Händel Denkmal mit den fünf Türmen auf Halles Marktplatz_(c) Michael Bader _Montage(13.06.2014) Halle ist nicht nur Heimat von Medizin und Forschung, auch das kulturelle Erbe ist beeindruckend. Einer der wichtigsten Söhne der Saale-Stadt: Georg Friedrich Händel. Ob Museum, Musikfestival oder Pralinen-Spezialität – der Einfluss des Barock-Komponisten ist allgegenwärtig. Beim Bummel durch die Fußgängerzone können Besucher aber noch eine weitere Überraschung erleben. Denn immer zur vollen Stunde scheint Halle plötzlich an der Themse zu liegen...


Big Ben an der Saale

Wenn die Glocken im Roten Turm auf dem Marktplatz in Halle zur vollen Stunde schlagen, herrscht Verwirrung bei Touristen. „Das klingt ja wie in London“, wird da gestaunt. „Genau wie Big Ben!“
Kein Wunder: Erklingt doch an beiden Orten der sogenannte Westminsterschlag. Von dieser Melodie wird behauptet, sie sei eine Variation der vier Noten aus den Takten 5 und 6 der Arie „I Know That My Redeemer Liveth“, die dem „Messias“-Oratorium von Georg Friedrich Händel entstammt. Der wiederum wurde 1685 in Halle geboren – und lebte bis zu seinem Tod 1759 fast 50 Jahre lang in London.

Händel zum Essen
Doch der Big Ben von der Saale ist nicht der einzige Hinweis auf den wohl berühmtesten Sohn der Stadt. Beliebter Treffpunkt auf dem Marktplatz ist das Händel-Denkmal, in den Geschäften gibt es Postkarten, Bücher, CDs und Schokolade mit Händel-Konterfei.
Wer gerne backt, kann sogar die heimische Kaffeetafel mit dem Barock-Komponisten zieren. Kuchenspezialist „Kathi“ – der „Dr. Oetker“ des Ostens, der noch vor diesem die erste Backmischung im geteilten Deutschland auf den Markt brachte – hat eine „Händel Torte“ im Sortiment. Eier, Wasser und Schlagsahne hinzu, schon wird aus der Backmischung eine Biskuittorte mit Mohn, Marzipan und Sahnefüllung. Mittels einer beigelegten Schablone und Schokopulver prangt zu guter Letzt der Komponist höchstselbst auf dem Meisterwerk.

Festival und Museum
Wer lieber lauscht als schlemmt, dem seien die jährlichen Händel-Festspiele empfohlen. Seit 1952 ist der Juni ein Monat voller Musik. Ob Oper oder Sinfoniekonzert, auch dieses Jahr gibt es wieder ein abwechslungsreiches Programm mit fast 90 Terminen.
Eine besondere Attraktion ist zudem das Händel-Haus in der Großen Nikolaistraße 5. Es ist das Geburtshaus der Komponisten und war über 100 Jahre lang im Besitz der Familie. 1937 erwarb die Stadt das Gebäude, baute es zu einem Musikmuseum um. Zum 250. Todestag Händels wurde es 2009 generalsaniert. Neben Instrumenten und regionaler Musikgeschichte liegt nun der Schwerpunkt auf der interaktiven Dauerausstellung „Händel, der Europäer“. Diese wartet unter anderem mit einem Miniatur-Barocktheater auf, in dem die Besucher zum Opernpublikum werden. Dank modernster Projektionstechnik führt ein animierter Georg Friedrich Händel, stilecht am Cembalo klimpernd, durch seine Werke.

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