Evaluation eines Versorgungskonzepts für die Altertraumatologie: Bestimmung der Krankenhausverweildauer und Mortalität in einer prospektiven Fallserie mit historischen Kontrollen

Hintergrund: Trotz der zunehmenden Anzahl geriatrischer Patienten mit Frakturen gibt es wenige Studien, die die Wirksamkeit einer Zusammenarbeit von Unfallchirurgen und Geriatern überprüft haben.

Methode: Vor (retrospektiv, n = 169) und nach (prospektiv, n = 216) Einführung eines zertifizierten Zentrums für Alterstraumatologie (ZAT) wurden die Daten von über 75-jährigen Patienten mit Schenkelhals-, trochantären, proximalen Humerus- und Beckenringfrakturen miteinander verglichen. Zudem wurden die Daten von Jüngeren (65–74 Jahre) mit den genannten Frakturen ohne Behandlung im ZAT analysiert. Der Hauptzielparameter war die Krankenhausmortalität. Darüber hinaus wurden Häufigkeit und Dauer von Intensivstationsaufenthalten, Gesamtverweildauer sowie die anschließende Inanspruchnahme einer stationären Rehabilitation ermittelt.

Ergebnisse: Vor der Einführung des ZAT wurden 20,7 % (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI]: 14,8–27) der über 75-Jährigen auf einer Intensivstation behandelt, wohingegen nach der Implementierung 13,4 % (95-%-KI: 9,3–18,5; p = 0,057) dort versorgt wurden. Die mittlere Verweildauer auf der Intensivstation betrug 48 (95-%-KI: 32–64) versus 53 Stunden (95-%-KI: 29–77; p = 0,973). Die Krankenhausmortalität sank von 9,5 % (95-%-KI: 5,3–13,8) auf 6,5 % (95-%-KI: 3,7–9,5; p = 0,278), bei einer verlängerten Verweildauer von 13,7 (95-%-KI: 12,6–14,8) versus 16,9 Tagen (95-%-KI: 16,1–17,7; p < 0,001). Der Anteil der Entlassungen in eine stationäre Rehabilitation nahm leicht ab (53,8 % versus 49,1 %). Bezüglich der Krankenhausmortalität und Aufenthalte auf einer Intensivstation waren bei den jüngeren Patienten, die nicht in einem ZAT versorgt wurden, eher gegensätzliche Entwicklungen zu erkennen.

Schlussfolgerung: Die gleichzeitige und abgestimmte unfallchirurgische und geriatrische Behandlung kann wesentlich dazu beitragen, die akute Behandlung nach einer Fraktur bei Hochbetagten zu verbessern.

Hier geht es zur Zusammenfassung der Originalstudie im Deutschen Ärzteblatt