Geriatrie – Brücke zwischen Generalisten und Spezialisten | On-Demand-Angebot bis 30. November 2021 auf der Kongress-Website

Prof. Dr. Dr. Gerald Kolb, Quelle: Bonifatius Hospital Lingen

(04.09.2021) Für jahrzehntelange, herausragende Leistungen in der Altersmedizin hat Professor Dr. Dr. Gerald Kolb (68, Foto), zuletzt fast 30 Jahre Chefarzt der Geriatrie am Bonifatius Hospital Lingen (Ems), den erstmals ausgelobten DGG-Preis für das Lebenswerk erhalten. „Unser interdisziplinär überaus wertgeschätzter Kollege hat in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich dafür gesorgt, dass unser Fachgebiet der Geriatrie jetzt im Mittelpunkt vieler Behandlungen von älteren Patienten steht“, sagt Laudator Professor Hans Jürgen Heppner in seiner Funktion als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG). Gerald Kolb zeichne sich zudem dadurch aus, dass er die Onkologie und Geriatrie näher zusammengebracht habe – insbesondere auch durch seine intensive wissenschaftliche Arbeit, die viele neue Erkenntnisse hervorgebracht habe. Der Mediziner hat den Preis am vergangenen Donnerstag im Rahmen des DGG-Online-Kongresses in Empfang genommen und eine Special-Lecture zum Thema „Geriatrische Onkologie ist personalisierte Medizin“ gehalten. Kolb betont: „Die Geriatrie braucht verstärkt eigene Grundlagenforschung“.

Frau vor Laptop

(03.09.2021) Dieser Samstag lohnt sich: Am letzten Tag der DGG-Online-Konferenz gibt es morgen nochmal ein vielseitiges Programm mit zwölf wissenschaftlichen Sitzungen. Höhepunkt ist die Keynote-Lecture von Professorin Nathalie van der Velde von der Universität Amsterdam. Sie beschäftigt sich mit „Fall-risk-increasing Drugs“, kurz FRIDs. „Ein besonders wichtiges Thema im klinischen Alltag eines jeden Geriaters. Welche Rolle spielen bestimmte Medikamente bei Stürzen von älteren Menschen, wie lässt sich ihr Effekt trennen von dem der Krankheiten, für die sie gegeben werden, und wie können wir hier noch bessere Prävention betreiben? Das wird uns Professor van der Velde darlegen“, sagt Kongress-Präsident Professor Rainer Wirth.

(03.09.2021) Stürze sind die Hauptursache für Verletzungen und verletzungsbedingte Todesfälle bei älteren Menschen – maßgeblichen Anteil daran haben auch Nebenwirkungen bestimmter Medikamente: Rund 90 Prozent aller Sturz-Patienten nehmen sogenannte „Fall-risk-increasing Drugs“, kurz FRIDs, ein, die zum Beispiel zur Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen oder Depressionen verschrieben wurden. Die Gründe dafür, warum FRIDs im klinischen Alltag dennoch zu selten abgesetzt werden, beziehungsweise ihre Einnahme nicht modifiziert wird, sind vielfältig: Zum Beispiel Unwissenheit über FRIDs sowie die Neigung, positive Effekte bei Medikamenten zu überschätzen, aber auch negative Effekte zu unterschätzen. Und vor allem: fehlende Leitlinien zu diesem Thema. Zudem sind medikamentöse Nebenwirkungen höchst individuell. Klare und strukturierte Guidelines und Vorhersagemodelle für den klinischen Alltag zu schaffen, die sturzgefährdete ältere Menschen identifizieren helfen und individuelle Sturzprophylaxe ermöglichen – das ist das Forschungsziel von Prof. Nathalie van der Velde, Geriaterin am Amsterdam University Medical Center (AMC). Worauf sie morgen beim DGG-Online-Kongress in ihrer mit Spannung erwarteten Keynote eingehen wird und welche Erkenntnisse zu erwarten sind, das stellt sie nun im Video vor.

 

(02.09.2021) Der Online-Kongress der DGG startet heute um 14 Uhr mit derzeit rund 550 registrierten Teilnehmern. „Wir freuen uns sehr, dass das breit gefächerte Kongress-Programm auf positive Resonanz stößt. Es ist wichtig, dass wir uns jetzt zu allen relevanten Themen und neuen Forschungserkenntnissen der Geriatrie austauschen“, sagt Kongresspräsident Professor Rainer Wirth. Im Mittelpunkt steht heute nicht nur die mit großem Interesse erwartete Keynote von Professor Ulrich Christoph Liener, der über die Meilensteine aus 20 Jahren Alterstraumatologie berichten wird. Mindestens genauso spannend ist die Frage, wer heute den erstmals ausgelobten „DGG-Preis für das Lebenswerk“ erhalten wird. Eine Anmeldung ist noch jetzt über die Kongress-Website möglich.

(02.09.2021) In der öffentlichen Debatte wird das Thema Long-COVID derzeit vor allem im Zusammenhang mit Menschen unter 60 Jahren diskutiert. Doch auch viele ältere Menschen leiden unter den Langzeitfolgen, wie Geriater im klinischen Alltag erleben. Das wirft viele wichtige Forschungsfragen auf, zum Beispiel: Wie wirkt sich die Langzeiterkrankung auf den Alterungsprozess der über 60-Jährigen aus? Welche Mechanismen liegen diesem Prozess zugrunde? Wie kann die Immunantwort bei älteren, gebrechlichen Menschen gestärkt werden? Was lässt sich daraus für den Umgang mit anderen Infektionskrankheiten lernen? Dr. Claire Steves, Clinical Senior Lecturer am King's College London und Consultant Geriatrician am Guys and St Thomas's NHS Foundation Trust, sucht nach Antworten auf diese Fragen. Im Video stellt sie vor, über welche Forschungsarbeiten und Erkenntnisse sie in ihrer Keynote morgen beim DGG-Online-Kongress berichten wird.

(02.09.2021) Im Alter steigt das Risiko, eine Schluckstörung zu entwickeln, drastisch an: Bei mehr als 50 Prozent der Pflegeheimbewohner und rund 70 Prozent aller im Krankenhaus behandelten geriatrischen Patienten treten altersabhängig bedingte Veränderungen des Schluckaktes (Presbyphagie) auf – mit möglichen Folgen wie Pneumonie, Mangelernährung oder Dehydratation. Das Bewusstsein und das Wissen darüber haben in der medizinischen Fachwelt in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Einer der führenden Dysphagie-Experten in Deutschland ist Professor Dr. Rainer Dziewas, Chefarzt der Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation am Klinikum Osnabrück. Im Video erläutert der renommierte Neurologe, über was genau er in seiner morgigen Keynote beim Online-Kongress der DGG sprechen wird.