Dr. Anja Kwetkat

(12.11.2018) Mehr als 650.000 Menschen erkranken jährlich an einer Lungenentzündung – alleine in Deutschland. Vor allem für Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen kann das tödlich enden. „Noch immer unterschätzen Betroffene die Folgen einer Lungenentzündung“, sagt Dr. Anja Kwetkat (Foto), Direktorin der Klinik für Geriatrie am Uniklinikum Jena und Leiterin der Arbeitsgruppe Impfen der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG). Pneumokokken sind die häufigsten Erreger. „Dabei kann eine rechtzeitige Impfung Leben retten – in jedem Alter“, so Kwetkat. Deshalb unterstützt die Arbeitsgruppe Impfen der DGG den Welt-Pneumonie-Tag der International Federation on Ageing (IFA) am 12. November. „Wir laden Mediziner und Bürger ein, gerade am Aktionstag über die positiven Auswirkungen einer Impfung aufzuklären. So können wir viele Leben retten.“

Die IFA lädt alle Interessierten dazu ein, vorbereitete Kurznachrichten zum Thema Pneumonie über die sozialen Netzwerke zu teilen. „Wir unterstützen diese Idee, weil wir so auf unkomplizierte Weise weite Teile der Bevölkerung erreichen und zukünftig mehr Menschen durch eine passende Impfung schützen können“, so Kwetkat. Damit der Arbeitsaufwand so gering wie möglich bleibt, hat die IFA einen Social-Media-Kalender zusammengestellt. Verwenden Sie die fertigen Textvorlagen, Links und Bilder, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Nutzen Sie zum Teilen Ihrer Nachrichten die Hashtags #WorldPneumoniaDay und #VaccinesWork sowie die Markierungen @IntFedAgeing zusammen mit @Vaccines4Life.

Gegen Pneumonien: Impfempfehlungen für ältere Menschen ergänzt

In den vergangenen Jahren hat die Arbeitsgruppe Impfen der DGG die STIKO-Empfehlungen um spezifische Empfehlungen speziell für ältere Menschen ergänzt. „Es wurde lange Zeit nur ungenügend darauf eingegangen, dass das Immunsystem alter Patienten anders auf Impfungen reagiert, als bei jüngeren Patienten“, sagt Dr. Anja Kwetkat. Die Kenntnisse zur Immunseneszenz bei Hochaltrigen und Senioren mit Multimorbidität sollten immer in den Impfempfehlungen berücksichtigt werden. „Influenza-und Pneumokokkenimpfung sind ein starkes Team gegen Pneumonien“, sagt Kwetkat. Gerade jetzt zum Start der Grippesaison solle der Impfstatus von Patienten nochmals grundsätzlich geprüft werden. „Es ist die passende Gelegenheit, bestehende Impflücken zu schließen. Hier sind sowohl Hausärzte als auch Patienten in der Pflicht“, so Kwetkat.

Die AG Impfen der DGG hat die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO für den Jahreswechsel 2018/2019 speziell für ältere Menschen als PDF-Datei zusammengestellt und mit geriatriespezifischen Informationen ergänzt.