Alois Alzheimer

(25.08.2015) 1901 traf Alois Alzheimer in Frankfurt eine Patientin mit ungewöhnlich früh einsetzender Demenz. Niemand ahnte, welche Entdeckung der Psychiater und Neuropathologe da gemacht hatte: Heute gilt sein Name als Synonym für diese schwere Form der Krankheit, die weltweit über 14 Millionen Menschen betrifft und schleichend die Persönlichkeit verändert. Spuren des Wirkens des berühmten Mediziners lassen sich in Frankfurt noch heute finden und während des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) erkunden.

Zeitgenossen nannten ihn den „Irrenarzt mit dem Mikroskop“: Alois Alzheimer setzte früh auf die Verknüpfung von Beobachtung und wissenschaftlicher Forschung. So auch im Fall Auguste Deter. Als sie im Herbst 1901 in die „Städtische Anstalt für Irre und Epileptiker“ im Frankfurter Westend gebracht wurde, war dem Mediziner schnell klar, dass er es mit einem äußerst ungewöhnlichen Krankheitsverlauf zu tun hatte. Wochenlang dokumentierte er in geduldigen Befragungen die voranschreitende geistige Verwirrung der 51 Jahre alten Frau, die in lichten Momenten selbst davon sprach, dass sie sich „sozusagen selbst verloren“ habe.

Nach ihrem Tod sezierte er ihr Gehirn – und entdeckte eine geschrumpfte Hirnrinde, abgestorbene Zellen sowie Eiweißablagerungen, sogenannte Plaques. Und legte damit den Grundstein zur Erforschung der heute nach ihm benannten Demenz-Krankheit. „Alzheimer ist sicherlich einer der bekanntesten Deutschen weltweit“, sagt DGG-Präsident PD Dr. Rupert Püllen. „In vielen Sprachen ist sein Name als Synonym für die Krankheit übernommen worden.“


Rundgang auf Alzheimers Spuren

2014 jährte sich der Geburtstag von Alois Alzheimer zum 150. Mal. Obgleich in Franken geboren und in Schlesien verstorben, wird sein Name bis heute am stärksten mit Frankfurt verknüpft. Hier machte er seine wichtigste Entdeckung, hier ist er auf dem Hauptfriedhof begraben. An der Mauer 447a, Gewann J, hat er seine letzte Ruhestätte gefunden – in Nachbarschaft von Persönlichkeiten wie dem Philosophen Arthur Schopenhauer, der Schriftstellerin Ricarda Huch und dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.

Alzheimers Wirkungsstätte, die städtische psychiatrische Klinik, existiert dagegen nicht mehr. An ihrer Stelle erstreckt sich heute der Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt. Allerdings erinnert ein Denkmal an Alois Alzheimer: 2005 wurde an der Ostseite des Casinos eine Glasskulptur enthüllt, die von Buchsbäumen und Leuchten umrahmt wird.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich in der Liebigstraße 53 Alzheimers ehemaliges Wohnhaus. In dem repräsentativen Bau, der heute hauptsächlich als Bürohaus genutzt wird, lebte er von 1894 bis 1898. Seit 1994 erinnert dort eine Plakette an den berühmten Bewohner.

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