Buch_Fruehformen_Demenz„Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ lautet eine alte Volksweisheit. Was lässt sich also tun, um einer Alzheimer-Erkrankung vorzubeugen? Mit dieser Frage befassten sich die Neurologen auf dem 13. Workshop des Zukunftsforums Demenz „MCI – Früherkennung und Risikofaktoren von Demenzerkrankungen“. Ziel ist es, durch frühe Diagnose und entsprechend frühzeitige Maßnahmen manifeste Demenzerkrankungen zu verhüten oder so früh zu behandeln, dass die schwerwiegenden Folgen wie Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich hinausgezögert werden.

Im Workshop „MCI – Früherkennung und Risikofaktoren von Demenzerkrankungen“ haben Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Johannes Kornhuber, Universität Erlangen, die derzeit verfügbaren Kenntnisse vorgestellt. Besonderes Augemerk der Neurologen liegt auf dem Mild Cognitive Impairment (MCI), einer Leistungsminderung der Hirnfunktionen, die noch keine Demenz darstellt. Allerdings entwickelt ein gewisser Prozentsatz – hier schwanken die Angaben zwischen 10 und 15 % – dieser älteren Menschen mit MCI nach wenigen Jahren eine manifeste Demenz.

Doch wie lässt sich eine solche Entwicklung verhindern? Sicher ist, dass die Risikofaktoren, die das Herz-Kreislauf- System schädigen, auch die Hirnfunktion beinträchtigen können. Daher sollten alle älteren Menschen versuchen, Gewicht, Blutdruck und die Blutfettwerte so nah wie möglich an der Norm zu halten und Behandlungspläne für Grunderkrankungen wie Diabetes strikt zu befolgen. Ebenfalls ein eigenständiger Risikofaktor ist der aus der Herz-Kreislaufforschung bekannte erhöhte Homocystein-Spiegel. Durch erhöhte Zufuhr der Vitamine B 6 und Folsäure lässt sich dieser Wert senken.

Körperliche Bewegung hält nachgewiesenermaßen den Gesamtorganismus fit. Auch das Hirn profitiert von Sport. Besonders das Tanzen hat sich als günstig erwiesen, da es als psychomotorische Übung Geist und Körper gleichzeitig fordert. Als Vorbeugemaßnahme gegen eine Altersvergesslichkeit wird auch immer wieder das Hirn-Jogging genannt. Nachgewiesen ist, dass Menschen mit geistig anspruchsvollen Berufen zwar nicht vor Demenz gefeit sind, aber deutlich später hilfsbedürftig werden, als Personen, die ihr Hirn zeitlebens nicht so stark beansprucht haben. Daher gilt: Das Hirn in Trab halten! Soziale Kontakte regen ebenfalls den Geist an. Medikamentös ist auch die MCI heute noch nicht zu therapieren. Ob die derzeit verfügbaren Antidementiva verhüten können, dass sich aus einer MCI eine manifeste Demenz entwickelt, wird derzeit untersucht.

Studienergebnisse mit dem Wirkstoff Memantine, der für die Alzheimer Demenz ab dem mittleren Stadium zugelassenen ist, belegen, dass vermutlich auf Grund eines neuroprotektiven Effektes der Krankheitsverlauf verlangsamt und Alltagsfähigkeiten, wie selbstständiges Waschen, Essen oder auch das Wiedererkennen von Personen, länger aufrecht erhalten werden.

Die ausführliche Dokumentation, die von Prof. I. Füsgen und Prof. J. Kornhuber herausgegeben worden ist, enthält die Vorträge zum Workshop „MCI – Früherkennung und Risikofaktoren von Demenzerkrankungen“. Sie kann gegen einen mit 1,45 Euro frankierten und adressierten Rückumschlag (DIN C5) angefordert werden bei:

Zukunftsforum Demenz
Postfach 11 13 53
60048 Frankfurt am Main