Ursula Müller-Werdan – Copyright: UKH

(28.07.2015) Sie ist die neue Chefärztin im Hause: Seit dem 1. April leitet Professor Dr. Ursula Müller-Werdan das Evangelische Geriatriezentrum Berlin (EGZB). Die Einrichtung der Charité ist eines der führenden deutschen Zentren im Bereich der Altersmedizin. Parallel hat die 54-Jährige aus dem Allgäu auch die W3-Professur für Geriatrie an der Charité-Universitätsmedizin Berlin übernommen. Nach 100 Tagen im Amt zieht sie eine erste Bilanz und spricht über die Entwicklung in Berlin, in der Geriatrie an sich sowie die Veränderung der universitären Landschaft.

Wie ist Ihre persönliche Bilanz nach 100 Tagen in Berlin?
Man muss schon sagen, dass mir die Kolleginnen und Kollegen hier den Einstieg ganz leicht gemacht haben. Die Abläufe im Haus sind fantastisch eingespielt. Und das Zentrum ist sicher ein Leuchtturm im Bereich der klinischen Geriatrie. Hier können wir unseren humanitären Auftrag, die Patientenversorgung und die klinische Forschung hervorragend verbinden. Für mich heißt das auch, dass ich gleich zu Beginn meiner Zeit in die studentische Lehre eingestiegen bin.
Zudem habe ich bereits mit dem Aufbau meines eigenen Forschungsbereiches begonnen. Dabei geht es um die Alterungsprozesse des Herzens und anderer innerer Organe. Natürlich ist man zu Beginn einer solch anspruchsvollen Aufgabe sehr stark gefordert. Aber ich fange ja nicht bei Null an und ich komme jeden Tag wirklich gerne hier her. Man kann es nicht anders sagen, es ist wirklich mein absoluter Traumjob.

Gewalt gegen ältere Menschen

(22.07.2015) Manchmal werden Pflegende zu Tätern. Weil aber nicht sein kann, was nicht sein darf, wird Gewalt gegen ältere und pflegebedürftige Menschen kaum öffentlich diskutiert. Erhebungen zufolge berichtet jedoch jeder zehnte Senior von Übergriffen in seinem direkten Umfeld – wobei von einer großen Dunkelziffer auszugehen ist. Mag der Grund Überforderung, Unwissenheit oder Zeitmangel sein – Hilfsbedürftige müssen besser geschützt werden! So widmet sich derzeit die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) der Frage, welche Rolle Mediziner dabei spielen können, Gewalt gegen ältere Menschen schneller aufzudecken oder dieser vorzubeugen.

Prof. Dr. Johannes Pantel

(08.07.2015) Rund 1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland an Demenz erkrankt, zwei Drittel von ihnen an Alzheimer. Bedingt durch die alternde Bevölkerung steigen die Zahlen weiterhin an: Jedes Jahr kommen 40.000 Alzheimerpatienten mehr hinzu. Die Altersmedizin sucht nach wirkungsvollen Behandlungsmöglichkeiten. Doch bis heute ist die Krankheit unheilbar. „Alzheimer ist noch heute für viele Patienten wie eine Hiobsbotschaft“, sagt Professor Dr. Johannes Pantel, Inhaber der Professur für Altersmedizin mit Schwerpunkt Psychogeriatrie der Goethe-Universität Frankfurt. „Wir können heute die Krankheit zwar immer noch nicht aufhalten, aber zumindest mit Medikamenten und anderen Behandlungen mehr Jahre in guter Lebensqualität gewinnen.“ Somit geben neue Studienansätze Hoffnung.

Verordnung von Saft-Zubereitungen

(01.07.2015) Eigentlich gibt es einen Verordnungsausschluss für Saftzubereitungen. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Kassenärzte können geriatrischen Patienten, die an Dysphagie leiden, nach individueller Prüfung durchaus entsprechende Zubereitungen verschreiben. Ermöglicht wird dies durch eine Ausnahmeregelung in der Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, auf die die AG Dysphagie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG) hinweist.

Prof. Dr. Clemens Becker

(18.06.2015) Ob Fitnessarmband, Lauf-App fürs Handy oder Exergame für die Spielkonsole – wer Sport treibt, für den sind Hightech-Hilfsmittel längst selbstverständlich, um alle Körperdaten aufzuzeichnen. Anders in der Altersmedizin, der Geriatrie: Das gesundheitliche Assessment betagter Patienten wird noch immer lieber mit Stift, Zettel und Stoppuhr vorgenommen, anstatt Computerprogramme zu nutzen. Aber die Implementierung der neuen Technik in den Klinikalltag und die Therapie bringt für Ärzte wie Patienten große Vorteile, zeigt Professor Dr. Clemens Becker, Chefarzt der Klinik für Geriatrische Rehabilitation am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart auf. Er versucht Ärzten wie Patienten die Scheu vor neuer Technik zu nehmen.