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Aktuelle Meldungen

04. Oktober 2023

Der neue DGG-Präsident Professor Markus Gosch stellt sich vor

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vorweg bedanke ich mich bei Ihnen allen für Ihr Vertrauen! In den vergangenen zwei Jahren konnte ich als Vorstandsmitglied und Präsident-elect die vielfältigen Herausforderungen sowie Aufgaben unser Fachgesellschaft kennenlernen. Ich kann Ihnen versichern, dass ich mich als Präsident der DGG mit vollem Einsatz für die Interessen der Geriatrie und unserer Patientinnen wie Patienten einsetzen werde.

Für die Kolleginnen und Kollegen, welche mich noch nicht so gut kennen, möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich noch einmal kurz vorzustellen: Seit 2014 leite ich die Medizinische Klinik 2 mit dem Schwerpunkt Geriatrie am Klinikum Nürnberg sowie das Zentrum für Altersmedizin. Seit 2015 sind wir Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Universität. Habilitiert habe ich 2014 im Fach Geriatrie zu geriatrisch-internistischen Aspekten in der Alterstraumatologie. Vor meiner Zeit in Nürnberg war ich als gebürtiger Österreicher in meiner Heimat über zwei Jahrzehnte als Internist und Geriater tätig, unter anderem war ich auch im Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie. Meine erste Tätigkeit in Deutschland war von 2005 bis 2007 die Leitung der Geriatrieklinik Rosenheim, einer großen geriatrischen Rehabilitationsklinik. Nach meiner vorübergehenden Rückkehr nach Österreich widmete ich mich schwerpunktmäßig der Alterstraumatologie. Wie man unschwer erkennen kann, war ich bereits in vielen verschiedenen Bereichen der Geriatrie tätig und kenne daher auch die vielfältigen Anforderungen in den verschiedenen Versorgungsbereichen.

Was erwarte ich nun konkret für die nächste Zeit?

 Das aktuellste Thema ist sicher die Krankenhausreform. Bereits in den vergangenen Wochen hatten wir uns mit der Thematik auseinandergesetzt und unseren Standpunkt gegenüber verschiedenen Beteiligten dargestellt. Die Geriatrie ist ein etabliertes klinisches Fach in der stationären Versorgung älterer Patienten. Für die Weiterentwicklung ist es entscheidend, dass wir in allen Levels (von Ii bis IIIu) vertreten sind. Die Geriatrie als wesentlicher Bestandteil der Level-Ii-Krankenhäuser ist notwendig, um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Genauso wichtig wird es sein, die Geriatrie weiterhin in Schwerpunktkrankenhäusern (Level III) und den Universitätskliniken (Level IIIu) weiterzuentwickeln. Nur so kann die Basis für wissenschaftliche Fortentwicklung gelegt werden, welche wiederum die Versorgung älterer Patienten in allen Versorgungsstufen verbessern wird. Neben der stationären Betreuung rückt insbesondere im Kontext mit den Level-Ii-Krankenhäusern die ambulante geriatrische Versorgung in den Mittelpunkt. Hier sehe ich eine Chance, die Geriatrie auch im ambulanten Sektor zu etablieren. Insgesamt sind aber noch viele Fragen offen, aber ich kann Ihnen versichern, wir sind und bleiben am Ball.

Ein ebenso wichtiges Thema bleibt die Weiterbildung. Für viele Kliniken hatte die neue Weiterbildungsordnung insbesondere für das Fach „Allgemeinmedizin“ negative Auswirkungen. Betroffen sind vor alle die geriatrischen Rehabilitationskliniken, da für die Fortbildung eine Anbindung an eine Notfallaufnahme erforderlich ist. Wie gravierend die Folgen im Alltag sind, lässt sich aktuell noch nicht abschätzen. Wichtig wird es sein, Kooperationen einzugehen, um die Weiterbildungsbefugnis weiterhin aufrechterhalten zu können. Soweit wir als Fachgesellschaft unterstützen können, machen wir das gerne. Aktuell bilden wir sicher noch zu wenig Geriaterinnen und Geriater aus.
In der Diskussion um den Facharzt für Geriater ist auch wieder etwas Schwung gekommen. So würde uns aktuell die DGIM bei der Etablierung eines Schwerpunktes in der Inneren Medizin unterstützen. Bis dorthin ist es aber noch ein langer Weg und für unsere neurologischen Geriaterinnen und Geriater benötigen wir zusätzlich noch eine adäquate Lösung. Wir werden in den nächsten Jahren den eingeschlagenen Weg fortsetzen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Zusammenführung der Zertifizierungen in der Alterstraumatologie. Zum Zeitpunkt dieser Zeilen laufen die Gespräche noch. Von beiden Seiten ist ein guter Wille erkennbar, allerdings haben wir doch einige Hürden vor uns.

Wie uns die Pandemie als auch die Diskussion im Sommer über Hitzeschutzprogramme gezeigt haben, ist die Geriatrie leider noch nicht in allen Bereichen als kompetenter Ansprechpartner angekommen. Hier sehe ich einen weiteren Schwerpunkt meiner Präsidentschaft. Wichtige Partner sind hier die Presse und auch die Seniorenvertreter- und verbände. Gemeinsam mit unserer Pressestelle möchte ich die erfolgreiche Pressearbeit unter dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ fortsetzen.
Das Tagesgeschäft wird uns auch wieder aktuell Themen und Herausforderungen liefern. Um hier zeitgerecht und kompetent reagieren zu können, benötige ich Ihre Unterstützung und hoffe, dass Sie nicht ablehnen, wenn ich auf Sie zukomme. Nur gemeinsam können wir etwas bewegen.

Wichtige Ansprechpartner für den Vorstand sind die Arbeitsgruppen unserer Fachgesellschaft. Besonders erfreulich entwickelt hat sich die Junge Geriatrie. Als Präsident hoffe ich, dass die Gruppe den Anfangsschwung mitnimmt und sich weiter so aktiv zeigt. Besonders schöne Höhepunkte sind die jährlichen Kongresse. Schon jetzt können wir uns auf Kassel 2024 freuen.

In diesem Sinne freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen allen und natürlich mit unserem neuen Vorstand,

Ihr

Markus Gosch
DGG-Präsident


Foto: Torben Brinkema

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