Stellungnahme zur Sterbehilfe-Debatte

(03.09.2015) Im Januar 2014 hat Bundesgesundheitsminister Gröhe eine gesetzliche Neuregelung der „Sterbehilfe“ angekündigt. Fraktionsübergreifend sind inzwischen von verschiedenen Abgeordneten mehrere Gesetzentwürfe vorgelegt worden, die derzeit im Deutschen Bundestag diskutiert werden. Im November 2015 soll die Abstimmung darüber erfolgen. In der Praxis betreffen die diskutierten Vorschläge in erster Linie ältere Menschen. Deshalb sieht sich der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) in der Pflicht, zur Sterbehilfe-Debatte insgesamt Position zu beziehen.

Multimedikation

(01.09.2015) Das Thema Arzneimittelversorgung älterer Menschen ist selbst für erfahrene Mediziner eine Herausforderung. Chronische und Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität) tragen dazu bei, dass immer mehr Medikamente dauerhaft verschrieben werden – woraus sich teils gefährliche Wechsel- und Nebenwirkungen ergeben. Auch tragen Patienten und Angehörige oft selbst zum Problem der Multimedikation bei, indem sie zusätzlich zu den ärztlich verordneten Präparaten frei verkäufliche Mittel dem täglichen Bedarf hinzufügen.

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) setzt sich für Gegenstrategien ein: Weniger ist mehr! Altersmediziner müssen im Krankenhaus in der Regel Medikamente reduzieren oder absetzen, um eine Besserung des Wohlbefindes ihrer betagten Patienten zu erzielen. Darüber spricht DGG-Arzneimittel-Experte Dr. Joachim Zeeh, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Geriatrischen Fachklinik Georgenhaus Meiningen, im Interview.

Ageman

(31.08.2015) Sehr geehrte Damen und Herren, Vertreter der Presse,
wir laden Sie ein zum Selbstversuch: Altern Sie in 10 Minuten gleich um mehrere Jahrzehnte. Sie werden sich wie ein 80- oder 90-Jähriger fühlen und spüren, was es bedeutet alt zu sein!

Nehmen Sie teil am Workshop „Wie fühlt man sich geriatrisch? Erleben von körperlichen Funktionsdefiziten durch Simulationsanzüge“, der am Freitag, den 04.09.2015 von 13:00-16:00 Uhr auf dem Jahreskongress der DGG stattfindet. Oder seien Sie einfach nur stiller Beobachter, wenn 24 Altersmediziner in die Rolle ihrer Patienten schlüpfen...

Um so realistisch wie möglich darzustellen, wie sich ein Leben im hohen Alter anfühlt, können die Workshopteilnehmer unterschiedliche Simulationsanzüge ausprobieren. So werden Körpermotorik, Seh- und Hörvermögen stark eingeschränkt. Mit diesen funktionellen Defiziten müssen dann Stationen durchlaufen werden, in denen alltägliche Dinge als Aufgabe gestellt sind – wie zum Beispiel eine Flasche aufschrauben oder eine Tablette in zwei Hälften zerteilen. Denn das ist plötzlich sehr schwer oder sogar unmöglich.
ZDF-Journalistin Dunja Hayali hat zum Beispiel bereits vor Kurzem den Selbstversuch im Altersanzug gewagt. Einen kurzen Eindruck bekommen Sie unter http://www.heute.de/bedrohung-altersarmut-zdf-moderatorin-hayali-schuftet-in-einer-waescherei-im-altersanzug-39484798.html

Begleitet wird der DGG-Workshop von einem interdisziplinären geriatrischen Team aus Vertretern der Studentischen Lehre, der Physiotherapie und von ärztlicher Seite.

Was ist ein Geriater?

(27.08.2015) Der Geriater ist der Spezialist für die Behandlung sehr alter Menschen. Kinder gehen zum Kinderarzt – ganz klar! Ihr Organismus funktioniert anders als der von Erwachsenen. Und alte Menschen? Die sollten im besten Falle zum Altersmediziner, also zum Geriater. Der kennt sich aus. Denn auch der Organismus eines 90-Jährigen funktioniert anders, als der eines 30-Jährigen.
Vor allem: Der typische Geriater wird immer mehr zum Netzwerker zwischen den Disziplinen. Denn je nach Leiden oder Symptom, wird der alte Patient in unterschiedlichen medizinischen Bereichen behandelt, von vielen Ärzten und Therapeuten, die im Zweifelsfalle nichts voneinander wissen und sich nicht austauschen. Eigentlich ist in jedem Fall aber das Wissen der Altersmediziner vonnöten, um hochbetagten Patienten eine ausgezeichnete Versorgung zu gewährleisten. Gerade deshalb werden Geriater in der Medizin der Zukunft eine strategisch wichtige Rolle spielen. Bei ihnen laufen alle Fäden zusammen.

Ursula Müller-Werdan – Copyright: UKH

(28.07.2015) Sie ist die neue Chefärztin im Hause: Seit dem 1. April leitet Professor Dr. Ursula Müller-Werdan das Evangelische Geriatriezentrum Berlin (EGZB). Die Einrichtung der Charité ist eines der führenden deutschen Zentren im Bereich der Altersmedizin. Parallel hat die 54-Jährige aus dem Allgäu auch die W3-Professur für Geriatrie an der Charité-Universitätsmedizin Berlin übernommen. Nach 100 Tagen im Amt zieht sie eine erste Bilanz und spricht über die Entwicklung in Berlin, in der Geriatrie an sich sowie die Veränderung der universitären Landschaft.

Wie ist Ihre persönliche Bilanz nach 100 Tagen in Berlin?
Man muss schon sagen, dass mir die Kolleginnen und Kollegen hier den Einstieg ganz leicht gemacht haben. Die Abläufe im Haus sind fantastisch eingespielt. Und das Zentrum ist sicher ein Leuchtturm im Bereich der klinischen Geriatrie. Hier können wir unseren humanitären Auftrag, die Patientenversorgung und die klinische Forschung hervorragend verbinden. Für mich heißt das auch, dass ich gleich zu Beginn meiner Zeit in die studentische Lehre eingestiegen bin.
Zudem habe ich bereits mit dem Aufbau meines eigenen Forschungsbereiches begonnen. Dabei geht es um die Alterungsprozesse des Herzens und anderer innerer Organe. Natürlich ist man zu Beginn einer solch anspruchsvollen Aufgabe sehr stark gefordert. Aber ich fange ja nicht bei Null an und ich komme jeden Tag wirklich gerne hier her. Man kann es nicht anders sagen, es ist wirklich mein absoluter Traumjob.