Mann steht aus Rollstuhl auf

(23. September 2014) Nach dem Krankenhaus am besten in die Reha! Um sich im Alter schneller von Unfällen oder Krankheiten zu erholen, sind in der Altersmedizin zahlreiche Rehabilitationsmaßnahmen durch die Geriatrie in den letzten 50 Jahren etabliert worden. Deren Nutzen konnte in nationalen wie internationalen Studien nachgewiesen werden. Ärzte unterschiedlicher Fachdisziplinen, Therapeuten und Pfleger müssen hier interdisziplinär zusammenarbeiten – dann kann auch ein sehr alter Mensch zum Beispiel nach einem Sturz mit Oberschenkelhalsbruch darauf hoffen, wieder auf den eigenen Beinen zurück nach Hause zu laufen.
Doch rund um die Reha-Maßnahmen ranken sich viele Fragen: Was ist wann und für wen sinnvoll? Wie beantragt man eine Reha? Wer darf welche Angebote nutzen? Diese und viele andere Fragen greift am kommenden Donnerstag eine Radiosendung des Deutschlandfunks (DLF) auf. Unter dem Titel „Zurück ins Leben – Kur und Reha für Leib und Seele“ findet um 10.10 Uhr eine Diskussionsrunde mit Hörerbeteiligung statt. Als Experte ist der Altersmediziner und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) Prof. Schulz live im Studio.

Dr. Elizabeth Blackburn

(17. September 2014) Medizinnobelpreisträgerin Dr. Elizabeth Blackburn von der University of California in San Francisco wird kommende Woche in Deutschland erwartet. Zum Auftakt des Jahreskongresses der Altersmediziner in Halle an der Saale wird Sie über ihre bisherigen und aktuellen Forschungsergebnisse sprechen. Wie altert der menschliche Körper? Diese Frage treibt die 65jährige Amerikanerin an. Gemeinsam mit zwei Forscherkollegen konnte sie bereits Anfang des Jahrtausends beweisen, dass Chromosomen-Enden von sogenannten Telomeren geschützt werden und diese im Alterungsprozess eine wichtige Rolle spielen. Für diese Erkenntnis bekamen die drei Forscher den Nobelpreis verliehen.
Was am Alterungsprozess so faszinierend ist, welche neuen Erkenntnisse die Forscherin in ihrem Vortrag erörtern wird und warum sich ein persönlicher Austausch immer lohnt, hat Frau Blackburn bereits in einem persönlichen Skype-Interview vorab verraten.

Eine junge und eine alte Hand

(16.09.2014) Für die Versorgung älterer Menschen die an einer Harninkontinenz leiden, gibt es kein Patentrezept. Urologen, Gynäkologen, Internisten und Neurologen müssen eng zusammenarbeiten, um den Patienten zu helfen. „Die Harninkontinenz beim geriatrischen Patienten ist ein klassisches geriatrisches Syndrom, das nur interdisziplinär optimal behandelt werden kann“, erläutert Priv. Doz. Dr. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologie am Evangelischen Krankenhaus Witten. Als Leiter der interdisziplinären Arbeitsgruppe Harninkontinenz der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) diskutiert er auf dem Jahreskongress der Fachgesellschaft Ende September neue Behandlungsmöglichkeiten und zukunftsweisende Ansätze. Ebenfalls stellt die Arbeitsgruppe die aktualisierte und komplett überarbeitete Leitlinie „Harninkontinenz“ vor. „Der Geriater sollte die Rolle eines Koordinators einnehmen das Know-How anderer Fachdisziplinen kennen und nutzen“, so Wiedemann. Wichtig sei dabei, dass er neben der körperlichen auch die psychische und soziale Dimension der Harninkontinenz im Auge behalte.

Prof. Dr. Fritz Boege

(04.09.2014) „Der Meier ist aber alt geworden!“ Wer kennt diese Situation nicht? Nach langer Zeit trifft man einen ehemaligen Klassenkameraden oder Kollegen wieder und ist erstaunt, wie sehr sich dessen Aussehen verändert hat. Krähenfüße um die Augen, hervortretenden Adern an der Hand, erste Falten am Hals – die Haut zeigt relativ deutlich, wie alt ein Mensch ist. Doch kann sie auch als Indikator für Alterungsprozesse in anderen, schlechter zugänglichen Organen dienen?

Prof. Dr. med. Cornel Sieber

(11.09.2014) Hohes Alter geht oft einher mit körperlichem Gebrechen, schneller Erschöpfung und Gewichtsabnahme – nicht zuletzt aufgrund des Verlustes von Muskelmasse. Wie sehr die sogenannte Sarkopenie die Lebensqualität beeinflusst und welch entscheidende Rolle ihrer Erforschung in den kommenden Jahren zukommen wird, das untersucht Prof. Dr. Cornel Sieber am Lehrstuhl für Innere Medizin-Geriatrie an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg. Er ist überzeugt: Muskelmasse ist der entscheidende Faktor für Lebensqualität und Selbstständigkeit bis ins hohe Alter. Das zeige sich in ganz alltäglichen Situationen: „Hat jemand noch genügend Muskeln, um aufzustehen und Einkaufstüten zu tragen? Oder so wenige in der Brust, dass es ihm Mühe macht, richtig abzuhusten?“