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(10.06.2020) Handeln, bevor Schmerzen chronisch werden – das ist das Ziel des Forschungsprojektes PAIN2020. In den nächsten drei Jahren untersuchen Wissenschaftler, wie Patienten vor einer Chronifizierung ihrer Schmerzen bewahrt werden können. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) unterstützt das Projekt und ruft interessierte Mitglieder auf, sich ebenfalls daran zu beteiligen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Einmal die Information eigener Patienten über die Teilnahme am Projekt – die Patientenrekrutierungsphase endet im September 2020. Eine weitere Möglichkeit ist die direkte Teilhabe am PAIN2020-Netzwerk mit Vorteilen wie einem frühzeitigen therapeutischen Angebot.

Für Patientinnen und Patienten mit einem Risiko für eine Chronifizierung des Schmerzes hat die Deutsche Schmerzgesellschaft mit der Krankenkasse BARMER und weiteren Partnern das Projekt „PAIN2020 – Patientenorientiert. Abgestuft. Interdisziplinär. Netzwerk.“ initiiert. Untersucht wird, ob sich die Versorgungssituation von Patienten verbessern lässt, wenn sie frühzeitig eine interdisziplinäre Diagnostik und entsprechende Therapieempfehlungen erhalten. Das Modellprojekt wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit sieben Millionen Euro gefördert, läuft über drei Jahre und soll insgesamt 6.000 Patienten aufnehmen.

Interdisziplinäre Bewertung führt zu individueller Therapieempfehlung

Im Zentrum steht die umfassende Untersuchung der Betroffenen in Form einer interdisziplinären multimodalen Bewertung durch ein Team aus Ärzten, Psychologen und Physiotherapeuten. Sie sollen gemeinsam auf Basis ihrer jeweiligen Befunde auf die Patienten zugeschnittene Therapien empfehlen. Das Team informiert und berät die Patienten, welche Therapie beim Hausarzt, beim Facharzt, ambulant, stationär oder in einer Tagesklinik empfehlenswert ist. Dabei werden somatische (den Körper betreffende), psychologische und soziale Aspekte berücksichtigt.

Zwei Therapiemodule: Schulung und berufsbegleitende Therapie

Für das Projekt wurden zwei interdisziplinäre multimodale (Schmerz-)Therapiemodule entwickelt, die die üblichen Therapieformen in der ambulanten Versorgung ergänzen sollen: Beim Therapiemodul „Edukation (E-IMST)“ handelt es sich um eine einmalige Schulung: Der Patient erhält in einer drei Stunden dauernden Gruppenschulung Basisinformationen zu Ursachen und Formen sowie zur Bewältigung von Schmerzen und wird über die Bedeutung von Eigenverantwortung in der Anwendung schmerzreduzierender Strategien geschult. Das Therapiemodul „Begleitende Therapie (B-IMST)“ ist berufsbegleitend mit 32 Stunden, verteilt über zehn Wochen, umfangreicher. In Gruppen von bis zu acht Patienten werden die Teilnehmer ebenfalls über die Erkrankung und die Methoden der Schmerzbewältigung informiert sowie dabei unterstützt, selbstverantwortlich mit körperlichen und psychischen Bedürfnissen umzugehen und Strategien im Umgang mit Schmerzen und anderen Belastungen zu entwickeln.

Weitere Informationen und die teilnehmenden PAIN2020-Zentren finden Sie unter www.pain2020.de. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an info@pain2020.de.