Prof. Finbarr C. Martin

(06.09.2016) Die Altersmedizin rückt in Deutschland immer mehr in den Fokus. Doch im internationalen Vergleich hinkt sie deutlich hinterher – Großbritannien zum Beispiel. „Der wesentliche Unterschied ist, dass Geriatrie bei uns bereits seit 30 bis 40 Jahren fester Bestandteil des medizinischen Angebots in all unseren Krankenhäusern ist“, stellt Professor Finbarr C. Martin vom King’s College in London fest. So haben ihn die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) im September zum gemeinsamen Jahreskongress nach Stuttgart eingeladen, um einen Blick über den Tellerrand zu wagen. In seiner englischsprachigen Keynote-Lecture „What Germany could learn from British geriatric medicine” schildert Martin, mit welcher Selbstverständlichkeit in Großbritannien betagte Patienten von Spezialisten behandelt werden.

Dr. Mark Lachs und Prof. Dr. Susanne Zank

(01.09.2016) Es ist eines der letzten großen Tabuthemen in der Öffentlichkeit: Gewalt gegen ältere, pflegebedürftige Menschen. Schläge, Beleidigungen oder auch finanzielle Ausbeutung finden im engsten Kreis statt. In der Familie zu Hause, in Pflegeheimen oder auch in Kliniken. Nur kaum einer redet drüber. Dabei gibt es Strategien zur Hilfe. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) wollen deshalb aufklären. Wie können Misshandlungen erkannt und vor allem vorgebeugt werden? Darüber sprechen in einem Doppelinterview Dr. Mark Lachs vom Weill Cornell Medical College in New York und Frau Prof. Dr. Susanne Zank von der Universität Köln.

Dr. Norah C. Keating, Alberta

(24.08.2016) Je älter Menschen werden, desto unterschiedlicher sind ihre Bedürfnisse – vor allem an die Infrastruktur ihres Lebensraumes! Die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) und die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) appellieren daher an Städteplaner und Gemeinden, keine 08/15-Modelle für die älter werdende Bevölkerung zu entwickeln. Bedingt durch körperliche und mentale Fitness, aber auch finanzielle Mittel, existieren große Unterschiede in der Generation 80+. „Wir müssen aufpassen, dass wir keine Lösungen erarbeiten auf der Grundlage, dass alle alten Menschen gleich sind. Stattdessen müssen wir überlegen, wie für jeden die beste Lebensqualität erreicht werden kann!“

Prof. Dr. Alexander Bürkle

(10.08.2016) Menschen altern unterschiedlich: Der eine bemerkte schon im Studium das erste graue Haar, der andere wirkt noch als Rentner jugendlich-sportlich. Doch was sind die Gründe dafür? Wie lässt sich das biologische Alter einer Person bestimmen und welche Rückschlüsse ergeben sich daraus für den weiteren Alterungsprozess? Um den Antworten auf diese Fragen näher zu kommen, hat Professor Dr. Alexander Bürkle fünf Jahre lang die Gesundheitsdaten von 3.300 Probanden im Alter von 35 bis 74 Jahren protokolliert. Ein Datenschatz, der noch unter vielen anderen Gesichtspunkten Erkenntnisse liefern wird. In drei Jahren wissen wir mehr – so hoffen die Wissenschaftler.

Prof. Sara Czaja, Miami

(03.08.2016) Pokémon GO ist das beste Beispiel: Wer spielt, sitzt weniger und bewegt sich deutlich mehr als früher. Technologie kann dazu beitragen, unmöglich Geglaubtes möglich zu machen. Und das gilt auch für die Generation 80+. „Wer keinen Zugang zu Technologie hat oder nicht in der Lage ist, sie zu nutzen, wird es extrem schwer haben, sich in der heutigen technologieorientierten Welt zurechtzufinden und alltägliche Herausforderungen zu bewältigen“, weiß Sara J. Czaja, wissenschaftliche Direktorin des Center on Aging und Professorin für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften an der Leonard M. Miller School of Medicine der Universität von Miami. „Das fängt schon mit der WhatsApp-Nachricht an die Enkelin, der Suche nach Gesundheitsinfos und der Onlineüberweisung der nächsten Rechnung an.“ Technologie muss deshalb auch für alte und hochbetagte Menschen zugänglicher, nützlicher und nutzbarer werden, fordern die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG).