Prof. Dr. Rainer Wirth

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein neues Jahr hat begonnen. Eine große Gesundheitsreform ist angekündigt. Was ist in den vergangenen Monaten im Bereich Geriatrie passiert – oder auch nicht? Und welche wichtigen Aufgaben stehen uns in diesem Jahr bevor?

Mit der Zusammenführung der Zertifizierung der Alterstraumatologischen Zentren sind wir leider nicht so schnell weitergekommen, wie geplant. Das nächste Gespräch ist jedoch für den Januar terminiert und die Zusammenführung ist weiterhin von allen Gesprächsparteien gewünscht. Auch haben wir seit sechs Jahren wieder eine Klausurtagung der Geriatrie-Ordinarien veranstaltet, in welcher wir sehr erfolgreich strategische Fragen der Geriatrie diskutieren konnten. In diesem Zusammenhang kann ich Ihnen berichten: Der Vorstand hat sich mit einem Brief an das Bundesministerium für Bildung und Forschung gewendet, um sich zu den Plänen der Regierungskoalition zu positionieren, die ein Helmholtz-Zentrum für Alternsforschung einrichten will. Wir begrüßen sehr die Tatsache, dass Alternsforschung mehr in den Fokus rückt, lehnen aber ein weiteres Institut, welches ausschließlich Grundlagenforschung betreibt, entschieden ab. Hier haben wir uns deutlich für die Integration der klinischen Forschung und Versorgungsforschung im Bereich der Altersmedizin ausgesprochen. Wir wissen, dass solche Stimmen auch aus anderer Richtung kommen und sind sehr gespannt darauf, welchen Weg das Ministerium hier beschreiten wird.

In Nordrhein-Westfalen wird sich in diesem Jahr zeigen, wie man innerhalb des neuen Krankenhausplanes NRW mit der Geriatrie umgehen wird. Laut Ministerium sind für die Geriatrie keine Kürzungen, sondern eher ein weiterer Ausbau der Versorgung vorgesehen. Wir werden diesen Prozess aufmerksam beobachten, da die Politik sehr auf die Krankenhausplanung unseres bevölkerungsreichsten Bundeslandes schaut und an mehreren Stellen angemerkt wurde, dass dies eine Blaupause für weitere Bundesländer sein könnte.

In einer kürzlichen Sitzung mit der Bundesärztekammer haben wir die Geriatrie in Bezug auf das in Entwicklung befindliche Personalberechnungstool der Bundesärztekammer ins Spiel gebracht. Hier gibt es eine Beta-Version, die nun auch von einigen geriatrischen Abteilungen getestet werden soll. Wer die Möglichkeit hat, sich hier einzubringen, kann sich jederzeit an den Vorstand der DGG oder den Bundesverband Geriatrie wenden. Es ist in unserem eigenen Interesse, dass der ärztliche Personalbedarf der Geriatrie hier adäquat abgebildet wird. 

Wie immer sind im Gesundheitssystem viele Dinge in Bewegung. Wir hoffen sehr, dass es nun nach der Durststrecke der Pandemiejahre etwas bergauf geht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start in das neue Jahr!

Ihr

Rainer Wirth
DGG-Präsident