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(30.06.2016) Die Auswahl fiel nicht leicht, denn es wurden sehr viele Vorschläge für Symposien sowie zahlreiche Abstracts für Poster und freie Vorträge zum Stuttgarter Kongress 2016 eingesandt. „Ich freue mich sehr, dass – neben den Keynote-Speakern – wieder so viele Kolleginnen und Kollegen ihre Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus dem klinischen Alltag vorstellen“, so DGG-Kongresspräsident Prof. Dr. Jürgen M. Bauer. „Ich bin mir sicher: Wir werden viel diskutieren, uns austauschen – und so voneinander lernen.“

Ein Schwerpunkt ist auch dieses Jahr wieder das Thema Demenz. Hier wird es u. a. Symposien zur Rehabilitation bei Demenz sowie zum Delir im Krankenhaus geben. Dr. Horst Bickel von der TU München wird außerdem Daten zur Prävalenz der Demenz im Akutkrankenhaus vorstellen – die groß angelegte repräsentative Studie enthält aktuelle Zahlen aus den Jahren 2013–2015. Ihre Auswertung wurde erst im Juni 2016 abgeschlossen.

Was kann die Geriatrie von den Astronauten lernen?

In Bezug auf die Sarkopenie: Sehr viel! Aufgrund der fehlenden Schwerkraft mangelt es der Muskulatur eines Astronauten an anabolen Reizen – vergleichbar einem immobilen geriatrischen Patienten. Ein Symposium widmet sich daher der Frage, ob, und wenn ja, wie sich die Trainings-Ansätze und Erkenntnisse aus der Weltraumforschung auf geriatrische Problemstellungen übertragen lassen.

Des Weiteren werden das Verhältnis von Sarkopenie und Knochen, neurologische Ursachen der Sarkopenie, Wechselwirkungen mit Morbus Parkinson und die “Sarcopenic obesity” auf dem Kongress diskutiert werden.

Neuigkeiten aus der Gerontopsychiatrie, der Gerontopharmakologie und zum Schmerz im Alter

Einen weiteren Schwerpunkt des Kongresses bildet die Gerontopsychiatrie. Themen sind hier u.a. die multimodale Therapie der Depression, der Umgang mit Benzodiazepinen im Alter sowie die Behandlung von nächtlich unruhigen Patienten und psychogen Störungen.
Aktuelle Fragen der Gerontopharmakologie werden ebenfalls in mehreren Symposien aufgegriffen: Wie kann eine adäquate Medikation beim geriatrischen Patienten sichergestellt werden? Welche Medikamente sind zwingend nötig? Welche können angesichts des fortgeschrittenen Alters von Betagten und Hochbetagten aber auch weggelassen werden? Wie können beispielsweise IT-gestützte Verfahren helfen, Polymedikation in den Griff zu bekommen?

Hier gibt es sicherlich interessante Überschneidungspunkte zu den Schmerz-Symposien, die nicht nur die Medikation bei Schmerz in den Fokus rücken, sondern auch die Kombination mit alternativen Methoden (z. B. physikalische Therapie, Physiotherapie), sowie – als Basis – die korrekte Schmerzerfassung beim alten Menschen.

Arbeitsgruppen der DGG geben wichtige Impulse

Mehrere Arbeitsgruppen der DGG haben ebenfalls Symposien angemeldet. Unter anderem beleuchtet die AG Ernährung und Stoffwechsel das Re-Feeding-Syndrom. Die AG Inkontinenz wird sich den Blasenfunktionsstörungen im Alter widmen und die AG Palliativmedizin stellt aktuelle Erkenntnisse aus diesem Fachbereich vor. Auch die neu gegründete AG Anämie im Alter wird ein Symposium beisteuern.

Kommen Sie nach Stuttgart! Diskutieren Sie mit und gestalten Sie aktiv unser Fach!


Aktuelle Informationen finden Sie auf der Kongresswebsite.

Bild: © Werner Dieterich