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Pressemeldungen

16. September 2026

PM: Langlebigkeitsgene und Biomarker – Altersbedingte Erkrankungen können durch Gesundheitschecks reduziert werden

Professorin Eline Slagboom

Für alle wichtigen Erkrankungen spielt der menschliche Alterungsprozess eine bedeutende Rolle. Gleichzeitig verläuft er sehr heterogen und ist formbar, wie Professorin Eline Slagboom in den letzten 25 Jahren erforscht hat. Die renommierte Molekularbiologin vom Medical Center der niederländischen Universität Leiden interessiert sich derzeit vor allem für die Frage: Wie lässt sich das Wissen über biologische Alterungsprozesse konkret nutzen, damit Menschen länger gesund und vital bleiben? Dafür hat sie mit ihrem Forschungsteam einen eigenen Score namens „Personal-MetaboHealth“ entwickelt, den sie am 23. September 2026 in Frankfurt am Main auf dem gemeinsamen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vorstellt.

Genvarianten beeinflussen Langlebigkeit

„Wir wissen heute viel darüber, wie Alterungsprozesse und Alterungsmechanismen auf zellulärer Ebene funktionieren“, erklärt die bekannte Biologin. „Die große Herausforderung ist es, dieses Wissen so zu übersetzen, dass es für die Gesundheit eines einzelnen Menschen nutzbar wird.“ In oft aufwändigen Studien erforscht Slagboom seit vielen Jahren klinische und molekulare Parameter des physiologischen Abbaus, des Ausbruchs von Krankheiten, der (Multi-)Morbidität, der Mortalität oder der Langlebigkeit.

Die Niederländerin und ihr Team suchen deswegen in Familien, deren Lebenserwartung über mehrere Generationen hinweg zu den höchsten zehn Prozent der jeweiligen Generation gehört, nach genetischen Erklärungen. „Unsere Untersuchungen weisen hier auf Genom-Regionen und -Varianten in entzündungs- und immunbezogenen Signalwegen hin“, erklärt sie.

Biomarker für altersbedingte Risiken könnten in Gesundheitschecks integriert werden

Spezielle Biomarker können mittlerweile die Risiken für Funktionsverlust, Multimorbidität oder Mortalität im Alter verlässlich vorhersagen. In der Altersforschung lag der Fokus dafür zunächst auf dem Prozess der sogenannten CpG-Methylierung, bei dem chemische Bausteine an DNA angelagert werden. In jüngerer Zeit wurde stärker mit Proteinen geforscht. In ihrer eigenen Arbeit verbindet Professor Slagboom die Erforschung von Proteinen mit bestimmten Stoffwechselprodukten, den Metaboliten.

„Aus sehr großen Datensätzen haben wir Scores generiert, die das Risiko für Gebrechlichkeit, kognitiven Verfall, kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs und Ateminsuffizienz anzeigen. Um die Umsetzung solcher Informationen als umfassenden Gesundheitscheck zu erwägen, haben wir uns auf einen Score namens ,Personal-MetaboHealth’ konzentriert, der skalierbar, kostengünstig und in Interventionsstudien mit älteren Erwachsenen umsetzbar ist”, sagt Eline Slagboom.

Wie dieser Score konkret zur Gesundheit von Menschen ab 50 Jahren beitragen und in der Altersforschung eingesetzt werden kann, wird die Expertin dann auf dem Geriatrie- und Gerontologiekongress dem Fachpublikum aufzeigen.


Über die Person:

Prof. Eline Slagboom leitet die Abteilung für Molekulare Epidemiologie innerhalb des Fachbereichs Biomedizinische Datenwissenschaften am Medical Center der Universität Leiden (Niederlande). Sie war Vorsitzende des LUMC-Forschungsprofils zum Thema Altern sowie der DUSRA, der Niederländischen Gesellschaft für Altersforschung. Slagboom ist Projektleiterin der „Leiden Longevity Study“ und Fellow am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln. Sie war Vorstandsmitglied von BBMRI-NL (Biobanking and Biomolecular Resources Research Infrastructure) und leitete nationale Studien im Bereich der Metabolomik. Slagboom war Mitglied des Organisationskomitees verschiedener renommierter internationaler Konferenzen (wie beispielsweise des Wellcome Trust, Großbritannien) und kann über 400 wissenschaftliche Publikationen vorweisen.

Interviews und Hintergrundgespräche
Sie möchten mit Eline Slagboom sprechen, suchen Expertise für ein bestimmtes Thema oder möchten einzelne Veranstaltungen des Gemeinschaftskongresses besuchen? Wir unterstützen Sie gerne bei der Organisation von Interviews und Hintergrundgesprächen – vorab oder direkt in Frankfurt.

Akkreditierung
Die Akkreditierung ist unkompliziert bei uns in der Pressestelle möglich. Einfach eine E-Mail an Pressesprecherin Nina Meckel senden: presse@dggeriatrie.de
Bei Fragen erreichen Sie uns unter 089-230 69 60 69. 

 

Foto: privat

Pressesprecherin der DGG

Für Interview-Anfragen und Experten-Informationen steht Ihnen Nina Meckel gerne als Ansprechpartnerin zur Seite.

Nina MeckelNina Meckel

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