DGG Faszination Geriatrie(17.04.2013) Warum die Geriatrie ein spannendes wie faszinierendes Fach ist? Wir haben nachgefragt. Und die Geriater Dr. med Gabriele Röhrig-Herzog und Dr. med Ulrich Thiem sowie Medizinstudentin Franziska Zeeh haben uns geantwortet. Doch das war erst der Anfang. Denn: Liebe Geriater, Ärzte in Weiterbildung und Medizinstudenten, was fasziniert Sie am Fach Geriatrie? Teilen Sie Ihre Begeisterung mit uns und hinterlassen Sie eine Nachricht auf unserer Facebook-Seite: www.facebook.com/DGGeriatrie.

 

 

thiem webDr. med Ulrich Thiem
Schatzmeister der DGG, Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation, Stiftung Katholisches Krankenhaus Marienhospital Herne, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum

Altersmedizin macht mir viel Spaß, weil die Fülle von Problemen, die ältere und hochbetagte Menschen oft haben, weit über die Grenzen eines einzelnen medizinischen Fachs hinausgeht. Viele internistische Probleme werden begleitet von orthopädischen, urologischen, psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen. Die passende Lösung für den individuellen Fall mit vielen anderen Fachkolleginnen und -kollegen zu erarbeiten, das macht mir viel Spaß – nicht nur mit Ärzten, sondern auch mit Therapeuten, Pflegenden, Sozialdienst.

Wir Geriater schauen zunächst und zuvorderst nach der Funktion, nicht nach einzelnen Erkrankungen oder Gesundheitseinbußen. Erst wenn klar ist, welches funktionelle Problem besteht, prüfen wir, welche Erkrankungen dabei eine Rolle spielen und wie wir die einzelnen Erkrankungen so therapieren können, dass für den Patienten das funktionell beste Ergebnis herauskommt. Das ist wahnsinnig spannend!

 

RöhrigDr. med. Gabriele Röhrig-Herzog, MPH
Innere Medizin, Hämatologie/Onkologie, Klinische Geriatrie, Oberärztin
Lehrstuhl für Geriatrie an der Universität zu Köln
Klinik für Geriatrie am St. Marien-Hospital Köln

Mich faszinieren in der Geriatrie vor allem drei Dinge:

1. Das sehr besondere Patientengut: Jeder Patient ist wie ein Buch mit einer ganz individuellen langen Lebensgeschichte, auf die man sich wie bei einem Roman einlassen muss, um den Autor, also den Patienten, verstehen zu können.

2. Der ganzheitliche Diagnostik- und Therapieansatz, der ein hohes Maß an klinischer Erfahrung verlangt, um die komplexen und sehr oft nicht lehrbuchtreuen Symptome des älteren Patienten richtig zu deuten und individualisierte Therapieschemata zu entwickeln.

3. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit, bei der die Meinung jedes Teammitglieds sehr wichtig ist und in die Therapieplanung einfließt. Diese Zusammenarbeit macht Spaß und ist ein fachlicher und menschlicher Gewinn für jeden Beteiligten.

 

Franziska Zeeh Franziska Zeeh
Medizinstudentin im Praktischen Jahr an der Universität zu Lübeck
Als Studentin fand ich in meinen Geriatriekursen vor allem die besondere Herangehensweise an den geriatrischen Patienten spannend. Hier zählte weniger das diagnosezentrierte, sondern mehr ein funktions- und problemorientiertes Denken. Das Vorgehen, aus dem großen Arsenal des heute Möglichen das für den Patienten in seiner Lebenssituation Sinnvolle auszuwählen und dies mit einem bunt gemischten Team aus Ärzten, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialarbeitern umzusetzen, habe ich als erfrischend anders und sehr lehrreich empfunden.