Stapel Papier und Brille

(14.04.2014) Halle an der Saale ist Sitz einer der ältesten Universitäten Deutschlands. 1817 ging die Martin-Luther-Universität aus der Fusion der Leucorea in Wittenberg (1502) und der Friedrichs-Universität in Halle (1694) hervor und schreibt damit schon mehr als 500 Jahre Geschichte. Es lohnt sich daher, die Stadt jenseits des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) im September zu erforschen. Mit unseren drei Lesetipps wird Medizingeschichte lebendig.

 

„Medizin in Halle – Ein medizinhistorischer Stadtführer“

Von mittelalterlichen Badestuben bis hin zum modernen Uniklinikum: Die Medizin hat in Halle eine lange Tradition. Aktiv erleben lässt sich diese anhand des Buchs „Medizin in Halle – Ein medizinhistorischer Stadtführer“. In vier Rundgängen können sich Interessierte auf Spurensuche machen. Der Stadtführer öffnet Türen ehemaliger, aber auch bis heute genutzter Gebäude und macht dabei das Leben und Wirken berühmter hallischer Ärzte sichtbar.

Neben einer Route durch den Stadtkern führen zwei weitere Touren zu den Kliniken in der Magdeburger Straße sowie zum Uniklinikum in Kröllwitz. Eine vierte Führung widmet sich zudem der besonderen Beziehung von Medizin und Religion.

Steger, Florian / Schochow, Maximilian
„Medizin in Halle – Ein medizinhistorischer Stadtführer“
Universitätsverlag Halle-Wittenberg
ISBN : 978-3-86977-069-7

Bestell-Link: http://www.universitaetsverlag-halle-wittenberg.de/default/new-books/medizin-in-halle.html


„Neues aus Halle (Saale) – Entdeckungen, Erfindungen und Innovationen“

Erfindergeist made in Halle: Seit über 300 Jahren zählt die Stadt an der Saale zu den deutschen Kernzentren für Entdeckungen und Innovationen. Das Buch „Neues aus Halle (Saale)“ stellt zahlreiche Beispiele vor und kombiniert Wissenschafts- mit Stadtgeschichte.

Denn Halle ist vielfältig: Nicht nur in der Medizin, auch in der Musik, Pädagogik, Philosophie oder den Naturwissenschaften machte sich die Stadt einen Namen. Ob Barock-Komponist Georg Friedrich Händel, der Begründer der modernen Psychiatrie, Johann Christian Reil, oder der Erfinder der Mengenlehre, Georg Cantor – Halle hat viele berühmte Innovatoren hervorgebracht. Eine Tradition, die auch nicht während der DDR-Zeit abriss: Rudolph Millner entwickelte die Ultraschalldiagnostik, Karl Ludwig Schober baute die erste Herz-Lungen-Maschine des Landes.

All dies stellt das Buch exemplarisch vor. Und gibt damit gleichzeitig auch einen Einblick ins aktuelle Potenzial der Stadt.

Steger, Florian
„Neues aus Halle (Saale) – Entdeckungen, Erfindungen und Innovationen“
Universitätsverlag Halle-Wittenberg
ISBN: 978-3-86977-087-1

Bestell-Link: http://www.universitaetsverlag-halle-wittenberg.de/default/miscellaneen/neues-aus-halle-saale.html

 

„Vivat Academia, Vivant Professores! - Hallesches Studentenleben im 18. Jahrhundert“

Auch das Studentenleben in Halle lässt sich literarisch nacherleben. 2011 zeigte das Museum universitatis im Zuge des Themenjahrs „Geselligkeit“ eine Ausstellung zum Leben der Lernenden im Jahrhundert der Aufklärung. Der Begleitkatalog „Vivat Academia, Vivant Professores!“ stützt sich dabei auf Studentenstammbücher, literarische Zeugnisse und andere Archivquellen.

So finden sich in dem Band Lieder und Gedichte aus und über „Saalathen“, Berichte über studentische Trinkgelage und „dem Branntwein“ verfallene Professoren. Aber auch Schilderungen über die sogenannten Karzer, die universitären Gefängniszellen, wo so manche übertriebene Geselligkeit in letzter Instanz endete.

„Vivat Academia, Vivant Professores! - Hallesches Studentenleben im 18. Jahrhundert“
Herausgegeben von Ralf-Torsten Speler
Verlag: Universitätsverlag Halle-Wittenberg
ISBN: 978-3-86829-348-7
Bestell-Link: http://www.buchhandel.de/detailansicht.aspx?isbn=9783868293487