Prof. Rainer Wirth (links) und Prof. Andreas Simm
(14.10.2022) Der Gemeinschaftskongresses der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) sowie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) war ein voller Erfolg! 800 Teilnehmende sowie rund 150 Vertreter der Industrie und Sponsoren sind im September für die Veranstaltung auf dem Campus Westend der Goethe-Universität in Frankfurt am Main angereist. „Nach vier Jahren Pause wurden unsere Erwartungen an den Gerontologie- und Geriatrie-Kongress in Präsenz deutlich übertroffen“, sagt DGG-Kongresspräsident Professor Rainer Wirth (Foto links). „Sehr viele Kolleginnen und Kollegen sind nach Frankfurt gekommen, um von namhaften Expertinnen sowie Experten unser beider Fachdisziplinen die neuesten Erkenntnisse präsentiert zu bekommen“, ergänzt DGGG-Kongresspräsident Professor Andreas Simm (Foto rechts). Ihre Bilanz: Der persönliche Austausch ist durch nichts zu ersetzen. Und für zukünftige Veranstaltungen sollen neue Formate etabliert werden. 

Neu waren in diesem Jahr zum Beispiel die „One Slide – One Minute“-Sessions. Hier konnten junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler binnen einer Minute auf ihre aktuellen Forschungserkenntnisse aufmerksam machen. Dieses Format ergänzt die bisherigen Posterpräsentationen. „Statt unter einer Gesichtsmaske die Ergebnisse umständlich in geräuschvoller Umgebung einer Gruppe am ausgestellten Poster zu erläutern, konnte so jeder seine Erkenntnisse punktgenau einem Auditorium präsentieren“, sagt Andreas Simm. Die vier besten Präsentationen wurden mit einem Posterpreis über jeweils 400 Euro ausgezeichnet. Und die ausgestellten Poster konnten zusätzlich flexibel und in Ruhe in der Posterausstellung begutachtet werden. „Dieses Format werden wir wahrscheinlich auch in Zukunft wieder aufgreifen, da es vor allem auch junge Forscherinnen und Forscher anspricht und über die übliche Posterpräsentation hinausgeht“, ergänzt Rainer Wirth. Auch die Diskussionsveranstaltungen mit Einbezug des Auditoriums seien sehr gut angekommen, so Wirth. Grundsätzlich wollen beide Fachgesellschaften in Zukunft mehr mit neuen Formaten experimentieren. 

Positives Feedback und Freude über die Live-Veranstaltung

Zufrieden waren die beiden Kongresspräsidenten auch mit der Resonanz zu den ausgewählten Kongressinhalten: „Wir haben sehr viel positives Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten. Das zeigt uns, dass wir mit den präsentierten Themen genau jene Aspekte ausgewählt haben, die aktuell für Gerontologen und Geriater relevant sind“, sagt Wirth. „Und wir haben gemerkt, dass die Konzentration auf einen Präsenzkongress genau richtig war. Wir konnten die Freude der Menschen über die Live-Veranstaltung gegenüber einer eher eindimensionalen Online-Veranstaltung tatsächlich spüren – das zog sich durch alle Kongresstages hindurch“, so Simm. 

Vielfach ausgezeichnet: Herausragende wissenschaftliche Leistungen in der Alternswissenschaft und Altersmedizin

Bei der Veranstaltung wurde nicht nur der aktuelle Stand der Forschung präsentiert – es wurden auch wichtige Arbeiten der Gerontologie und Geriatrie hervorgehoben und ausgezeichnet. Die verliehenen Preise honorieren Arbeiten, die von besonderer Relevanz für die Forschung sowie den klinischen Alltag sind. Geehrt wurden für ihre herausragenden Forschungsarbeiten Professor Roland Nau aus Göttingen mit dem Ehrenpreis der Rolf- und Hubertine-Schiffbauer-Stiftung über 6.000 Euro, Dr. Mathias Schlögl aus Barmelweid in der Schweiz mit dem Schiffbauer-Förderpreis über 3.000 Euro, Dr. Phoebe Ullrich aus Heidelberg mit dem Preis zur Förderung der interdisziplinären Altersforschung über 2.000 Euro, Marie-Theres Huemer aus München mit dem Bethesda-Forschungspreis des Wissenschaftsforums Geriatrie über 1.000 Euro sowie Alina Napetschnig aus Bochum mit dem Förderpreis der Wilhelm-Woort-Stiftung für Alternsforschung über 20.000 Euro. Melanie Zirves aus Köln hat den mit 1.000 Euro dotieren Best-Paper-Award der DGGG erhalten.

Bildquelle: Torben Brinkema