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Frankfurt 2026

30. September 2026

Erfolgreicher Gemeinschaftskongress von DGG und DGGG: 1.200 Teilnehmende diskutieren Zukunft der Altersmedizin und Alternsforschung

Prof. Dr. Hans-Werner Wahl und Prof. Michael Denkinger

Wie verändern demografischer Wandel, medizinische Innovationen sowie gesellschaftliche und technologische Umbrüche das Altern – und welche Konsequenzen hat das für die Altersmedizin und die Alternsforschung? Diese wichtigen Fragen standen im Mittelpunkt des interdisziplinären Gemeinschaftskongresses der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vom 23. bis 26. September 2026 auf dem Gelände der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Ein neuer Rekord von 1.200 Teilnehmenden, renommierte Keynote-Speaker aus sieben Ländern und rund 100 Symposien und Sessions zahlen auf eine positive Bilanz ein. Die Kongresspräsidenten Prof. Michael Denkinger (DGG, re.) und Prof. Dr. Hans-Werner Wahl (DGGG, li.) werten insbesondere die hohe Beteiligung bis zum letzten Kongresstag und die starke Präsenz des wissenschaftlichen Nachwuchses als wichtiges Signal für die Zukunft der Fachgebiete.

Für die Geriatrie zeichnen sich erhebliche Veränderungen der Rahmenbedingungen ab. Insbesondere die aktuellen Reformvorhaben im Gesundheitswesen und die Weiterentwicklung der OPS-Strukturen könnten die Versorgung älterer Menschen beeinflussen. Das thematisierte unter anderem auch der Internist und Intensivmediziner Prof. Christian Karagiannidis in seiner Keynote und diskutierte neue notfallmedizinische Konzepte für geriatrische Patienten. „Wir müssen Risiken und Chancen der Veränderungen benennen und sie mitgestalten, statt ihnen hinterherzulaufen, aber auch deutlich kommunizieren, wenn wir sehen, dass Neuerung nur dazu genutzt werden, evidenz-basierte, wirksame funktionelle Medizin zu unterlaufen“, kommentierte DGG-Kongresspräsident Prof. Michael Denkinger.

Zugleich zeigte der Kongress, wie eng klinische Geriatrie und Alternsforschung miteinander verbunden sind. Die hohe Beteiligung, die Qualität der internationalen Keynotes und der intensive Austausch zwischen den Disziplinen wurden von den Kongresspräsidenten als besondere Stärke der Veranstaltung hervorgehoben.

Altern neu denken

Auch die Alternsforschung steht vor neuen Herausforderungen. Gesellschaftliche Umbrüche, technologische Entwicklungen, vor allem durch KI, und veränderte Lebensläufe beeinflussen, wie Menschen altern und wie Alter gesellschaftlich wahrgenommen wird. Der Gerontologe und Soziologe Prof. Richard Settersten von der Oregon State University konzentrierte sich in seiner Keynote daher auf das Altern in einer Welt der andauernden Polykrise. „In einer zunehmend disruptiven Welt wird sich auch Altern erneut deutlich verändern“, erklärt DGGG-Kongresspräsident Prof. Hans-Werner Wahl. Gleichzeitig habe seiner Meinung nach der Kongress gezeigt, dass die Diskussion über Langlebigkeit nicht auf den „Longevity“-Aspekt reduziert werden dürfe. Vielmehr gehe es um ein differenziertes Verständnis des Alterns und der Lebenslagen älterer Menschen.

Nachwuchs, Internationalität und Interdisziplinarität als Zukunftsthemen

Die vielfältigen Aktivitäten der Jungen Geriatrie und die Etablierung der neu gegründeten Jungen Gerontologie auf dem Kongress unterstrichen die Bedeutung des Nachwuchses für die Zukunft der Fachgebiete.

Im Programm vertreten waren zudem die Schwestergesellschaften aus Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Diese internationale Vernetzung soll in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden.

„Wir können nach dem Kongress ein differenzierteres Altersbild in die Gesellschaft und Politik tragen!“

Für Hans-Werner Wahl gehört es zu den zentralen Aufgaben von Gerontologie und Geriatrie, wissenschaftliche Erkenntnisse auch in die gesellschaftliche Debatte einzubringen. „Ein differenziertes Altersbild in die Gesellschaft und Politik tragen – das können wir alle nach diesem Kongress noch besser!“, lautet sein Fazit.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, Herausforderungen beim Thema Weiterbildung und der noch unzureichenden Definition wichtiger geriatrischer Syndrome gelte es zudem, das Erreichte selbstbewusst nach außen zu vertreten und die zentralen Anliegen der Geriatrie auch politisch einzubringen, ergänzt Michael Denkinger für die Geriatrie.

Mit Blick in die Zukunft möchten beide Kongresspräsidenten die Zusammenarbeit weiter verstärken. „Ein zentraler Erfolg des Kongresses war die gelebte Interdisziplinarität, die beide Fachgesellschaften voranbringt und die wir für die Zukunft auch unbedingt brauchen“, sind sich beide einig.

Foto: Nina Meckel

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