Dr. Stefan Grund, Prof. Dr. Katrin Singler, Prof. Dr. Dr. Maria Cristina Polidori

(03.11.2020) Die Geriatrie ist ein Wachstumsfach und auch immer stärker mit Lehrangeboten an den Universitäten vertreten. Zu aktuell 13 Lehrstühlen in Deutschland kommen noch einige universitär-assoziierte Einrichtungen. „Es ist also an der Zeit, die studentische Ausbildung gezielt zu fördern und die Lehre auf einem hohen Niveau zu vereinheitlichen“, sagt Dr. Stefan Grund (Foto links), Oberarzt am Agaplesion-Bethanien-Krankenhaus Heidelberg. Dafür hat er die neue Arbeitsgruppe „Studentische Lehre“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) initiiert. Hier sollen jetzt passende Ziele definiert und Lösungen erarbeitet werden.

In einem ersten Schritt soll es darum gehen, die universitären Lehrstühle im Fach Geriatrie miteinander zu vernetzen. Schon jetzt wird die Arbeitsgruppe von 13 universitären Einrichtungen in Deutschland, darunter elf Lehrstühle für Geriatrie, und einer universitären Einrichtung in Österreich unterstützt. „Die studentische Lehre an allen Einrichtungen steht ohnehin vor großen Herausforderungen. Die Curricula unterscheiden sich stark, es gibt kaum innovative Lehrkonzepte. Und die Corona-Pandemie hat nun nochmals verdeutlicht, an welchen Stellen es an den Universitäten strukturelle Schwächen gibt“, sagt Stefan Grund.

Attraktivität der Geriatrie als Fach stärken – Breites Lehrangebot für Studierende

Die neue DGG-Arbeitsgruppe will sich in einem nächsten Schritt für die Homogenisierung einer inhaltlich qualitativ hochwertigen studentischen Lehre einsetzen. „Einheitliche Curricula – sowohl national als auch international – sollen dazu beitragen, die Attraktivität des Faches Geriatrie als berufliches Ziel zu stärken. Studierenden soll die Möglichkeit eines breiteren Lehrangebotes gegeben werden, das neben geriatrischem Wissen auch Fertigkeiten und Einstellungen vermittelt, die sie im Umgang mit Patienten dringend benötigen“, erläutert Professorin Katrin Singler (Foto Mitte), stellvertretende AG-Leiterin und Oberärztin der Geriatrischen Klinik am Klinikum Nürnberg sowie Mitarbeiterin am Institut für Biomedizin des Alterns an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Singler hat bereits viele Jahre auf europäischer Ebene zu Themen der geriatrischen Ausbildung geforscht. „Als Wissenschaftlerin ist es mir auch wichtig, dass wir uns als AG zukünftig intensiver in die Leitlinienarbeit einbringen.“

Innovative Konzepte: Aufbau einer digitalen Lehrplattform gefordert

Darüber hinaus setzt sich die Arbeitsgruppe dafür ein, dass so bald wie möglich eine Plattform für digitale Lehrinhalte im Fachbereich Geriatrie aufgebaut wird. „Die Entwicklung von innovativen Konzepten für die studentische Lehre und natürlich auch deren Implementierung in den praktischen Universitätsalltag ist die große Herausforderung unserer Zeit. Technisch ist mittlerweile vieles möglich, aber es muss auch von den Institutionen vorgelebt werden“, sagt Professorin Maria Cristina Polidori (Foto rechts), zweite Stellvertreterin der DGG-Arbeitsgruppe „Studentische Lehre“. Polidori leitet den Schwerpunkt Klinische Altersforschung am Universitätsklinikum Köln.

Wer in der neuen DGG-Arbeitsgruppe „Studentische Lehre“ mitwirken möchte, kann sich gerne an das Leitungsteam wenden. Weitere Informationen und Kontaktdaten gibt es auf der Website der Arbeitsgruppe.

Fotos von links nach rechts:
Dr. Stefan Grund, Quelle: privat
Prof. Dr. Katrin Singler, Quelle: Klinikum Nürnberg
Prof. Dr. Dr. Maria Cristina Polidori, Quelle: MedizinFotoKöln