Dr. Sonja Krupp

(06.09.2019) Es gibt mittlerweile zahlreiche Methoden, mit denen die Probleme und noch erhaltenen Funktionen eines älteren Patienten bewertet werden. Bei diesem „Geriatrischen Assessment“ geht es in der ersten Stufe darum, ob es sich bei einer älteren Person überhaupt um einen Patienten mit Bedarf an geriatrischer Behandlung handelt. In einer zweiten Stufe kommen standardisierte Testverfahren unterschiedlicher diagnostischer Tiefe hinzu, teils als Befragung, teils als durchzuführende Aufgabe. Doch welche der zahlreichen Instrumente passen am besten zu einem bestimmten geriatrischen Patienten? Hier kann sich der Mediziner leicht überfordert fühlen. Damit dies nicht passiert, hat eine Expertengruppe, die sich hauptsächlich aus Mitgliedern der Arbeitsgruppe Assessment der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) zusammensetzt, eine neue S1-Leitlinie „Geriatrisches Assessment der Stufe 2“ erarbeitet. Diese wird heute beim Jahreskongress der DGG in Frankfurt am Main vorgestellt. Im Interview spricht AG-Leiterin Dr. Sonja Krupp (Foto), wissenschaftliche Leiterin der Forschungsgruppe Geriatrie Lübeck am Krankenhaus Rotes Kreuz Lübeck Geriatriezentrum, über neue Erkenntnisse beim geriatrischen Assessment, die Forderung an Kostenträger und den Nutzen für Geriater bei der täglichen Arbeit.

Professor Hans Jürgen Heppner

(03.09.2019) Die geplante Reform des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, kurz MDK, löst bei den Altersmedizinern in den Klinken große Diskussionen aus. So sollen demnächst Kliniken mit zahlreichen beanstandeten Abrechnungen häufiger geprüft werden als andere. In der Altersmedizin werden aber beispielsweise sehr häufig die langen Liegezeiten der hochbetagten Patienten moniert. Stehen demnächst also ständig die Prüfer auf der Matte? „Eine von vielen Besonderheiten der Altersmedizin, die in dem Entwurf keine Berücksichtigung findet“, sagt Professor Hans Jürgen Heppner (Foto), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie am HELIOS Klinikum Schwelm und Inhaber des Lehrstuhls für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke. „Bei solch umfassenden Reformen müssen von Anfang an die medizinischen Fachgesellschaften mit ihrer Fachexpertise eingebunden werden, um medizinisch sinnvolle Entscheidungen mit herbeizuführen.“

Alter Mann schaut traurig

(21.08.2019) Jeder Studienteilnehmer kann helfen: Die Suizidraten bei älteren Menschen sind in Deutschland höher als in allen anderen Altersgruppen. An vielen Stellen bestehen zudem große Informationslücken, was Prävention, Aufklärung und die Vernetzung von betroffenen Institutionen wie Pflegeheimen oder Krankenhäusern angeht. Die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderte Studie „Suizidprävention Deutschland. Aktueller Stand und Perspektiven“ will jetzt mit einer umfassenden Erhebung und Analyse für mehr Transparenz sorgen und Hilfestellungen zur Suizidprävention geben.

Dr. med. Rudolf Siegert

(28.06.2019) Zum ersten Mal haben Wissenschaftler den Bedarf an mobiler geriatrischer Reha bei Bewohnern von Pflegeeinrichtungen in Deutschland erhoben. Fast jeder fünfte Bewohner in der stationären Langzeitpflege kommt für solche Rehabilitationsmaßnahmen, die direkt vor Ort durchgeführt werden, infrage. Damit können die Teilhabe am Alltag, aber auch wichtige Funktionen wie sichere Fortbewegung und Schlucken bei schwerkranken Patienten verbessert werden. An dem vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Forschungsprojekt hat auch die Arbeitsgruppe Mobile Geriatrische Rehabilitation der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) mitgewirkt. „Die Höhe des Reha-Bedarfs hat uns überrascht“, sagt der Leiter der Arbeitsgruppe, Dr. med. Rudolf Siegert (Foto). Der medizinische Geschäftsführer der Mobilen Reha Bremen war gemeinsam mit vier weiteren Reha-Anbietern aus allen Regionen Deutschlands an der Studie des Instituts für Gesundheits- und Pflegeökonomie der Hochschule Bremen beteiligt. Über das Forschungsprojekt und dessen wichtigste Ergebnisse berichtet er im Interview.

Blick über Berlin

(31.07.2019) Schnell sein lohnt sich: Die DGG unterstützt das Symposium „Arzneimitteltherapie bei Menschen im Alter“ der Paul-Martini-Stiftung. Die Veranstaltung findet am 15. und 16. November in Berlin statt. Für Doktoranden, wissenschaftliche Assistenten und junge Post-Docs vergibt die Stiftung 20 Reisestipendien im Wert von jeweils maximal 300 Euro. Zusätzlich wird die Übernachtung im Hotel übernommen. Für die Beantragung des Stipendiums genügt eine formlose E-Mail mit Lebenslauf sowie der Versicherung, dass man zur antragsberechtigten Zielgruppe gehört. Bewerbungsschluss ist der 30. Oktober 2019. Entscheidend sind Eingangsdatum und Uhrzeit der Bewerbungen.

Hier gibt es weitere Informationen zur Stipendienausschreibung!

Andrea Kuphal

(17.07.2019) Spezialisierung in der Nische: Seit gut zwei Jahren gibt es die Deutsche Fachgesellschaft Aktivierend-therapeutische Pflege e.V., kurz DGATP. Wofür sie genau steht, welche Schnittstellen es zur Geriatrie gibt und warum sich eine Mitgliedschaft in dieser noch jungen Organisation lohnt – darüber sprachen wir mit Andrea Kuphal (Foto), Sekretärin im dreiköpfigen Vorstand der DGATP. Im Interview zieht Sie eine erste Bilanz.

Frau Kuphal, wie ist die Idee zur DGATP entstanden und warum ist diese neue Fachgesellschaft notwendig?
Vor der Gründung der DGATP hat hauptsächlich der Bundesverband Geriatrie ein Konzept vorangetrieben, das die Aktivierend-therapeutische Pflege thematisiert. Der Bundesverband verfolgt als Gesellschaft allerdings nicht primär die Fachlichkeit pflegerischer Themen, sondern ist noch mit vielen anderen Aufgaben für seine Mitglieder betraut. Wir brauchten also eine Gesellschaft, die sich vor allem fachlich mit dem Thema Aktivierend-therapeutische Pflege auseinandersetzt. Da es so etwas noch nicht gab, haben wir die DGATP im Sommer 2017 gegründet. Aktuell haben wir rund 50 Mitglieder, darunter viele Privatpersonen, aber zum Beispiel auch eine Klinik.