Professor Hans Jürgen Heppner, Quelle HELIOS Klinikum

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitglieder,

die besten Wünsche für das neue Jahr möchte ich Ihnen im ersten DGG-Newsletter in 2020 mit auf den Weg geben. Ich hoffe, Sie haben die Festtage gut verbracht und die Zeit zwischen den Feiertagen nicht nur genutzt, um Liegengebliebenes abzuarbeiten…
Im Jahr 2020 werden uns Geriater wichtige Entscheidungen und deren konkreten Ausgestaltungen beschäftigen. So hat zum Beispiel der Gemeinsame Bundesausschuss im November 2019 Vorgaben für die schnellere Versorgung von geriatrischen Patienten mit hüftnaher Fraktur beschlossen und dafür interdisziplinäre Zusammenarbeit vorgeschrieben – ein beachtlicher Erfolg! Bleibt jetzt zu hoffen, dass die Ausführungsbestimmungen entsprechend mit geriatrischen Inhalten für eine flächendeckende Umsetzung gefüllt werden.

Auch der Medizinische Dienst, seit 1. Januar 2020 eine Behörde, hat einen ganzen neuen Aufgabenkatalog zusammengestellt und wird uns wahrscheinlich im laufenden Jahr mit vielen Strukturprüfungen beschäftigen. Dadurch wird auch nach außen sichtbar, wie viel gute Geriatrie bereits in den Kliniken geleistet wird. Dennoch bleibt abzuwarten, und ob uns unvorhergesehene Anforderungen nicht erneut aus der Bahn werfen können.

Dr. Martin Jäger (links) und Prof. Ulrich Thiem (rechts)

(27.12.2019) Zwei Teelöffel Wasser und ein Wasserglas – mehr braucht es nicht, um bei hochbetagten Menschen ein erhöhtes Risiko für Schluckstörungen zu erkennen. Diese Erkenntnis hat die DGG-Arbeitsgemeinschaft Dysphagie just veröffentlicht und ihr Dysphagie Screening Tool Geriatrie (DSTG) vorgestellt. „Wir haben mit einem einseitigen Durchführungsbogen einen sehr praktikablen Schluckstörungstest, gut einsetzbar für geschultes Personal wie z. B. Arzthelferinnen, Pflegekräfte oder Ärzte, entwickelt“, erklärt Dr. Martin Jäger (Bild links), Leiter der AG Dysphagie und ärztlicher Direktor Geriatrie am Hüttenhospital Dortmund. Sein Ziel ist es, Schluckstörungen bei sehr alten Menschen in Kliniken, Arztpraxen sowie ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen deutlich schneller und häufiger zu erkennen und durch weitere Tests dann zu verifizieren. Denn Früherkennung in der Grundversorgung kann Komplikationen verhindern! „Die Gefahr für diese Patienten sich zu verschlucken, in der Folge zu ersticken oder auch eine Lungenentzündung zu entwickeln, Zeichen von Muskelschwund oder Mangelernährung aufzuweisen, ist sehr hoch“, warnt Jäger. „Ich möchte deshalb alle Kollegen aufrufen: Nutzt ab sofort das DSTG bei euren geriatrischen Patienten. Es kann Leben retten!“

Professor Hans Jürgen Heppner

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitglieder,

2019 ist fast vorbei und die gewonnene Stunde nach der Umstellung auf die Winterzeit ist längst aufgebraucht. Aber lassen Sie mich kurz auf das vergangene Jahr zurückschauen. Es war ein arbeitsreiches Jahr, aber auch ein schönes mit vielen erfolgreichen Momenten:
So gab es beispielsweise – dank unseres Gesundheitsministers, der „viel wegschafft“ – einige Vorschläge und Neuerungen aus Berlin, die in Referentenentwürfen und Gesetzesvorlagen mündeten. Wie Sie sich sicherlich erinnern, bedurfte es da einiger Stellungnahmen und viel Abstimmungsarbeit. Allein für die Personaluntergrenzen-Verordnung und den MDK-Referentenentwurf musste viel telefoniert und geschrieben werden. Aber der Austausch mit den Vorständen der DGGG und dem BV-Geriatrie funktionierte sehr gut, und so konnten wir uns immer zeitgerecht gemeinsam positionieren.

Gezeichnete Glühbirne

(11.12.2019) Wann und wo bieten die Landesärztekammern in 2020 die curriculare Fortbildung „Geriatrische Grundversorgung“ als 60-Stunden-Kursus an? Das haben wir für Sie in Erfahrung gebracht und die Fortbildungsübersicht auf der DGG-Website aktualisiert. Die Bundesärztekammer hat bereits 2012 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) die strukturierte curriculare Fortbildung „Geriatrische Grundversorgung“ erarbeitet, die sich an alle niedergelassenen Ärzte richtet. Das Curriculum wird von den Landesärztekammern umgesetzt und im Rahmen ihrer Fortbildungen angeboten. Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit allen 17 Hauptkammern und vier Unterbezirkskammern. Eine Übersicht der aktuellen Termine sowie weitere Veranstaltungen mit geriatrischem Schwerpunkt finden Sie im Fortbildungs- und Kongresskalender der DGG.

Foto: Syda Productions/Shutterstock.com

Preisträger Lukas Wechselberger mit der Urkunde umgeben von Jurymitgliedern und Preisstiftern.

(11.12.2019) Der Mediziner Lukas Wechselberger hat den Nachwuchs-Preis der Deutschen Kontinenzgesellschaft über 1.500 Euro erhalten. Ausgezeichnet wird er für seine Doktorarbeit an der Universität Witten/Herdecke, in der es um den Zusammenhang zwischen einer überaktiven Blase und Verstopfung geht. Betreut wurde die Arbeit von Professor Andreas Wiedemann, Leiter der Arbeitsgruppe Inkontinenz der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG).

Dr. Anja Kwetkat

(27.11.2019) „Rund ums Impfen kursieren noch immer zu viele Mythen und Falschmeldungen“, kritisiert Dr. Anja Kwetkat, Leiterin der Arbeitsgruppe Impfen der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und Direktorin der Klinik für Geriatrie am Universitätsklinikum Jena. Eine Folge sei, dass sich immer weniger Menschen gegen die Influenza-Viren schützen, die im Winter und Frühjahr Hochsaison haben. Infektionen mit Grippeviren können bei älteren Menschen tödliche Folgen haben, wenn nicht gezielt geimpft wird. Menschen über 60 Jahre sind dabei besonders gefährdet: 90 Prozent der Grippe bedingten Todesfälle entfallen auf diese Altersgruppe. Die aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) berücksichtigen nach Einschätzung der DGG die Bedürfnisse älterer Patienten nach wie vor nicht ausreichend. Im Interview spricht Anja Kwetkat über die Probleme der STIKO-Empfehlung, gibt Rat zum Grippeschutz für Ältere und enttarnt sich hartnäckig haltende Impf-Mythen.