Professor Hans Jürgen Heppner

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitglieder,

2019 ist fast vorbei und die gewonnene Stunde nach der Umstellung auf die Winterzeit ist längst aufgebraucht. Aber lassen Sie mich kurz auf das vergangene Jahr zurückschauen. Es war ein arbeitsreiches Jahr, aber auch ein schönes mit vielen erfolgreichen Momenten:
So gab es beispielsweise – dank unseres Gesundheitsministers, der „viel wegschafft“ – einige Vorschläge und Neuerungen aus Berlin, die in Referentenentwürfen und Gesetzesvorlagen mündeten. Wie Sie sich sicherlich erinnern, bedurfte es da einiger Stellungnahmen und viel Abstimmungsarbeit. Allein für die Personaluntergrenzen-Verordnung und den MDK-Referentenentwurf musste viel telefoniert und geschrieben werden. Aber der Austausch mit den Vorständen der DGGG und dem BV-Geriatrie funktionierte sehr gut, und so konnten wir uns immer zeitgerecht gemeinsam positionieren.

Und manches hält uns noch immer auf Trab: Die Bundesärztekammer fordert Personalvorgaben für Ärzte. Keinesfalls unbegründete, denn viele Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus arbeiten am Rande der Belastungsgrenzen. So will man hier nacharbeiten und zur Bestimmung der patienten- und aufgabengerechten Personalausstattung ein standardisiertes Bemessungsinstrumente nutzen, um sich nicht ähnlichen Diskussionen wie in der Erstellung der Personaluntergrenzen im Pflegebereich auszusetzen. Wir alle wissen: Die Ressourcen für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung, Aus- und Weiterbildung der jungen Kolleginnen und Kollegen und begleitender Forschung und Lehre reichen schon lange nicht mehr und können nur durch überdurchschnittlichen Einsatz abgedeckt werden. Die Forderungen können Sie detailliert im Deutschen Ärzteblatt, Heft 14 vom 11. Oktober 2019, nachlesen und uns hinsichtlich der Umsetzung unterstützen.

2020 wirft schon seine Schatten voraus: Die Veränderungen in den G-DRG-Entgeltregelungen werden uns, durch die vorgesehene Herausnahme des Pflegekostenanteils aus der Gesamt-DRG, in der Geriatrie im kommenden Jahr vor gewaltige – hoffentlich nicht existenzbedrohende – Veränderungen stellen. Dieser Diskurs wird uns durch das ganze Jahr 2020 begleiten. Wenn sich zu dieser Thematik Neuerungen ergeben, werden wir Sie unverzüglich über Rundschreiben und Mitgliederbriefe informieren.

Aber es gibt auch viele gute Dinge, die im nächsten Jahr auf uns warten. Angefangen mit dem Geriatrieforum Bad Hofgastein im März 2020, wo wir gemeinsam mit unseren österreichischen Kolleginnen und Kollegen lernen und diskutieren können. Bitte kommen Sie zahlreich ins Gasteiner Tal zu dieser traditionsreichen Veranstaltung. Im September 2020 bei unserem gemeinsamen Jahreskongress der DGG, DGGG, ÖGGG, SGG werden nationale und internationale Referenten geladen sein, die uns über die Neuerungen in der Geriatrie und Gerontologie berichten werden. Ein Highlight des Jahres! Denken Sie jetzt schon ein wenig darüber nach, welche Themen Sie interessieren, und wie Sie sich aktiv einbringen können. Es gibt viel zu tun!

Ich freue mich auf ein weiteres, gemeinsames und aktives Jahr mit Ihnen, um die Geriatrie wieder ein gutes Stück voranzubringen. So wünsche ich uns allen einen tollen Start ins Jahr 2020. Ich zähle auf Sie!

Herzlichst,
Ihr Hans Jürgen Heppner