Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner

(23.12.2020) Ältere, multimorbide Menschen und deren Umfeld haben bei der flächendeckenden COVID-19-Impfung absolute Priorität – sie bekommen die ersten Impfungen, geplant für den 27. Dezember. Doch die Pläne der Politik sind lückenhaft, wie der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Prof. Hans Jürgen Heppner (Foto), betont. Der Chefarzt der Klinik für Geriatrie am HELIOS Klinikum Schwelm und Lehrstuhlinhaber für Geriatrie an der Universität Witten/Herdecke mahnt, die hochaltrigen Patienten in den Rehabilitationseinrichtungen und akutgeriatrischen Versorgungseinheiten nicht zu vergessen – und natürlich das dort tätige Personal.

Ältere Menschen haben statistisch belegt das höchste Risiko, an oder mit COVID-19 zu versterben – und zwar sehr schnell. „Vor allem wenn sie multimorbide sind, also zum Beispiel Erkrankungen haben wie Herzinsuffizienz, Diabetes oder Bluthochdruck, die mit fortschreitendem Lebensalter typischerweise häufiger auftreten“, sagt DGG-Präsident Prof. Hans Jürgen Heppner. „Ich kann es nur jedem Einzelnen nahelegen, dieses Angebot ernst zu nehmen und sich gegen diese lebensbedrohliche Krankheit impfen zu lassen. Das ist im Moment der einzige wirksame Schutz, um eine weitere pandemische Ausbreitung mit vielen Toten zu verhindern.“ Egal ob es eine mögliche Impfreaktion geben würde – diese wäre spätestens nach zwei, drei Tagen vergessen. Ohne Impfung stünden vor allem seine Patienten, Menschen über 80 Jahre, schutzlos da. „Lassen Sie sich deshalb unbedingt impfen!“

Professorin Dorothee Volkert

(06.10.2020) Hochaltrige Menschen haben generell ein erhöhtes Risiko, eine Mangelernährung zu entwickeln, bis zu 50 Prozent geriatrischer Patienten sind bereits von einer Mangelernährung betroffen. „Um dem entgegenzuwirken, brauchen wir in den Krankenhäusern wie auch in Pflegeeinrichtungen und Altersheimen eine wesentlich bessere Aufklärung zu Ursachen und Folgen einer Mangelernährung. Gerade bei Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust muss sofort gehandelt werden“, sagt Professorin Dorothee Volkert (Foto), Leiterin der Arbeitsgruppe „Ernährung und Stoffwechsel“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und Mitarbeiterin am Institut für Biomedizin des Alterns an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Jetzt hat die DGG-Arbeitsgruppe einen neuen Infoflyer für Mediziner, Patienten und Angehörige vorgestellt, der Anregungen für eine bessere Ernährung im hohen Alter geben soll.

Prof. Rainer Wirth

(24.09.2020) Die erste geriatrisch-gerontologische Online-Konferenz war ein voller Erfolg! Insgesamt 420 Interessierte haben an dem digitalen Format Anfang September teilgenommen. Der gemeinsame Präsenzkongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie der Deutschen Gesellschaft Gerontologie und Geriatrie (DGGG) musste aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie abgesagt werden. Binnen weniger Wochen haben die Verantwortlichen ein dreitägiges Alternativprogramm als Online-Konferenz auf die Beine gestellt. „Für uns war es eine Premiere, die in diesem ganz besonderen Jahr wirklich sehr gut angenommen wurde“, sagt DGG-Kongresspräsident Professor Rainer Wirth (Foto), Direktor der Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation im Marien Hospital Herne. Im Interview zieht der Mediziner nun eine persönliche Konferenz-Bilanz: Er spricht über die positiven Überraschungen beim digitalen Know-how-Transfer, wissenschaftliche Entwicklungen und seine Lehren für den Geriatrie-Kongress 2021 – auch diesen wird Rainer Wirth leiten.

Dr. Markus A. Hobert (links) aus Kiel und Dr. Patrick Müller (rechts)

(05.09.2020) Herausragende Forschungsergebnisse in der Geriatrie: Im Rahmen der geriatrisch-gerontologischen Online-Konferenz sind heute der Förderpreis der Rolf-und-Hubertine-Schiffbauer-Stiftung sowie der Bethesda-Forschungspreis des Wissenschaftsforums Geriatrie über insgesamt 4.000 Euro verliehen worden. „Die Auswahl der Siegerarbeiten ist bei der hohen Qualität der eingereichten Bewerbungen nicht leichtgefallen“, sagt DGG-Präsident Professor Hans Jürgen Heppner bei der virtuellen Preisverleihung. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet wurden Dr. Markus A. Hobert (links) aus Kiel und Dr. Patrick Müller (rechts) aus Magdeburg.

Prof. Dr. Christoph Kaleta, Quelle: Tebke Böschen

(01.09.2020) Der Darm mit seinen zahlreichen Mikroorganismen leistet einen maßgeblichen Beitrag zu unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden. Doch wie verändert sich das Mikrobiom des Darms – immerhin größtes Organ des menschlichen Körpers – bei hochaltrigen Menschen? Und welchen Einfluss hat seine veränderte Zusammensetzung auf die Gesundheit geriatrischer Patienten – und ihr Altern? Mit dieser Thematik setzt sich Professor Christoph Kaleta (Foto), Leiter der Arbeitsgruppe „Medizinische Systembiologie“ am Institut für Experimentelle Medizin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, auseinander. In seiner Keynote „Elucidating the contribution of the gut microbiome to aging“ im Rahmen der am Donnerstag beginnenden geriatrisch-gerontologischen Online-Konferenz beleuchtet er das Thema ganzheitlich. Dabei zeigt Kaleta auf, wie mikrobiombasierte Therapien das Altern verlangsamen können. Die Online-Konferenz findet vom 3. bis 5. September statt und wird organisiert von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) mit Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG).