Hans Jürgen Heppner

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitglieder,

kaum zu glauben, wie schnell ein Jahr vergeht! Aber 2020 kann ja sowieso weg. Sagen die meisten. Doch dazu später mehr. Beim altmodischen Zeitvertreib Lesen bin ich auf Folgendes gestoßen, was mich doch ein wenig beschäftigt hat:

Was machen die Iren besser? Laut einer Umfrage der Zeitschrift „brand eins“ (09 /20 Jahrgang 22, S.8) sprechen knapp 74.000 Menschen Irisch als Muttersprache, also gälisch alle anderen gehören zur englischen Muttersprache. Über eine Million Menschen sind aber auf der Sprachlernplattform „duolingo“ registriert, um Irisch zu lernen. Was ist das Geheimnis dieser gälischen Sprache? Oder anders gefragt: Wie können wir Geriater so ein Interesse für unser Fachgebiet erreichen? Was müssen wir dafür tun?

Dr. Christoph Ploenes

(01.12.2020) Venöse Thromboembolien gelten als dritthäufigste kardiovaskuläre Erkrankung. Mit dem Alter steigt die Prävalenz um den Faktor Zehn an. Nach einer venösen Thromboembolie werden gerinnungshemmende Medikamente gegeben, um Rezidive zu verhindern. Therapiedauer und -dosis dieser Medikamente sind aber bei geriatrischen Patienten aufgrund eines gesteigerten Blutungsrisikos in besonderem Maß im Auge zu behalten, mahnt Dr. Christoph Ploenes, Leiter der Arbeitsgruppe „Gefäßerkrankungen/Angiologie“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG). „Wir sehen in unserem klinischen Alltag häufig Patienten, die seit Jahren eine Antikoagulation ohne stichhaltigen Grund erhalten“, schildert der Angiologe die Beobachtungen der Arbeitsgruppen-Mitglieder. Stattdessen rät er zu einer sorgfältigeren Abwägung, in welchen Fällen eine Verlängerung der Behandlung mit Antikoagulanzien bei geriatrischen Patienten angebracht ist. Im Interview erklärt er, welche Faktoren dafür berücksichtigt werden müssen.

Kalender

(01.12.20) Auch wenn durch die anhaltende Corona-Pandemie Planungen aller Art gerade nicht einfach sind, lohnt der Blick in den Kalender. Denn 2021 ist ein Jahr voll spannender Kongresse in Deutschland und international. Sowohl digitale Formate als auch klassische Veranstaltungen vor Ort sind vertreten. In welchem Format die einzelnen Veranstaltungen letztendlich stattfinden können, wird oftmals nur kurzfristig entschieden werden können. Der Januar startet direkt mit der 8. Jahrestagung des Wissenschaftsforums Geriatrie, im Frühjahr treffen sich die Kollegen in Wien und Wiesbaden. Nach der Sommerpause folgt dann Anfang September wie immer der DGG-Jahreskongress, diesmal wieder in Frankfurt am Main. Im Oktober soll der EuGMS-Kongress dann in Athen stattfinden.

Nun heißt es: Save the Dates!

Prof. Dr. Dorothee Volkert, Prof. Dr. Rainer Wirth

(17.11.2020) Ernährung beeinflusst die Gesundheit und Prognose älterer Menschen. Fehl- und Mangelernährung können das Fortschreiten alterstypischer Krankheiten und Syndrome wie Sarkopenie und Sturzrisiko begünstigen. Die aktuelle Leitlinie „Klinische Ernährung und Flüssigkeitszufuhr in der Geriatrie“ der europäischen Fachgesellschaft für Klinische Ernährung und Stoffwechselkunde ESPEN gibt evidenzbasierte Empfehlungen, um Fehl- und Mangelernährung bei älteren Menschen zu verhindern und zu behandeln. „Die Leitlinie zeigt, dass hinter vielen Maßnahmen der Ernährungsmedizin klare wissenschaftliche Evidenz steht“, fasst Professorin Dorothee Volkert (Foto links) zusammen. Die Leiterin der Arbeitsgruppe „Ernährung und Stoffwechsel“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) ist Hauptautorin der Leitlinie. Im Doppelinterview erläutert sie zusammen mit Professor Rainer Wirth (Foto rechts), dem 2. Vorsitzenden der AG, welche Bedeutung die Leitlinie für die Arbeit in der Geriatrie hat.

Lohfert Stiftung Logo

(06.11.2020) Patient im Mittelpunkt: Integrierte Therapiekonzepte und Versorgungsformen der Zukunft – So lautet das Ausschreibungsthema für den Lohfert-Preis 2021. Dr. Regina Klakow-Franck, Fachärztin für Gynäkologie und stellvertretende Leiterin des IQTIG - Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, übernimmt die Schirmherrschaft für den mit 20.000 Euro dotierten Förderpreis. Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2021.

Prof. Dr. Dr. Gerald Kolb, Quelle: Bonifatius Hospital Lingen

(03.11.2020) Die Therapie von Krebserkrankungen bei älteren Patienten kann wesentlich verbessert werden, wenn Geriater an der Behandlung beteiligt sind. „In einem Drittel aller bekannten Untersuchungen sprechen medizinische Experten in den sogenannten Tumorboards andere Empfehlungen aus, wenn zuvor die Ergebnisse eines geriatrischen Assessments mit einbezogen wurden“, sagt Professor Gerald Kolb (Foto). Er leitet die Arbeitsgruppe „Geriatrische Onkologie“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) zusammen mit dem DGHO-Vorsitzenden Professor Carsten Bokemeyer. Kolb ist zudem Chefarzt der Geriatrie am Bonifatius-Hospital Lingen. Das geriatrische Assessment hat sich als Instrument in der Praxis bewährt – es erfasst psychosoziale und funktionelle Fähigkeiten sowie Defizite von älteren Patienten. Im Interview spricht der Mediziner darüber, warum das Instrument nun auch in der Tumortherapie angewendet werden sollte, wie es zu abweichenden Therapieempfehlungen kommt und warum es einen großen Bedarf an onkologischer Forschung mit älteren Patienten gibt.