Aktuelle Meldungen
DGG-Arbeitsgruppe Ernährung und Stoffwechsel veröffentlicht neue Info-Flyer zu Mangelernährung und Proteinversorgung im Alter
Die Arbeitsgruppe Ernährung und Stoffwechsel der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hat zwei neue Patientenflyer veröffentlicht, die praxisnahe Hilfen in den Bereichen Mangelernährung und Proteinversorgung für den Alltag älterer Menschen bieten. „Hausarztpraxen, Geriaterinnen und Geriater, Pflegeeinrichtungen und weitere Versorgungspartner bieten die Flyer ein niedrigschwelliges Instrument, um Mangelernährung und unzureichende Proteinaufnahme strukturiert anzusprechen, zu erklären und erste Maßnahmen einzuleiten“, sagt AG-Leiterin Dr. Mirja Katrin Modreker. Beide Flyer können über die Website der Arbeitsgruppe kostenlos heruntergeladen, in Arztpraxen ausgedruckt und mit Praxisstempel versehen an Patientinnen und Patienten, Angehörige und andere Interessierte weitergegeben werden.
Konkreter Mehrwert für den Alltag: Der Flyer zur Mangelernährung erklärt leicht verständlich, woran Betroffene und Angehörige eine Mangelernährung erkennen – etwa an ungewolltem Gewichtsverlust, weniger Appetit und zunehmender Schwäche – und zeigt typische Ursachen wie akute oder chronische Erkrankungen, Kau- und Schluckstörungen, Einsamkeit oder eingeschränkte Mobilität auf. Dazu werden direkt umsetzbare Lösungsideen vorgeschlagen, zum Beispiel appetitanregende Gewürze, weiche oder passierte Speisen bei Schluckproblemen, Essen-auf-Rädern oder gemeinsame Mahlzeiten.
Mangelernährung erhöht das Risiko für Muskelschwäche, Stürze und Infektionen
Mangelernährung ist nicht nur ein Problem mit Untergewicht, auch formal normgewichtige Patientinnen wie Patienten können davon betroffen sein. Mangelernährung tritt zudem auch häufig als Folge von Erkrankungen auf – und erhöht das Risiko für Muskelschwäche, Stürze und Infektionen deutlich. Der neue Flyer stellt diese Zusammenhänge patientenorientiert dar – in Kombination mit einfach umsetzbaren, kleinschrittigen Maßnahmen, die Betroffene selbst und gemeinsam mit Angehörigen oder dem Behandlungsteam angehen können. Zudem enthält der Flyer alltagstaugliche Tipps zur Steigerung der Energiezufuhr – etwa durch das Anreichern von Speisen mit Öl, Käse, Sahne, Butter oder Nüssen – sowie hochkalorische Snack- und Rezeptideen wie Joghurtgetränke, Eiersalat, Schinken-Käse-Röllchen oder Grießbrei mit Sahne. Eine einfache Wochenübersicht hilft Patientinnen und Patienten, drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten pro Tag zu planen und zu kontrollieren, ob die gesetzten Ernährungsziele erreicht wurden.
Proteinversorgung: Neue und praxisrelevante Erkenntnisse
Der Protein-Flyer legt den Fokus auf eine ausreichende Eiweißzufuhr als Schlüssel, um Muskelkraft, Knochenstabilität und ein starkes Immunsystem im Alter zu erhalten. In übersichtlichen Tabellen wird der Proteingehalt typischer Lebensmittel nach üblichen Portionen angegeben und mit alltagstauglichen Tipps verknüpft – etwa Quark als Brotaufstrich zu nutzen, ein Ei in die Suppe einzurühren, Gemüse mit Käse zu überbacken oder proteinreiche Zwischenmahlzeiten wie Obstquark, Joghurt mit Nussmus oder ein gekochtes Ei einzuplanen.
Menschen ab 65 Jahren benötigen in der Regel mehr Eiweiß als jüngere Erwachsene: Empfohlen werden etwa ein Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und bei Krankheit meist noch höhere Mengen. Diese altersgerechte Empfehlung spiegelt den aktuellen wissenschaftlichen Stand wider und ist für viele Patientinnen und Patienten neu, die oft noch von deutlich niedrigeren Richtwerten ausgehen. Betont wird, dass Proteine in Kombination mit Bewegung besonders effektiv wirken und so Kraft und Ausdauer besser erhalten werden können. Neu hervorgehoben wird die gezielte Kombination pflanzlicher Proteinquellen, um deren biologische Wertigkeit zu steigern.
Jetzt Flyer runterladen und an Patientinnen und Patienten weiterreichen:
- „Mangelernährung im Alter – Erkennen und Handeln! Was Sie im Alltag bei Mangelernährung tun können“
- „Protein im Alter – Kraftvoll und gesund bleiben! Wie Sie genug Protein im Alltag zu sich nehmen können“
Bildunterschrift:
Leiten gemeinsam die DGG-Arbeitsgruppe Ernährung und Stoffwechsel: Dr. Mirja Katrin Modreker (li.) und Dr. Kristin Häseler-Ouart. Fotos: privat
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