Dr. med. Rudolf Siegert

(13.08.21) Für die bedarfsgerechte Indikationsstellung sowie Leistungserbringung in der mobilen Rehabilitation sind jetzt neue Regelungen veröffentlich worden. Dabei geht es unter anderem um die Ausweitung von Zuweisungskriterien, eine verbesserte Behandlungsstrategie, eine flexiblere Leistungserbringung sowie die Einbeziehung des Lebens- und Wohnumfeldes. „Wir begrüßen diese neuen Empfehlungen zur mobilen Rehabilitation sehr und hoffen, dass es auf dieser Grundlage einen deutlichen Entwicklungsschub für den Ausbau von mobilen Reha-Angeboten bundesweit geben wird“, sagt Dr. Rudolf Siegert (Foto), Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Mobile Rehabilitation (BAG MoRe) sowie Leiter der DGG-Arbeitsgruppe „Mobile Geriatrische Rehabilitation“. Das Thema wird am 4. September im Rahmen eines Symposiums beim Onlinekongress der DGG erörtert. Am Standort der Mobilen Reha Bremen wird es am 22. Oktober zudem wieder ein Gründerseminar geben.

Die neuen „Gemeinsamen Empfehlungen zur mobilen Rehabilitation“ wurden durch den GKV-Spitzenverband und die Verbände der Krankenkassen auf Bundesebene erarbeitet – unter Beteiligung der Medizinischen Dienste sowie unter Einbezug der Bundesarbeitsgemeinschaft Mobile Rehabilitation. Wesentlich ist, dass die bisher starren Indikationskriterien für eine mobile Rehabilitation erweitert wurden. Dieses Nadelöhr hat in der Praxis teilweise zu einem begrenzten Patientenklientel geführt. Künftig können nun Patientinnen und Patienten mit entsprechendem Versorgungsbedarf von dem Angebot einer mobilen Rehabilitation profitieren, wenn sie die am besten geeignete Rehabilitationsform ist.

Flexible Leistungen: Die individuellen Ziele stehen im Fokus

Darüber hinaus sind in den neuen Empfehlungen die geforderte Behandlungsfrequenz und die Rehabilitationsdauer angepasst worden, sodass die Leistung jetzt flexibler erbracht werden kann. Ferner ist außerdem zu beurteilen, welche Behandlungsstrategie für die Patienten am besten geeignet ist, um die individuellen Ziele zu erreichen. Dazu zählt auch die Form der Rehabilitation. Mehr in den Fokus rücken zudem die Bedeutung des Gesundheitszustands insgesamt sowie der Einfluss des Lebens- und Wohnumfeldes der Patienten. Auch die Unterstützungsmöglichkeiten von An- und Zugehörigen werden in eine Bewertung mit einbezogen, auf deren Grundlage die Behandlungsstrategie ausgerichtet wird.

Kritik: Versorgungslücke für jüngere Menschen mit komplexen Gesundheitsproblemen

„Trotz aller Weiterentwicklungen sehen wir immer noch eine eklatante Versorgungslücke für jüngere Menschen mit komplexen Gesundheitsproblemen und Teilhabeeinschränkungen“, sagt Siegert. Für dieses Klientel seien alltagsrelevante Teilhabeziele in der Regel nur mit einem indikationsübergreifenden Ansatz zu erreichen. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass die GKV-Empfehlungen dies in Zukunft ebenfalls abbilden.“ Die Auswirkungen der neuen Empfehlungen werden am 4. September im Rahmen eines Symposiums der DGG-Arbeitsgruppe „Mobile Geriatrische Reha“ beim digitalen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie besprochen. Eine wichtige Rolle spielen die Neuerungen auch beim Gründerseminar „Mobile Rehabilitation“ am 22. Oktober in Bremen, zu dem Anmeldungen ab sofort möglich sind.

Termine:

Samstag, 4. September 2021, 8 bis 9.30 Uhr
Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
Symposium „Mobile geriatrische Rehabilitation – Update 2021“

Freitag, 22. Oktober 2021, 9.30 bis 18 Uhr
Bremen
Gründerseminar „Mobile Rehabilitation“