Professor Manfred Schedlowski

(25.08.2020) Trotz des medizinischen Fortschritts bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten spielt eines oft nur eine untergeordnete Rolle: die Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Doch was ist mit den Bedürfnissen, Ängsten und Zweifeln der Patienten? Erst in den vergangenen Jahren wurde mit der systematischen Untersuchung des Phänomens „Placebo“ ein Paradigmenwechsel angestoßen. Denn die positiven Effekte der Arzt-Patienten-Kommunikation sind tatsächlich biologisch messbar. Über eben diesen Placeboeffekt und auch seinen Gegenspieler, den Noceboeffekt, seine Wirkung und aktuelle Erkenntnisse spricht Professor Manfred Schedlowski (Foto), Direktor des Institutes für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie am Universitätsklinikum Essen, in seiner Keynote bei der geriatrisch-gerontologischen Online-Konferenz. Diese findet vom 3. bis 5. September statt und wird von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) mit Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) organisiert.

Professor Alfonso J. Cruz-Jentoft

(18.08.2020) Muskelschwund neu im Fokus der medizinischen Wissenschaft: Wenn wir an Medizin denken, so denken wir an viele Organe und Organsysteme und die verschiedenen medizinischen Spezialgebiete. Die Muskulatur kommt uns dabei meist nicht in den Sinn. Allenfalls diejenigen, die Sport treiben, bekommen sie manchmal schmerzhaft zu spüren. Für unsere älteren Patienten ist die Funktion der Skelettmuskulatur allerdings ebenso relevant und wichtig wie der Herzmuskel für den Patienten mit Herzinsuffizienz. Diese Erkenntnis erscheint banal, jedoch ist die Sarkopenie im Sinne eines übersteigerten Verlustes der Muskelmasse und der Muskelfunktion erst in den vergangenen Jahren so richtig in den Fokus der Forschung gerückt. Professor Alfonso J. Cruz-Jentoft (Foto), Leiter der Geriatrischen Klinik des Universitätskrankenhauses Ramón y Cajal in Madrid, hat sich zusammen mit einer Gruppe international renommierter Geriater intensiv und erfolgreich um eine Europäische Konsensus-Definition und einheitliche diagnostische Standards bemüht. Diese Definition wird heute nahezu weltweit als Referenz betrachtet. Dazu und über die Rolle der Muskulatur im Alter spricht der Mediziner bei der geriatrisch-gerontologischen Online-Konferenz, die vom 3. bis 5. September stattfindet und von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) mit Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) organisiert wird.

Professor Andreas Stuck

(11.08.2020) Das geriatrische Assessment von 2020 ist nicht mehr das geriatrische Assessment von einst. Technologische Innovationen, die Einführung schweregradabhängiger Fallpauschalen, Fortschritte in Diagnostik und Therapie, das neue Konzept des Frailty-Syndroms: All dies hat dazu geführt, dass sich das geriatrische Assessment grundlegend verändert hat. Professor Andreas Stuck (Foto) hat in den 1990-er Jahren eine viel beachtete Metaanalyse zur Wirksamkeit des geriatrischen Assessments publiziert, und in den vergangenen Jahren in Praxis, Lehre und Forschung neue Formen des geriatrischen Assessments evaluiert. In seiner Keynote „Geriatrisches Assessment 2020“ im Rahmen der geriatrisch-gerontologischen Online-Konferenz vom 3. bis 5. September wird Stuck das Heute und Morgen zu diesem Themenschwerpunkt beleuchten.

Prof. Hans Jürgen Heppner

(08.05.2020) Das öffentliche Leben wird langsam hochgefahren – die Gefährdungen gerade für ältere Patienten aber bleiben. Davor warnt die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und mahnt zur Vorsicht. „Ein Besuch der Enkelkinder bei den Großeltern – für eine beschränkte Zeit, ohne körperlichen Kontakt und unter Einhaltung der nun allen bekannten Hygieneregeln – ist sicher kein Problem“, sagt DGG-Präsident Professor Hans Jürgen Heppner (Foto), Chefarzt der Klinik für Geriatrie am HELIOS Klinikum Schwelm und Inhaber des Lehrstuhls für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke. „Aber auch nach den politischen Lockerungen ist SARS-CoV-2 noch nicht verschwunden!“

Dr. Ulrich Wedding (links) und Professor Ulrich Thiem (rechts)

(22.04.2020) Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) veröffentlicht heute Empfehlungen für die Situation heimversorgter geriatrischer Patienten in Ergänzung zum bereits vor einem Monat vorgestellten Ethik-Paper der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Auch wurde eine Dokumentationshilfe für Notfallmediziner oder niedergelassene Hausärzte und Pflegekräfte im Seniorenheim erstellt. „Es uns ein Anliegen, Sie mit den Interpretationen und der Dokumentationshilfe zu unterstützen, Ihre Ihnen anvertrauten Patienten optimal zu versorgen und in diesen schwierigen Zeiten patientenzentriert zu begleiten“, erklärte DGG-Präsident Professor Hans Jürgen Heppner in einem an seine Mitglieder gerichteten Schreiben.