründerseminar für die mobile Reha an. Im Interview spricht Siegert über die neuen Chancen, die sich Patienten, Ärzten und Kliniken jetzt bieten.