Prof. Dr. med. Hans Jürgen Heppner

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitglieder,

ich hoffe sehr, Sie konnten alle das vergangene Jahr gut ausklingen lassen und hatten einen guten Start in das neue Jahr 2019.

Wie Sie sich vorstellen können, habe auch ich ein paar Vorsätze für das neue Jahr und die Entwicklungen in der DGG. Das vergangene Jahr ging ja doch turbulent zu Ende: die Bundespressekonferenz zum Thema Alterstraumatologie, die Aussendung der Musterweiterbildungsordnung für die Humanmedizin, erneut leider ohne den bundesweiten Facharzt für Geriatrie, das bittere Bundessozialgerichtsurteil zur Dokumentation der geriatrischen Teamsitzungen mit der Änderungseingabe des OPS zur geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung beim DIMDI. In diesem Zusammenhang sind die Auswirkungen der anhängigen Kostenträgerklagen bei den Sozialgerichten noch überhaupt nicht absehbar. Und dann auch noch die Debatte um die Personaluntergrenzen in der Pflege, die ohne sinnvolle Einbeziehung der Geriatrie geführt wurde. Wir als DGG begrüßen grundsätzlich die Einführung der Personaluntergrenzen in der Geriatrie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Pflegenden und zur Stabilisierung der hohen medizinischen Versorgungsqualität in Deutschland.

Pflegebedarf in der Geriatrie nicht ausreichend berücksichtigt

Der aktuell zugrunde gelegte Personalschlüssel gibt aber auch Anlass zur Diskussion. Im Vergleich zu anderen Fachgebieten erscheint die Intensität des Pflegebedarfs in der Geriatrie nicht ausreichend berücksichtigt. Besonders unverständlich ist, dass der Anteil an Pflege-Hilfskräften in der Geriatrie fast doppelt so hoch sein darf wie in anderen Fachabteilungen. Zusätzlich bleibt zu befürchten, dass die genannten Personaluntergrenzen nun alsbald als „Obergrenzen-Standard“ übernommen werden, zumal über die Inhalte und Aufgaben bei der „Untergrenzen-Besetzung“ keine verbindlichen Aussagen gemacht wurden. Wir fordern daher als DGG, dass die Belange und Themen nicht nur von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) vertreten werden, sondern auch die medizinischen Fachgesellschaften – zusammen mit den Pflegeverbänden – in der Entscheidungsfindung mit einbezogen werden.

Engagement der Mitglieder: DGG-Vorstand unterstützt Arbeitsgruppen finanziell

Was steht sonst noch an für die kommenden Monate? Die letzten Berichte aus den Arbeitsgruppen unserer Gesellschaft machten das große Engagement der Mitglieder sichtbar und sind für uns im Vorstand ein klares Zeichen, die AGs in diesem Jahr noch mehr zu unterstützen – strukturell wie auch finanziell. Auch die Gruppe zur Erstellung der Leitlinie „Geriatrisches Assessment“ hat volle Fahrt aufgenommen und wird ihre Arbeit bald abgeschlossen haben. Für die Überlegungen zur Neustrukturierung der Notaufnahmen in den Kliniken haben wir uns eng mit der Deutschen Gesellschaft für interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) in Gesprächen abgestimmt, um geriatrische Kompetenz in den akutversorgenden Strukturen zu implementieren.

Ausbildungscurriculum abgestimmt – Reevaluierung der Lehrkonzepte für Geriatrie

Weiterhin haben wir zusammen mit den Dysphagie-Experten der Deutschen Gesellschaft für Neurologie das Ausbildungscurriculum zum FEES-Expertenworkshop (fiberendoskopische Evaluation des Schluckens) abgestimmt. Sie können dies in Kürze auf der Homepage der DGG nachlesen. Außerdem steht noch dieses Jahr die Reevaluierung der Lehrkonzepte für Geriatrie an den deutschen Universitäten an. Hierfür möchte ich jetzt schon um Ihre Teilnahme bitten, um verlässliche Aussagen machen zu können.

Sie sehen, es gibt einiges zu tun! Doch da ich um Ihre aktive Mitarbeit und Unterstützung bei all diesen Aufgaben weiß, blicke ich sehr zuversichtlich in das vor uns liegende Gesellschaftsjahr.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen guten Start in das neue Jahr 2019!

Herzlichst,
Ihr Hans Jürgen Heppner