Demenz-Pflegeprojekt

(16.10.2019) Gute Nachrichten für die geriatrische Forschung: Das Projektvorhaben „Einführung einer Bezugspflege für Menschen mit Demenz“ des Klinikums Oldenburg wird jetzt mit 300.000 Euro vom Land Niedersachsen gefördert. Die Versorgung von Menschen mit einer Demenzerkrankung im Krankenhaus ist eine Herausforderung, die vor dem Hintergrund einer kontinuierlich älter werdenden Gesellschaft immer größer wird. „Durch den Einsatz der Bezugspflege erwarten wir eine Reihe von positiven Effekten für die betroffenen Patientinnen und Patienten“, erklärt Professorin Tania Zieschang, Direktorin der Universitätsklinik für Geriatrie am Klinikum Oldenburg sowie Leiterin der Arbeitsgruppe „Demenz“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG). „Zudem erhoffen wir insgesamt für das Pflegepersonal eine deutliche Entlastung und sind sehr gespannt darauf, wie dieses Modell bei den Pflegenden angenommen wird.“ Das Projekt ist zum 1. Oktober gestartet.

Professor Rainer Wirth

(16.10.2019) Zukunftsweisend ist der Veranstaltungsort des nächstjährigen Gerontologie- und Geriatrie-Kongresses: Er findet in Halle (Saale) statt, der Stadt mit der ältesten Wissenschaftsakademie der Welt, der Leopoldina. Unter dem Motto „Junge Ideen für alte Menschen – von der Epigenetik bis zur Lebenswelt“ werden 2020 mehr als 1.000 Altersmediziner aus dem deutschsprachigen Raum erwartet.

Professor Andreas Wiedemann

(25.09.2019) Inkontinenz ist immer noch ein Tabuthema. Doch vor allem ältere Menschen verlieren ungewollt Urin – etwa beim Husten – oder schaffen es nicht mehr rechtzeitig auf die Toilette. Schätzungen zufolge sind circa 40 Prozent der über 70-Jährigen in Deutschland inkontinent. Entsprechend viele ältere Patienten werden wegen ihrer Inkontinenz behandelt. Daher brauchen die betreuenden Ärzte Behandlungsleitfäden und Studien, um bestmöglich behandeln zu können. Die Arbeitsgruppe Inkontinenz der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hat dieser Notwendigkeit nun Rechnung getragen. Die AG hat in akkurater Detailarbeit rund 500 Studien zusammengetragen, gesichtet und mit Blick auf die Anwendung auf ältere Patienten bewertet. Die Ergebnisse wurden jetzt in einer aktualisierten Leitlinie zu Harninkontinenz veröffentlicht.

Dr. Sonja Krupp

(06.09.2019) Es gibt mittlerweile zahlreiche Methoden, mit denen die Probleme und noch erhaltenen Funktionen eines älteren Patienten bewertet werden. Bei diesem „Geriatrischen Assessment“ geht es in der ersten Stufe darum, ob es sich bei einer älteren Person überhaupt um einen Patienten mit Bedarf an geriatrischer Behandlung handelt. In einer zweiten Stufe kommen standardisierte Testverfahren unterschiedlicher diagnostischer Tiefe hinzu, teils als Befragung, teils als durchzuführende Aufgabe. Doch welche der zahlreichen Instrumente passen am besten zu einem bestimmten geriatrischen Patienten? Hier kann sich der Mediziner leicht überfordert fühlen. Damit dies nicht passiert, hat eine Expertengruppe, die sich hauptsächlich aus Mitgliedern der Arbeitsgruppe Assessment der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) zusammensetzt, eine neue S1-Leitlinie „Geriatrisches Assessment der Stufe 2“ erarbeitet. Diese wird heute beim Jahreskongress der DGG in Frankfurt am Main vorgestellt. Im Interview spricht AG-Leiterin Dr. Sonja Krupp (Foto), wissenschaftliche Leiterin der Forschungsgruppe Geriatrie Lübeck am Krankenhaus Rotes Kreuz Lübeck Geriatriezentrum, über neue Erkenntnisse beim geriatrischen Assessment, die Forderung an Kostenträger und den Nutzen für Geriater bei der täglichen Arbeit.

Professor Hans Jürgen Heppner

(03.09.2019) Die geplante Reform des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, kurz MDK, löst bei den Altersmedizinern in den Klinken große Diskussionen aus. So sollen demnächst Kliniken mit zahlreichen beanstandeten Abrechnungen häufiger geprüft werden als andere. In der Altersmedizin werden aber beispielsweise sehr häufig die langen Liegezeiten der hochbetagten Patienten moniert. Stehen demnächst also ständig die Prüfer auf der Matte? „Eine von vielen Besonderheiten der Altersmedizin, die in dem Entwurf keine Berücksichtigung findet“, sagt Professor Hans Jürgen Heppner (Foto), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie am HELIOS Klinikum Schwelm und Inhaber des Lehrstuhls für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke. „Bei solch umfassenden Reformen müssen von Anfang an die medizinischen Fachgesellschaften mit ihrer Fachexpertise eingebunden werden, um medizinisch sinnvolle Entscheidungen mit herbeizuführen.“

Alter Mann schaut traurig

(21.08.2019) Jeder Studienteilnehmer kann helfen: Die Suizidraten bei älteren Menschen sind in Deutschland höher als in allen anderen Altersgruppen. An vielen Stellen bestehen zudem große Informationslücken, was Prävention, Aufklärung und die Vernetzung von betroffenen Institutionen wie Pflegeheimen oder Krankenhäusern angeht. Die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderte Studie „Suizidprävention Deutschland. Aktueller Stand und Perspektiven“ will jetzt mit einer umfassenden Erhebung und Analyse für mehr Transparenz sorgen und Hilfestellungen zur Suizidprävention geben.