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10. Juli 2023

Geriatrie-Kongress in Frankfurt: „Hochspannende Inhalte, die jeder in seinen Arbeitsalltag integrieren kann“

Der Countdown läuft: Bis zum Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) in Frankfurt am Main sind es nur noch wenige Wochen. Unter dem Motto „Geriatrie = E3 – Evidenz, Empirie und Empathie“ findet der Kongress vom 14. bis 16. September auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt statt. Erwartet werden etwa 650 Teilnehmende. Das Team rund um Kongresspräsident Professor Markus Gosch (Foto), Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2 mit dem Schwerpunkt Geriatrie am Klinikum Nürnberg der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg, fokussiert sich gerade auf die letzten Vorbereitungen: „Wir stellen eine Präsenzveranstaltung auf die Beine, für die sich der Weg in die Mainmetropole lohnt“, sagt Gosch. Im Interview verrät er, welche spannenden Neuerungen es im Kongressprogramm gibt, wo die besonderen Herausforderungen bei der Kongressorganisation liegen und auf welche Veranstaltung er persönlich sich ganz besonders freut.

Herr Professor Gosch, was ist anders beim diesjährigen Geriatrie-Kongress in Frankfurt?
Schon die gesamte Vorbereitungszeit war anders als sonst. Denn nicht ich alleine habe mich in meiner Funktion als Kongresspräsident um das wissenschaftliche Programm gekümmert, sondern es war ein achtköpfiges Team involviert. Damit ist es uns gelungen, die gesamte Bandbreite geriatrisch relevanter Themen im Programm abzubilden. Ich freue mich also, dass wir in diesem Jahr das ohnehin breite Spektrum der Geriatrie noch wesentlich differenzierter in unserem Programm abbilden können. Es spricht Nachwuchswissenschaftler genauso an wie erfahrene Geriaterinnen und Geriater.

Nun lüften Sie gerne das Geheimnis: Wen konnten Sie für die Keynote-Vorträge gewinnen?
Fangen wir gerne mit der Lokalmatadorin an: Ich bin sehr glücklich, dass wir Professorin Maria Vehreschild vom Universitätsklinikum Frankfurt gewinnen konnten. Sie wird über die Zusammenhänge von Mikrobiom und Altern sprechen. Professor Clemens Becker, Leiter der Abteilung Digitale Geriatrie an der Universitätsklinik Heidelberg, wird über Digitalisierung und Technik in der Geriatrie sprechen und dabei Chancen und Risiken beleuchten. Aus Dublin ist Professorin Rose Anne Kenny live zu Gast. Sie wird uns ein Update zu kardiologischen Aspekten in der Altersmedizin geben und dabei auf die orthostatische Hypotonie, die postprandialen Hypotonie und die Synkopen-Abklärung eingehen. Professor Marshall McLullich aus dem schottischen Edinburgh wird uns aktuelle Delir-Neuigkeiten zur Pathophysiologie vorstellen.

Welche Impulse erwarten Sie sich von den Keynote-Vorträgen?
Das ist ja höchst individuell. Schön fände ich, wenn die Keynote-Vorträge zu einer regen Diskussion unter den Teilnehmenden führen. Jeder sollte sich für seine eigene Arbeit die wichtigsten Ideen herausziehen. Es sollte aber auch jeder die Chance nutzen, um den Referentinnen und Referenten direkt persönlich Fragen zu stellen.

Auf welche Programmpunkte freuen Sie sich am meisten?
Ich freue mich tatsächlich auf jeden einzelnen der vier Keynote-Vorträge. Es ist absolut bereichernd, dass wir renommierte Referentinnen und Referenten aus Deutschland, Irland und Schottland gewonnen haben. So erhalten wir auch eine internationale Perspektive. Ich freue mich aber auch auf den neuen Geri-Talk, bei dem wir einen hochgeschätzten und erfahrenen Geriater ins kollegiale Kreuzverhör nehmen werden. Richtig gut finde ich, dass auch unsere DGG-Nachwuchsgruppe Junge Geriatrie vor Ort aktiv sein wird. Was nicht im Programm steht, worauf ich mich aber trotzdem sehr freue: den persönlichen Austausch mit den Kongressbesuchern. Ob alte Wegbegleiter oder neue Kontakte – das Netzwerken in den Pausen oder am Abend ist ein essentieller Teil der Veranstaltung. Und ganz ehrlich bin ich nach hunderten Videomeetings auch echt froh, den Menschen in Präsenz zu begegnen.

