Gefahren der Multimedikation

(01.09.2015) Das Thema Arzneimittelversorgung älterer Menschen ist selbst für erfahrene Mediziner eine Herausforderung. Chronische und Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität) tragen dazu bei, dass immer mehr Medikamente dauerhaft verschrieben werden – woraus sich teils gefährliche Wechsel- und Nebenwirkungen ergeben. Auch tragen Patienten und Angehörige oft selbst zum Problem der Mulitmedikation bei, indem sie zusätzlich zu den ärztlich verordneten Präparaten frei verkäufliche Mittel dem täglichen Bedarf hinzufügen.

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) setzt sich für Gegenstrategien ein: Weniger ist mehr! Altersmediziner müssen im Krankenhaus in der Regel Medikamente reduzieren oder absetzen, um eine Besserung des Wohlbefindes ihrer betagten Patienten zu erzielen. Darüber spricht DGG-Arzneimittel-Experte Dr. Joachim Zeeh, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Geriatrischen Fachklinik Georgenhaus Meiningen, im Interview.

Broschüren BzgA

(11.08.2015) Unter dem Dach des Programms „Gesund und aktiv älter werden“ entwickelt die Bundeszentrale für  gesundheitliche Aufklärung BZgA gegenwärtig das Präventionsprogramm "Älter werden in Balance". Zielsetzung des Programms ist es, durch körperliche Aktivität und Bewegung die Gesundheit und Lebensqualität älterer Menschen in Deutschland zu fördern, Pflegebedürftigkeit so weit wie möglich hinauszuschieben und eine wachsende Sensibilisierung für das Thema Gesundheit im Alter herzustellen.

Neugründung AG Impfen

(28.07.2015) Nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Studienlage rücken Impfungen im Rahmen der Prävention bei geriatrischen Patienten immer mehr in den Fokus. So soll während des Jahreskongresses der DGG eine neue Arbeitsgruppe aus der Taufe gehoben werden: Die AG Impfen. Das Gründungstreffen findet am Freitag, den 04.09.2015, von 08:30 Uhr bis 09:30 Uhr im Hörsaal 12, 3. OG statt. Initiatoren sind Frau Dr. Anja Kwetkat, Herr Prof. Jürgen Heppner sowie Herr Dr. Andreas Leischker.

Zielsetzung: Die Arbeitsgruppe Impfen will aktuelle Studien und Empfehlungen aufarbeiten und bewerten und die Ergebnisse allen in der DGG zugänglich machen. Weiterhin will die AG Impfen aktiv Erhebungen durchführen, klare Positionen beziehen und sich mit den anderen AGs der DGG intensiv vernetzen. Visionär sehen die Initiatoren eine beratende Aufgabe der DGG bei der Ständigen Impfkommission in Deutschland.

Prof. Dr. Ursula Müller-Werdan, Foto Copyright: UKH

(28.07.2015) Sie ist die neue Chefärztin im Hause: Seit dem 1. April leitet Professor Dr. Ursula Müller-Werdan das Evangelische Geriatriezentrum Berlin (EGZB). Die Einrichtung der Charité ist eines der führenden deutschen Zentren im Bereich der Altersmedizin. Parallel hat die 54-Jährige aus dem Allgäu auch die W3-Professur für Geriatrie an der Charité-Universitätsmedizin Berlin übernommen. Nach 100 Tagen im Amt zieht sie eine erste Bilanz und spricht über die Entwicklung in Berlin, in der Geriatrie an sich sowie die Veränderung der universitären Landschaft.


Wie ist Ihre persönliche Bilanz nach 100 Tagen in Berlin?

Man muss schon sagen, dass mir die Kolleginnen und Kollegen hier den Einstieg ganz leicht gemacht haben. Die Abläufe im Haus sind fantastisch eingespielt. Und das Zentrum ist sicher ein Leuchtturm im Bereich der klinischen Geriatrie. Hier können wir unseren humanitären Auftrag, die Patientenversorgung und die klinische Forschung hervorragend verbinden. Für mich heißt das auch, dass ich gleich zu Beginn meiner Zeit in die studentische Lehre eingestiegen bin.
Zudem habe ich bereits mit dem Aufbau meines eigenen Forschungsbereiches begonnen. Dabei geht es um die Alterungsprozesse des Herzens und anderer innerer Organe. Natürlich ist man zu Beginn einer solch anspruchsvollen Aufgabe sehr stark gefordert. Aber ich fange ja nicht bei Null an und ich komme jeden Tag wirklich gerne hier her. Man kann es nicht anders sagen, es ist wirklich mein absoluter Traumjob.

Wie können sich andere Kliniken an der Berliner Leuchtturm-Funktion orientieren?
Eines der aktuellen Vorhaben kann wirklich Modellcharakter haben: Der Berliner Senat hat ab Januar 2016 geriatrische Betten am Charité-Campus Benjamin Franklin in Steglitz genehmigt. Diese sind dann fest im Bettenplan ausgewiesen. Damit haben wir neben unserem Zentrum mit 152 Betten und 40 Tagesklinikplätzen einen zusätzlichen geriatrischen Standort mit 45 Betten. Ich bin wirklich begeistert, dass direkt innerhalb eines Universitätsklinikums geriatrische Betten ausgewiesen werden. Das gibt es bisher fast nirgends.

ÄRZTE ZEITUNG (15.07.2015)

Mit Antibiotika und Schlafmitteln sind viele Ärzte zu schnell bei der Hand
Leitlinien beschreiben, was bei bestimmten Krankheiten zu tun ist. Einen anderen Weg gehen Geriater: In ihren neuen Empfehlungen legen sie dar, was in der Therapie von hochbetagten Patienten nicht gemacht werden sollte.

Im Rahmen der "Klug entscheiden"-Initiative der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) haben die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie sowie die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie jetzt ihre Empfehlungen zusammengestellt.

Weiterlesen ...

AG Dysphagie

(30.06.2015) Eigentlich gibt es einen Verordnungsausschluss für Saftzubereitungen. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Kassenärzte können geriatrischen Patienten, die an Dysphagie leiden, nach individueller Prüfung durchaus entsprechende Zubereitungen verschreiben. Ermöglicht wird dies durch eine Ausnahmeregelung in der Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, auf die die AG Dysphagie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hinweist.