Warum haben Sie und Ihr Team sich für das Kongress-Motto „Geriatrie = E3 – Evidenz, Empirie und Empathie“ entschieden?
Wir wollen dadurch einerseits die Vielfältigkeit der Geriatrie zum Ausdruck bringen. Andererseits wollen wir aber auch dafür sensibilisieren, dass die verschiedenen Fragestellungen unseres beruflichen Alltags sehr durch diese drei Begrifft geprägt sind: Das Ziel muss natürlich immer sein, unser medizinisches Handeln und unsere Entscheidungen durch Evidenz zu belegen. Trotzdem fehlt diese leider noch zu oft im klinischen Alltag, sodass wir sie um die Empirie ergänzen müssen. Entscheidend getragen wird der Behandlungserfolg durch die Empathie, die wir unseren alten und betagten Patientinnen und Patienten, den Angehörigen und dem interprofessionellen Team entgegenbringen.

Warum ist das für Teilnehmende wichtig?
Ich finde es wichtig, weil wir meiner Meinung nach vor genau diesem Hintergrund zukünftige Fragestellungen unseres Faches diskutieren. Und damit beginnen wir auch direkt beim Frankfurter Kongress. Wir als Programm-Team wünschen uns, dass unser Veranstaltungsmotto bei den Teilnehmenden nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch einen kleinen Impuls für kommende Aufgaben gibt. Ob das dann unmittelbar Einfluss auf die Behandlung älterer Patientinnen und Patienten hat, die eigene Forschungsarbeit bereichert, neue wissenschaftliche Aktivitäten angegangen werden oder das Engagement in einer Fachgesellschaft gestärkt wird, ist sicher individuell verschieden. Wichtig ist, dass wir die Geriatrie weiterentwickeln.

An dieser Weiterentwicklung sind auch die Arbeitsgruppen der DGG beteiligt. Welche Rolle spielen deren Aktivitäten beim Kongress?
Der Kongress ist immer wieder die ideale Austauschplattform für alle, die in den aktuell 24 Arbeitsgruppen unserer Fachgesellschaft aktiv sind. Hier werden Ideen entwickelt, Ergebnisse des vergangenen Jahres präsentiert, einige beteiligen sich auch direkt an Symposien. In diesem Jahr hält die neue DGG-Arbeitsgruppe zur geriatrischen Rehabilitation beim Kongress ihr Gründungstreffen ab. Wer spontan mitmachen will, kann einfach dazustoßen. Aber auch andere Gruppen der DGG, die dem Status einer Arbeitsgruppe gleichen, sind beim Kongress aktiv. So wächst beispielsweise die Nachwuchsgruppe Junge Geriatrie immer weiter und wird sich in Frankfurt austauschen. Auch Mitglieder des Wissenschaftsforums Geriatrie werden sich treffen. Grundsätzlich gilt: Wer in der einen oder andren Gruppe der DGG aktiv werden will, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, findet beim Geriatrie-Kongress die passenden Ansprechpartner.

Das dreitägige Programm ist gut gefüllt. Warum lohnt sich die Reise zum Kongress auch für Kurzentschlossene oder Kurzzeitteilnehmer?
Jeder Tag des Kongresses lohnt sich, darauf haben wir bei der Planung natürlich geachtet. Wer beruflich stark eingebunden ist, aber zumindest einen Besuchstag möglich machen kann, dem garantieren wir: Es wird sich lohnen! Unser Kongress ist so wertvoll, weil es hier das neueste Wissen wirklich kompakt und konzentriert auf den Punkt zusammengestellt gibt. Das spart gegenüber dem Selbststudium viel Zeit. Das Programm ist sehr vielfältig und überwiegend unmittelbar relevant für die Praxis. Es geht um hochspannende Inhalte, die jeder in seinen Arbeitsalltag integrieren kann! Das gilt für Pflegekräfte, Sozialarbeiter und natürlich für unsere Hauptzielgruppe der Ärztinnen und Ärzte.

Jetzt anmelden:
Sämtliche Informationen zum Geriatrie-Kongress und zur Anmeldung gibt es unter: www.geriatrie-kongress.de


Foto: Klinikum Nürnberg

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